Ehingen veranstaltet zweite Mahnwache für Assange

Lesedauer: 3 Min
Die kleine Mahnwache in der Ehinger Innenstadt.
Die kleine Mahnwache in der Ehinger Innenstadt. (Foto: Lena)
lena

„Journalismus lebt davon, dass Dinge aufgedeckt werden“, so Bernd Dammann aus Ehingen. Dammann ist Mitorganisator der Mahnwachen für Julian Assange in Ehingen. Am Samstagmorgen fand eine solche vor der Marienapotheke statt.

Für Dammann und seine Mithelfer ist der Fall Assange eine „Katastrophe für die Demokratie und die Rechtstaatlichkeit“. Julian Assange ist ein bekannter Whistleblower, der vor allem durch die Gründung der Enthüllungsplattform WikiLeaks bekannt wurde. Er veröffentlichte geheim gehaltene Dokumente der USA zu Kriegen im Irak und in Afghanistan. Dadurch deckte er Kriegsverbrechen sowie schwere Regierungsvergehen auf, die von den Regierungen verharmlost und als Kollateralschäden dargestellt würden. Aus eigenem Interesse verfolgte Dammann den Fall weiter. Ob nun Assange an die USA ausgeliefert wird, in der ihm 175 Jahre Isolationshalft drohen, wird derzeit in London verhandelt.

Ernsthafte Sorgen

Für die Mahnwachenden in Ehingen wäre seine Verurteilung ein großer Schritt in Richtung Ende des freien Journalismus. „Bald traut sich niemand mehr, in der Mainstreampresse seine Meinung zu äußern oder seinen ganz normalen Job im Journalismus zu tätigen. Das hat nichts mit Spionage zu tun“, so Dammann, der sich ernsthafte Sorgen um die Demokratie in Europa macht.

Die Gruppe rund um Dammann gehört zum katholischen Jugendreferat Ehingen-Ulm. Die Mahnwache fand schon das zweite Mal in Ehingen statt, einmal war die Truppe schon in Ulm. Zum Mitmachen ist jeder aufgerufen. „Ob man jetzt hier zehn Minuten steht oder eine Stunde, das ist egal, Hauptsache man setzt ein Zeichen.“

Bei der Mahnwache geht es hauptsächlich darum, dass die Menschen überhaupt was von Julian Assange erfahren, die noch gar nichts über ihn wussten. Außerdem wollen die Aktivisten Aufmerksamkeit bei den Ehinger Bürgern schaffen und Aufklärungsarbeit leisten. Denn das ist eine „wirklich Demokratie-relevante Kiste“, so Dammann. Mit Kerzen und dem #FreeAssange will Dammann und sein Team seinen Teil zur Freilassung Assanges beitragen. Sowie auch durch die Mahnwachen, die in dreiwöchigen Abständen in Ehingen stattfinden und Aufmerksamkeit schaffen und die Ehinger Bürger aufklären sollen.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen