Berthold Schlegel (rechts) mit Schiedsrichter Winfried Walz (Waiblingen) und Klaus Bachner (Nattheim, links) vor dem Bundesligas
Berthold Schlegel (rechts) mit Schiedsrichter Winfried Walz (Waiblingen) und Klaus Bachner (Nattheim, links) vor dem Bundesligaspiel 1. FC Nürnberg gegen FC Bayern München am 4. Juni 1983. (Foto: privat)
Hans Aierstok

Ehingen/Rupertshofen - Berthold Schlegel, wohnhaft in Rupertshofen, geboren 1952 in Unterstadion, hat sich viele Jahrzehnte dem Fußball verschrieben. Der heutige Ehren-Schiedsrichterobmann hatte in der Jugend des SV Unterstadion gespielt. Im Alter von 18 Jahren legte er die Schiedsrichter-Prüfung ab und hat dann vieles mit diesem Hobby erlebt.

Zunächst leitete Berthold Schlegel Spiele der Fußballjugend, dann ging es für ihn sukzessiv hoch bis in die Oberliga Baden-Württemberg. Da es zu jener Zeit weder eine Dritte Liga noch eine Regionalliga gab, waren die Oberligen jeweils die dritte Spielklasse. Mehrere Tausend Zuschauer waren bei diesen Spielen keine Seltenheit. Drei Jahre war er von 1980 bis 1983 im DFB-Kader und war daher auch öfters als Assistent bei Spielen der Ersten und Zweiten Bundesliga eingesetzt.

Höhepunkte als Unparteiischer

Gern erinnert sich Berthold Schlegel auch an ein Freundschaftsspiel zwischen dem Oberligisten SV Göppingen und dem FC Bayern München im Januar 1981 vor 5000 Zuschauern, das er zusammen mit Karl Götz und Georg Andelfinger leitete. Weitere Höhepunkte waren am 4. Juni 1983 der Einsatz als Schiedsrichter-Assistent beim Bundesliga-Spiel des 1. FC Nürnberg gegen den FC Bayern München vor 40 000 Zuschauern, das 2:3 endete, sowie das Junioren-Länderspiel Deutschland gegen Frankreich. Das Neckarstadion war damals voll, da die Stuttgarter Schüler schulfrei hatten.

1560 Spiele geleitet

Im Jahr 1981 übernahm Berthold Schlegel von Günter Hutter das Amt des Schiedsrichterobmanns im Bezirk. Zuvor war er bereits sechs Jahre im Schiedsrichterausschuss. 1984 wurde Berthold Schlegel dann Bezirks-Schiedsrichterobmann. Beide Ämter bekleidete er bis 2015. Im Jahr 2009 hat er letztmals ein Spiel geleitet, insgesamt kam Schlegel bis zu diesem Zeitpunkt auf 1560 Spielleitungen. Seit fünf Jahren ist er Ehren-Schiedsrichter-Obmann des Bezirks Donau. Berthold Schlegel unterstützt seinen Nachfolger Josef (Bodde) Rapp auch bei den Schulungen und hat außerdem lange Jahre als Spiel-Beobachter gewirkt.

Nach seinen Eindrücken gefragt, stellt Berthold Schlegel fest, dass in der Zeit seiner Assistenztätigkeit in der Ersten und Zweiten Bundesliga die Schiedsrichterentscheidungen lange nicht so medial im Fokus standen wie heute. Während seiner 34-jährigen Obmann-Tätigkeit waren die Schiedsrichtergewinnung und die Erhaltung von Schiedsrichtern zentrale Themen. Trotz einer starken Fluktuation – besonders in der jüngeren Vergangenheit – sei es immer gelungen, alle Spiele im Bereich der Schiedsrichtergruppe Ehingen mit Spielleitern zu besetzen. Werbeaktionen des DFB und die Vereine, welche ihre Spieler zu Neulingskursen schicken, würden dabei helfen.

Neffe pfeift in der Oberliga

Die Begeisterung, mit der Berthold Schlegel über seine lange Tätigkeit spricht, beweist, dass er „mit Leib und Seele“ Schiedsrichter und Obmann war. Besonders stolz ist er, dass sein Neffe Philipp Schlegel aus Unterstadion in seine Fußstapfen getreten ist und inzwischen als Schiedsrichter in der Oberliga Baden-Württemberg pfeift. Berthold Schlegel hat keinen Sohn, sondern zwei Töchter. Seit seiner Heirat ist er in Rupertshofen wohnhaft. Über die vielen Jahre hat ihn seine Frau unterstützt und ihm den Rücken frei gehalten.

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