Ehinger Berufsschüler besuchen Hebamme

Lesedauer: 4 Min
Viele Fragen hatten die Schüler an Brunhilde Wohlleb (l.).
Viele Fragen hatten die Schüler an Brunhilde Wohlleb (l.). (Foto: ADK)
Schwäbische Zeitung

15 Schüler der Ehinger Magdalena-Neff-Schule haben Anfang Feburar das Alb-Donau-Klinikum in Ehingen besucht, um sich dort über den Beruf der Hebamme zu informieren.

Die Schüler besuchen derzeit die Berufsfachschule „Gesundheit und Pflege“, mit dem Ziel, nach zwei Jahren den mittleren Bildungsabschluss zu erreichen. Dieser ermöglicht es ihnen, anschließend auch Ausbildungen im sozialen und pflegerischen Bereich zu beginnen.

Bei einer Führung durch den Kreißsaal erfuhren die Schüler von Chefarzt Ulf Göretzlehner und Hebamme Brunhilde Wohlleb, dass im vergangenen Jahr 674 Kinder in Ehingen zur Welt kamen, darunter drei Zwillingsgeburten. Mit Interesse nahmen die Schüler zur Kenntnis, dass damit pro Monat 50 bis 60 Kinder in Ehingen das Licht der Welt erblicken. Die Fragen der jungen Menschen drehten sich um ganz unterschiedliche Aspekte des Berufs der Hebamme.

Sie erfuhren beispielsweise, dass eine angehende Hebamme auch schon während der Ausbildung bei Geburten dabei ist. Bis zu zwölf Stunden und länger dauere eine Geburt beim ersten Kind in der Regel, wobei diese Zeit erst mit Eröffnung des Muttermunds zu zählen beginnt, erklärte Wohlleb. Beim zweiten Kind gehe es meist schneller, hier gehe man im Durchschnitt von sechs bis acht Stunden aus. Aber letztlich sei auch dies individuell, bei manchen Frauen gehe es auch deutlich schneller. Auch nach dem Verhalten der Männer und dem Umgang mit Komplikationen während einer Geburt erkundigten sich die Schüler.

Auch die Geburtsvorbereitung, die Schwangerenvorsorge und die Nachsorge im Wochenbett zählen zu Angeboten von Hebammen. Ob auch männliche Hebammen im Ehinger Kreißsaal arbeiten, wollten die Schüler wissen. Dies sei nicht der Fall und auch bundesweit komme dies nur selten vor, denn nach wie vor sei die Zahl der männlichen Entbindungshelfer deutschlandweit nur einstellig.

Ganz selten komme es in dem Beruf auch zu traurigen Erlebnissen – wenn ein Kind oder die Mutter stirbt und man keine Erklärung dafür hat. Dies und die Schichtbelastung sieht Wohlleb als Herausforderungen in ihrem Beruf. Auch dass die Arbeit im Kreißsaal schlecht planbar ist, weil man nie wissen kann, wie viele Frauen kommen und ob mit Komplikationen gerechnet werden muss, gibt Wohlleb den jungen Menschen mit auf den Weg. Insgesamt sei der Beruf der Hebamme aber ein ganz besonderer.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen