Ein Schiedsrichter-Urgestein

 Für seinen jahrzehntelangen Einsatz als Schiedsrichter und die Leitung von 2000 Spielen wurde Siegfried Hummel ausgezeichnet; F
Für seinen jahrzehntelangen Einsatz als Schiedsrichter und die Leitung von 2000 Spielen wurde Siegfried Hummel ausgezeichnet; Fußball-Abteilungsleiter Dominc Brunner (l.) von der SG Griesingen überreichte ein Präsent. (Foto: privat)
Hans Aierstok

Schiedsrichter Siegfried Hummel aus Rißtissen hat kürzlich sein 2000. Fußballspiel geleitet. Hummel ist mit seinen 79 Jahren der Schiedsrichter mit den meisten Einsätzen in der Schiedsrichter-Gruppe Ehingen. Die weitaus meisten Spiele leitete er im Bezirk Donau, weit mehr als 100 jedoch auch im Bezirk Riß.

Als Siegfried Hummel 23 Jahre alt war, hatte ihn der damalige Obmann Hans Braun aus Rißtissen für die Schiedsrichter angeworben. Den Neulingskurs leitete damals Theo Schmitz, Siegfried Hummel bestand die Prüfung als Lehrgangsbester mit der Note „sehr gut“. Am 2. Mai 1965 war der Kurs zu Ende, am 30. Mai 1965 leitete er dann ein Jugendspiel zwischen dem SV Unterstadion und dem SC Lauterach. Nach einem Jahr wurde er schon in Spielen der C-Klasse (heute Kreisliga B) und in Freundschaftsspielen eingesetzt.

1973 stieg Siegfried Hummel als Schiedsrichter in die 2. Amateurliga (heute Landesliga) auf. Bei den Verbandsliga-Schiedsrichtern Günter Hutter, Siegfried Roggenstein und Hermann Glökler hatte er zahlreiche Einsätze als Linienrichter. 1990 hatte er das erste Tausend als Schiedsrichter voll, 2008 waren es bereits 1500. Am 30. August 2018 erhielt Hummel die Ehrenurkunde als dienstältester Schiedsrichter im Württembergischen Fußballverband (WFV). Von 1978 bis 1995 war er außerdem als Beobachter eingesetzt.

Je sechs Wochenlehrgänge besuchte er an der Sportschule Ruit und an der Sportakademie Haus Waltersbühl in Wangen.

Seine Jahrzehnte als Schiedsrichter sind voller denkwürdiger Erlebnisse: So erinnert sich Siegfried Hummel noch, als er einmal nach einem Spiel in Bad Waldsee mit Polizeischutz vom Platz geführt wurde; er hatte während der Partie drei Spieler des Heimvereins mit Rot des Feldes verwiesen. Bei einer anderen Begegnung in Tettnang einige Jahre später zeigte der Kreßbronner Trainer ihm sein Bein mit der Bemerkung: „Diese Schramme habe ich von Dir.“ Hummel selbst war während seiner aktiven Fußballzeit jedoch nie des Feldes verwiesen worden. Da so ein Jubiläum wie 50 Jahre als Unparteiischer nicht ohne Feier verlaufen darf, trafen sich langjährige Schiedsrichter-Kameraden und sonstige Weggefährten im TSV-Sportheim. Viele Erinnerungen wurden dabei ausgetauscht. TSV-Vorsitzender Jörg Spaniel sprach von einem einmaligen Ereignis im Verein. Der bisherige Obmann der Ehinger Schiedsrichtergruppe, Josef Rapp aus Oberdischingen, betonte, dass so eine lange Zeit beweise, dass Hummel Schiedsrichter mit Leib und Seele gewesen sei.

Vor zehn Jahren hatte Siegfried Hummel sich gewünscht, 50 Jahre Schiedsrichter sein zu dürfen. Nun hat er die Hoffnung ausgesprochen, drei weitere Jahre aktiv sein zu können. Diese Aussage nahmen vor allem die Schiedsrichter seines Heimatvereins, die früheren Obmänner Berthold Schlegel und Josef Rapp freudig auf. Glückwünsche sprachen Sportkreisvorsitzender Georg Steinle, Julius Neher und der Bezirks-Schiedsrichter-Obmann Anton Guth aus.

In der Serie „Leute vom Fußball“ hatte die Schwäbische Zeitung Ehingen am 28. November 2020 bereits die zahlreichen Aktivitäten von Siegfried Hummel im sportlichen und auch politischen Bereich gewürdigt.

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