Ehinger Galerie eröffnet mit einem Paukenschlag

Anne Linder und Volker Sonntag mit einer Textil-Skulptur von Justyna Koeke.
Anne Linder und Volker Sonntag mit einer Textil-Skulptur von Justyna Koeke. (Foto: kö)
Vob Barbara Körner

Nach einer Zwangspause von vielen Monaten kann die Städtische Galerie im Speth’schen Hof endlich wieder öffnen – und sie tut das mit einem Paukenschlag: Für Bilder aus der umfangreichen Sammlung, die Doris Nöth der Stadt Ehingen überlassen hat, haben Anne Linder und Volker Sonntag rund 70 Werke ausgewählt und sie an ganz besonderen Plätzen in Ehingen fotografiert. „Kunst findet Stadt“ ist der Titel der Ausstellung.

Ausgewählte Bilder

Dabei sind nicht nur die ausgewählten Bilder zu sehen, sondern auch die Umgebung der Fotografien – außer dem Ehepaar Sonntag-Linder waren noch drei Teams mit der Kamera unterwegs. Die Werke sind bei Ausflügen in die Stadt entstanden.

Anne Linder kennt alle der über 1000 Werke im Archiv, bei vielen Radfahrten hat sie zusammen mit ihrem Mann die Örtlichkeiten für das passende Foto ausgewählt. „Manchmal ist uns aber auch ein Platz ins Auge gefallen und wir haben uns gesagt, dazu suchen wir ein Bild aus“, erzählte Anne Linder. Für ein Bild von mehreren unterschiedlichen Flugkörpern kam natürlich nur der Segelfliegerhang bei Schlechtenfeld in Frage. Ein Krake, von der Textilkünstlerin Justyna Koeke geschaffen, musste in die Schmiech. Ihr quietschrosafarbener monumentaler Rosenkranz von Koeke fand seinen Platz bei dem Heiligen Nepomuk im Garten von Stefan Freudenreich. Die große Skulptur mit Antenne fotografierten Anne Linder und Volker Sonntag in der Ehinger Altstadt. Ein biedermeierlich anmutendes Paar, das besonders Kindern immer wieder gefällt, wurde vor der Pfisterburg aufgenommen.

Stimmiger Hintergrund

Wichtig war immer, dass Bilder und der Fotohintergrund irgendwo stimmig sind. Für ein Bild von einem amerikanischen Motel wählten die Fotografen die Donau-Iller Bank als Kulisse. Für vier Holzschnitte von HAP Grieshaber war es ein altes halb verfallenes Lagerhaus. Ein Buchobjekt aus Gips-Farbe und Holz findet sein Pendant an der Mauerecke des Museums.

Eine Collage aus schmalen kleinen Spiegelscherben bringen die Fotografen mit dem Fenster über der Ausländerbehörde im Rathaus in Verbindung. Perfekt passt der Hubschrauberlandeplatz auf dem Krankenhaus als Hintergrund für die „Relaisstationen“ von Wolfgang Dick, die Linien harmonieren wunderbar miteinander. Es kommt auch vor, dass das fotografierte Bild in seiner ausgewählten Umgebung viel aussagekräftiger ist als das ursprüngliche Bild an sich. Eine Vogelmaske von der Elfenbeinküste hat ihr fotografisches Domizil in der Linde beim Jägerhof gefunden.

In die Schmiech gestiegen

Um einem Seerosenbild den richtigen Hintergrund zu geben, ist Volker Sonntag sogar in die Schmiech gestiegen und hat es dort für die Fotografin gehalten. Das Mühlenrad in der Schmiech ist die Kulisse für das Ölbild von der Partnachklamm. Für ein Werk von Walter Stöhrer mit den für ihn typischen Linien sind Volker Sonntag und Anne Linder unter die Bahnunterführung bei der Schmiech von einem privaten Garten aus gegangen. Die drei Schwimmer auf einem Werk waren das Pilotprojekt für die ganze Ausstellung, es war klar, dass die nur im Schwimmbad abgelichtet werden konnten.

Schmuddelecke als Kulisse

Mal diente auch eine Schmuddelecke der Stadt als Kulisse für einen Akt als kontrastreicher Hintergrund. Viel Hintersinnigem begegnet der Betrachter in der Ausstellung. Die Mumie eines Königs vor dem Beerdigungsinstitut abzulichten, hat schon etwas. Richtig Spaß hatten die Fotografen mit den Kühen auf einer Weide in Berg, ein abstraktes Bild ihrer Artgenossen machte sie so neugierig, dass sie brav in einer Reihe am Zaun standen und gar nicht mehr weg wollten, so lange das Bild dort war. Eine Fotografie von Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan, die Kreuze dort wegtragen, am Löwen, dem Denkmal für Opfer der Weltkriege fotografiert, macht beklommen. Eine großartige Ausstellung mit viel Stoff zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln ist den Akteuren gelungen und sie ist in der Städtischen Galerie noch bis zum 11. Juli zu sehen.

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