Ein Farbenmeer im Franziskanerkloster

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Maler Wolodimir Rogozinski (links) mit dem VHS-Leiter Peter Dunkl.
Maler Wolodimir Rogozinski (links) mit dem VHS-Leiter Peter Dunkl. (Foto: SZ- Elisabeth Sommer)
Freie Mitarbeiterin

Im Franziskanerkloster können sich Besucher visuell in ein Meer der Farben stürzen. Das wird in der Gemäldeausstellung des Ehingers Wolodimir Rogozinski ermöglicht. Der gebürtige Ukrainer stellt zum zweiten Mal nach 2014 hier aus, und die Vernissage am Mittwochabend erfuhr eine gute Publikumsresonanz. Bis Ende Juli hängen die Werke des 60-Jährigen im ersten Stock des ehemaligen Klosters, das die Volkshochschule beherbergt.

Rogozinskis Teilnahme 2011 an einem Integrationskurs führte damals zum Kontakt mit der Volkshochschule. VHS-Leiter Peter Dunkl sprach die Laudatio und ging auf die Arten der Darstellung und das Leben des Künstlers ein. Der Neu-Ehinger kann einige abgeschlossene Studien in seinem Leben vorweisen, was auch in seiner Kunst sichtbar wird. Rogozinski studierte Architektur, Malerei und Programmieren. Mit Acryl- und Ölfarbe schafft er Farbenmeere, die beim Betrachter vielfältige Erinnerungen auslösen können, zum Beispiel an Blumenwiesen oder auch Hubble-Teleskopaufnahmen von farbigen Explosionen in fernen Galaxien. „Die Gemälde muten wie Glasfenster in Kathedralen an, die von innen heraus strahlen“, verglich wiederum Peter Dunkl, der die Stile Expressionismus und Tachismus mit Rogozinskis Arbeiten verbindet. Der Betrachter sollte sich Zeit lassen, empfiehlt Dunkl. Ein Gemäldequartett trägt zum Beispiel den Namen „Garten bei Nacht“.

Außerdem bringt Rogozinski Digitalkunst in seine Ausstellung ein. Hier verbindet er Architektur mit den Fertigkeiten eines Programmierers. Gezeigt werden verschlungene Kunstfiguren, die am Laptop angeschaut werden können. Und es dürfe auch selbst ausprobiert werden, sagte Dunkl. Titel der Ausstellung ist „Farben und Formen“. Weil zu einer ordentlichen Vernissage auch Musik gehört, war Olga Wilhelm eingeladen.

Sie passe mit ihrem bereits vor rund 100 Jahren erfundenen Instrument, das aber immer noch futuristisch wirkt, speziell zu Rogozinskis Digitalkunst, erklärte der VHS-Leiter. Die in Allmendingen wohnende Klavierlehrerin und Musikpädagogin spielte auf dem Theremin, das vom gleichnamigen russischen Physiker erfunden wurde und mit der Einwirkung des menschlichen Körpers auf ein elektromagnetisches Feld funktioniert. Mit den Händen greift sie sozusagen Töne aus der Luft und lässt ohne Tastenanschläge Harmonien entstehen. Olga Wilhelm spielte zum Beispiel das „Ave Maria“.

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