Manfred Tries (Zweiter v.li.) bei der Preisverleihung mit (v.li.) Landrat Heiner Scheffold, Oberbürgermeister Alexander Baumann,
Manfred Tries (Zweiter v.li.) bei der Preisverleihung mit (v.li.) Landrat Heiner Scheffold, Oberbürgermeister Alexander Baumann, Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Ulm, Dr. Stefan Bill. (Foto: Wolfgang List)
Schwäbische Zeitung

Um die Gründerszene in Baden-Württemberg sichtbar zu machen, verleiht der Sparkassenverband Baden-Württemberg seit 1997 den Gründerpreis an Startups mit überzeugendem Businessplan. Kürzlich nun wurde der mit 25.500 Euro dotierte Preis in der Sparkassenakademie in Stuttgart zum 22. Mal an fünf junge Unternehmen verliehen. Traditionell findet in diesem feierlichen Rahmen auch die Ehrung einer Unternehmerpersönlichkeit statt, in diesem Jahr wurde der Ehinger Manfred Tries für sein Lebenswerk geehrt.

Den ersten Platz erreichte in diesem Jahr die Skinmade GmbH, die in Stuttgart ihren Sitz hat. Die Geschäftsführer Viktor Balzer und Lars Rüther setzen in Sachen personalisierte Hautpflege neue Maßstäbe. Den zweiten Platz belegte die Hellstern medical GmbH aus Wannweil im Kreis Reutlingen. Über den dritten Platz freuten sich Matthias Lange und Jörg Kurzendörfer, Gründer der Localyzer GmbH in Winnenden. Die Marketingspezialisten haben eine Online-Plattform entwickelt, auf der Standorte und Unternehmen für lokale Nutzer ihre Services bewerben können.

Alexander Feldberger, Gründer des Netzwerks Famigo, bietet Kommunen und Unternehmen die Möglichkeit, regionale Familienangebote zielgruppengerecht zu bündeln und zu präsentieren. Sein überzeugender Businessplan wurde von der Jury mit Platz vier belohnt.

Platz fünf belegte das Pforzheimer Startup Living Arts GmbH. Favian Panziera und Lucas Retzer haben sich auf den Verkauf und die Vermietung exklusiver Bonsais samt Zubehör spezialisiert.

Neben den fünf Preisträger-Startups wurde beim Gründerpreis 2019 zum 15. Mal eine verdiente Unternehmerpersönlichkeit für ihr Lebenswerk geehrt. In diesem Jahr erhielt Manfred Tries, Gründer der Tries GmbH & Co. KG in Ehingen die Auszeichnung. Manfred Tries, der in den 50er-Jahren in Esslingen Maschinenbau studierte, war, nach eigenen Worten, „zur rechten Zeit mit dem richtigen Thema am richtigen Ort“.

Begeisterung für Hydraulik

Ein junger Professor weckte seine Begeisterung für die Hydraulik. Die Erdfahrzeuge und Krane, die damals neu auf den Markt kamen, benötigten eine starke Antriebstechnik. Hydrauliktechnik war hier die passende Antwort. Nachdem Manfred Tries als Angestellter einige Jahre hydraulische Antriebselemente für Kunden wie Liebherr und Kässbohrer entwickelt hatte, kam 1965/66 der entscheidende Schritt in die Selbständigkeit – zunächst als Entwickler und schließlich auch als Hersteller.

Heute produziert der Mittelständler in Ehingen rund 25 000 Einzelteile, die unter anderem auch in Raketentransportfahrzeugen, Fahrgasttreppen und Pistenbullys zum Einsatz kommen. „Wahres Unternehmertum hatte schon immer eine ethische und gesellschaftliche Dimension. Das ist in hohem Maße eine Frage der inneren Haltung“, hob Sparkassenpräsident Peter Schneider in seiner Würdigung hervor. „Sie, Herr Tries, haben als Firmengründer von Anfang an dafür Sorge getragen, dass der Erfolg Ihres Unternehmens nicht auf Kosten der Umwelt oder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht. Fairness und Nachhaltigkeit, ein Netzwerk aus engen regionalen wie internationalen Kontakten sowie eine Produktqualität, die das Erwartbare weit übertrifft – das alles vereinen Sie in Ihrem Lebenswerk.“

Engagement für Wissenschaft

Der 84-Jährige überzeugte die Jury auch aufgrund seines Engagements für Wissenschaft und Nachwuchsförderung. Auf seinen Impuls hin wurde 2012 an der Hochschule Ulm das Kompetenzzentrum Hydraulik gegründet. Die Manfred Tries GmbH sorgte gemeinsam mit dreizehn weiteren Unternehmen der Branche für die entsprechende Anschubfinanzierung. Ein Entschluss, der nicht nur die technische Forschung im Land voranbringt, sondern auch dafür sorgt, dass die Unternehmen auch künftig auf hochqualifizierte Bewerberinnen und Bewerber bauen können.

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