Ehinger Energie investiert ins Netz

Lesedauer: 4 Min
Die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer und Geschäftsführer Peter Guggemos (vorne) mit der Belegschaft der Ehinger Energie.
Die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer und Geschäftsführer Peter Guggemos (vorne) mit der Belegschaft der Ehinger Energie. (Foto: SZ- götz)
Schwäbische Zeitung
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Die Ehinger Energie wird im laufenden Jahr 2018 rund 500 000 Euro in ihr Netz investieren. Unter anderem wird die Verkabelung des Bereichs Fischersteige, Stadion, Donauhalde bis hin zum Businesspark neu gemacht. Auch die Erschließung des Baugebiets Rosengarten gehört dazu. Das wurde beim Besuch der CDU-Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer am Montagmorgen deutlich.

35 Mitarbeiter, 4,7 Millionen Kilowattstunden aus Wasserkraft pro Jahr, rund 10 000 Kunden, 350 Kilometer Netzlänge und 84 Trafostationen sind die nackten Kennzahlen der Ehinger Energie. Aktuell investiert die Ehinger Energie laut Vertriebschef Dieter Klotz in das Netz. „Nicht, weil es veraltet ist. Wir erschließen beispielsweise den Rosengarten und treffen Vorbereitungen für mögliche E-Tankstelle am Businesspark“, sagt Klotz. Die 500 000 Euro, die das Unternehmen in die Hand nimmt, ist laut Klotz „schon eine größere Summe für uns“, denn: „Im vergangenen Jahr haben wir weniger in das Netz investiert“. Auf rund 10,3 Quadratkilometern ist das Netz des Ehinger Stromanbieters verteilt, 9995 sogenannte Zählpunkte – sprich Anschlüsse an das Netz – werden betreut. Rund 700 private EEG-Anlagen speisen ihren Strom in das Netz der Ehinger Energie ein.

Drei Wasserkraftanlagen

Die 4,7 Millionen Kilowattstunden Strom aus Wasserkraft werden in den Anlagen in Hermaringen an der Brenz, in Hiltensweiler sowie in der Ehinger Heckenmühle erzeugt. Doch aktuell plagen den Ehinger Stromanbieter auch Probleme, wie Geschäftsführer Peter Guggemos beim Besuch der Bundestagsabgeordneten deutlich machte.

„Nicht nur die Energiewende ist nicht einfach für uns, sondern vor allem der überbordende Bürokratismus. Allein beim EEG gibt es 5000 verschiedene Vergütungsstufen, die wir beachten müssen. Die Verträge mit unseren Kunden sind zudem hochkompliziert. Hier würde ich mir von der Politik eine Vereinfachung wünschen“, so Guggemos. Das sieht auch Ronja Kemmer so: „Wir müssen schauen, dass wir bei den Verträgen eine gewisse Standardisierung hinbekommen. Viele Dinge werden immer bürokratischer. Ich weiß das und es ist leider so. Deshalb ist es eindrucksvoll, wie sie das alles mit 35 Mitarbeitern hinbekommen. Größere Anbieter haben eine eigene Abteilung mit Juristen, die sich nur um die Verträge kümmern“, so Ronja Kemmer.

Leitungen von Nord nach Süd

Die Energiewende betrachtet Peter Guggemos indes als „vollen Erfolg“, denn: „Ich bin mir sehr sicher, dass wir es schaffen, bis zum Jahr 2020 40 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Dafür ist aber der Netzausbau wichtig. Wir brauchen die Leitungen aus dem Norden in den Süden. Und wir dürfen auch gespannt sein, was passiert, wenn das Kernkraftwerk Gundremmingen eines Tages vom Netz genommen wird. Fakt ist, dass die Energiewende natürlich der Stromkunde bezahlen muss, deswegen brauchen wir auch einen Grundpreis auf den Strom“, so Guggemos. „Denn nur ein Grundpreis auf dem Strom macht die Sache gerecht.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen