Eine Liga, die viele interessante Begegnungen verspricht

Lesedauer: 11 Min

In der Fußball-Landesliga der Frauen beginnt am Wochenende die Punkterunde 2018/19, die reizvolle Begegnungen verspricht. Mit dem Verbandsliga-Abstieger SV Granheim, dem VfL Munderkingen, der die Rückrunde der vergangenen Saison als drittbestes Team abschloss, und dem Regionenliga-Meister und Aufsteiger SG Altheim sind drei Teams aus dem Raum Ehingen in dieser Klasse vertreten. Die SZ gibt einen Überblick, mit welchen Erwartungen die Vereine in die Saison gehen, was sich bei ihnen in der Sommerpause verändert hat und wie die Vorbereitung war.

SV Granheim

In der Relegation stieg Granheim aus der Verbandsliga ab und ist damit nach nur einem Jahr zurück in der Landesliga, die sich gegenüber der Saison 2016/17 deutlich verändert hat. Mit Munderkingen, Altheim, Sulmetingen, Bad Saulgau und Uttenweiler sind fünf Teams aus den Bezirken Donau und Riß in den vergangenen zwei Jahren in die Landesliga gestoßen – das beschert den Vereinen eine Menge Derbys, die nicht immer leicht zu spielen sind, gerade für vermeintliche Favoriten. Das weiß auch Reinhold Oßwald, Abteilungsleiter des SV Granheim, der nach dem Abstieg vor zu hohen Erwartungen warnt. „Wir wollen im oberen Tabellendrittel mitspielen, aber wir sind kein Meisterschaftsfavorit“, so Oßwald. Für ihn ist die Landesliga 2018/19 „relativ schwer einzuschätzen“ und die Chancen gerade in den prestigeträchtigen Derbys „schwer auszumachen, egal gegen wen man spielt“.

Die Grundlagen für ein erfolgreiches Abschneiden des SV Granheim sind aber gegeben. Der Kader hat sich kaum verändert, lediglich Jennifer Eiberle hat den Verein verlassen und ist zum SV Baltringen zurückgekehrt. „Der Stamm ist geblieben“, sagt Abteilungsleiter Oßwald. Neu hinzugekommen ist Sina Füller von der SG Öpfingen. Weiterhin verzichten muss Trainer Steffen Kemedinger auf die langzeitverletzte Angreiferin Alisa Griesinger, die aber zumindest wieder locker trainiert – wann sie allerdings wieder aufläuft, ist offen. „Das dauert noch“, sagt Oßwald.

Da der Kader des Landesliga-Teams nicht allzu groß ist, sollen junge Spielerinnen im Laufe der Saison an die „Erste“ herangeführt werden – wie das auch in der Vergangenheit der Fall war. Im Training sind beide Mannschaften zusammen, sodass die Beteiligung in der Vorbereitung trotz zeitweise urlaubsbedingter Abwesenheiten im Schnitt bei 19 Spielerinnen gelegen habe, so Oßwald. Zuletzt waren es deutlich über 20. Zur Vorbereitung zählte auch ein viertägiges Trainingslager in Merklingen, in dem an Schnelligkeit und Kraft gearbeitet wurde sowie Spielformen einstudiert wurden. Mit den Testspielen war der Abteilungsleiter zufrieden, lediglich gegen Lautertal sei man „etwas neben der Spur“ gewesen. Gegen Tettnang schlug man sich achtbar und zuletzt gab es zwei klare Siege gegen Gechingen und im Pokal gegen Derendingen II.

VfL Munderkingen

„Die Vorbereitung hätte etwas besser sein können“, sagt Manuel Saile, der mit Andreas Schellinger das neue Trainerduo beim VfL bildet. Urlaubsbedingt und wegen Verletzungen hätten immer wieder Spielerinnen gefehlt. Auch in einigen Testspielen sei ein „gemischtes Team“ aus der „Ersten“ und „Zweiten“ angetreten, dennoch war Saile mit den meisten Auftritten zufrieden. „Bei unserem Vorbereitungsturnier hat es gepasst, da haben wir uns gut präsentiert“, so der Trainer über die ersten Partien Anfang August gegen ausnahmslos höherklassige Gegner. „Alles in allem waren ein paar gute Testspiele und ein paar weniger gute dabei.“ Was schon im Turnier auffiel, zog sich danach wie ein roter Faden durch die Vorbereitungsspiele: In der Defensive steht das Team gut, doch in der Offensive fehlt oft die Durchschlagskraft und es mangelt an Torgefahr.

Dies liegt auch am Abgang der erfolgreichsten Torschützin der vergangenen Runde, Valentina Miele, die zum SV Alberweiler wechselte. „Man merkt, dass sie fehlt. Sie ist für uns ein großer Verlust und wir müssen sehen, wie wir es kompensieren“, sagt Saile. Ebenfalls verlor der VfL in der Sommerpause seine Torhüterin Eva Turiello (SG Altheim), die von Larissa Handschuh ersetzt wird. Handschuh stand in der vergangenen Saison sporadisch bei der „Zweiten“ im Tor, ist aber Feldspielerin. „Das war für sie eine Umstellung, aber sie stand dahinter, hat gut trainiert und sich gut entwickelt“, so Saile.

Externe Zugänge hat der VfL nicht, aus der „Zweiten“ und von den Verbandsstaffel-Juniorinnen rückten Spielerinnen nach. In der Vorbereitung legten die Trainer ihr Augenmerk auch darauf, die jungen Talente zu integrieren sowie Teamgeist und Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern. Dem diente auch ein dreitägiges Trainingslager bei Balingen.

Sorgen bereitet den VfL-Trainern der Ausfall von Spielerinnen wie Tatjana Moser (Rückenprobleme), die womöglich die gesamte Vorrunde verpassen wird. Weitere Spielerinnen sind angeschlagen und fraglich für das Auftaktspiel gegen Altheim. Angesichts der Abgänge und der verletzungsbedingten Ausfälle ist das Trainerduo beim Saisonziel zurückhaltend. Man will an die starke Rückrunde der vergangenen Saison anknüpfen (22 Punkte aus elf Spielen), doch zunächst geht es um einen guten Start und darum, Punkte zu sammeln, um, so Saile, „nicht von Anfang an hinten drinzustehen“.

SG Altheim

Der Aufsteiger steht vor seinem ersten Landesliga-Jahr – und die Freude darüber und über Derbys gegen Granheim und Munderkingen ist riesig. Vor drei Jahren habe man noch gegen Munderkingen II um Punkte gespielt und Granheims „Zweite“ sei damals eine Liga über Altheim gewesen – nun aber ist man in derselben Liga wie die ersten Mannschaften der beiden Vereine, denen SGA-Trainer Gerhard Kottmann weiter eine „Vormachtstellung“ zuschreibt. „Aber wir haben uns hochgearbeitet und den Abstand deutlich verringert.“ An der bisherigen Position der Nachbarn will der Neuling rütteln, der Selbstbewusstsein ausstrahlt. Mit Blick auf das Saisonziel spricht Trainer Kottmann nicht nur von Nichtabstieg, es darf auch etwas mehr sein. „Wir streben einen gesicherten Mittelfeldplatz an.“

Kottmann sieht sein Team jedoch weiter im Lernprozess. „Spielerisch habe ich keine Bedenken, aber es fehlt an Cleverness und Erfahrung.“ Die meisten Spielerinnen sind jung, Erfahrung bringen wenige mit wie Spielführerin Tanja Kottmann und Tülay Tarakcilar, die vom BSV Ennahofen kam, aber schon höherklassig aktiv war. Mit dem Mittelfeld mit Tanja Kottmann, Tarakcilar und der beim SV Alberweiler ausgebildeten Annika Bollmann muss sich Altheim in der Landesliga nicht verstecken. Dazu kommen Talente im Angriff wie Angela Hospach und Ronja Braun sowie eine gute Verteidigung vor Torhüterin Eva Turiello, die für Munderkingen bereits in Verbands- und Landesliga spielte.

Neben Turiello und Tarakcilar schlossen sich Jana Niemitz und Lena Scherb der SGA an, wobei Scherb noch im Ausland ist und nach ihrer Rückehr womöglich erst im Kreisliga-Team spielen wird, das Altheim und Ennahofen gemeinsam stellen. Abgänge gab es nicht, von den Stammkräften des Aufstiegsteams fällt in Kürze aber Felicia Rimmele wegen eines Auslandsaufenthalts aus.

Die Kooperation mit Ennahofen sorgte dafür, dass im gemeinsamen Training von Landesliga- und Kreisliga-Team stets über 20 Spielerinnen waren. Kottmann: „Das Training war sehr gut, alle haben voll mitgezogen.“ Zudem bestritt der Landesliga-Neuling etliche Testspiele teils gegen höherklassige Teams wie die Verbandsligisten Jungingen und Asch-Sonderbuch und Wendlingen, in der Vorsaison noch in der Verbandsliga. „Einmal unentschieden, einmal verloren und einmal gewonnen“, so Kottmann über die Ausbeute aus diesen Spielen, die ihn zufriedenstellte. Die Spiele lieferten ihm auch Erkenntnisse. „Kleinigkeiten fehlen noch. Gerade im Zweikampf sind wir oft nicht clever und erfahren genug. Und die Chancenverwertung muss besser werden.“

Im letzten Test gegen den Bezirksligisten Öpfingen war es anders, 10:1 siegte der Landesligist. Wichtiger als das Ergebnis war für Kottmann aber, dass sich gleich sieben Spielerinnen in die Torschützenliste eintrugen.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen