Ehingen-Süd unterliegt dem Meisterschaftskandidaten

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Der SSV Ehingen-Süd (Filip Sapina, am Ball, rechts im Hintergrund Max Vöhringer) verlor sein Heimspiel gegen Essingen.
Der SSV Ehingen-Süd (Filip Sapina, am Ball, rechts im Hintergrund Max Vöhringer) verlor sein Heimspiel gegen Essingen. (Foto: SZ- mas)

SSV Ehingen-Süd – TSV Essingen 1:2 (0:1). SSV: Gralla - Vöhringer, Deiss, Schenk, Kästle - Daur, Sapina, Barwan, Pöschl - Akhabue (68. Sutalo), Telalovic. Tore: 0:1, 0:2 Serdal Kocak (25., 66.), 1:2 Hannes Pöschl (74.). SR: Kapell (Gundelsheim). Z.: 200.

Der SSV Ehingen-Süd hat am dritten Spieltag der Fußball-Verbandsliga seine ersten Punkte eingebüßt. Die Kirchbierlinger unterlagen zu Hause dem TSV Essingen mit 1:2 (0:1). Trotz des Fehlens einiger Spieler verkaufte sich Süd gegen den Meisterschaftsfavoriten teuer, brachte sich durch Fehler in der Hintermannschaft ins Hintertreffen. Die Heimelf hatte aber zweimal auch Glück, dass bei zwei elfmeterreifen Szenen der Pfiff ausblieb.

Co-Trainer Michael Turkalj war nicht unzufrieden mit seiner Mannschaft, die engagierter und konzentrierter als wenige Tage davor im Pokalspiel gegen Albstadt zu Werke ging. „Für uns war wichtig, dass wir kompakt und sicher stehen“, sagte Turkalj. Dies bekamen die Essinger zu spüren, die zwar von Beginn an den Gegner unter Druck setzten und intensiv in die Zweikämpfe gingen. Doch Süd ließ sich weder beeindrucken noch überlisten. Bei der einzigen torgefährlichen Aktion der Gäste in der Anfangsphase war SSV-Schlussmann Benjamin Gralla gegen Maximilian Eiselt zur Stelle (12.). Die besseren Gelegenheiten in den ersten 20 Minuten hatte Süd: Erst brachte Semir Telalovic im Strafraum den Ball nach einem Freistoß von Timo Barwan nicht unter Kontrolle (19.), dann nahm Telalovic eine Flanke von Max Vöhringer volley, aber Torwart Philipp Pless verhinderte die mögliche Führung für die Heimelf (20.). „Da hatten wir ein bisschen Glück“, so TSV Trainer Erdal Kalin.

Riskanter Pass und Ballverlust – 0:1

Fünf Minuten später waren Glück und Entschlossenheit auf Seiten der Gäste. Essingen zwang die Verteidiger von Süd erst zu einem riskanten Pass und dann zum Ballverlust – Serdal Kocak nutzte die Fehler zum 1:0 (25.). Bitter für den SSV, der offensiv gerade gut in Tritt gekommen war. Die Gäste setzten alles daran, die Führung rasch auszubauen: Kocak mit einem Schuss übers Tor (27.) und Christian Essig, dessen Versuch Gralla zur Ecke lenkte (28.), hatten die nächsten Chancen. Nur eine Minute später wurde ein Essinger im Strafraum zu Fall gebracht – für Schiedsrichter Danny Kapell war der Tatort knapp außerhalb des Sechzehners und somit gab es Freistoß. Die Gäste reklamierten vergeblich und hätten dann fast den Freistoß zum 2:0 verwertet, doch Essig fand erneut in Keeper Gralla seinen Meister (30.). Die Heimelf fing sich wieder, kam zu Chancen, auch wenn sie nicht zwingend waren. Eine große Möglichkeit für Essingen zum 2:0 hatte kurz vor der Halbzeit Stani Bergheim, der das Tor knapp verfehlte.

Bergheim vergab auch die erste dicke Chance nach der Pause (51.). Essingen drängte auf das zweite Tor, doch entweder kam der letzte Pass nicht an oder der Ball landete nach Schüssen in den Armen Grallas. Die Drangphase begann sich gerade abzuschwächen, als Süds Hintermannschaft den Ball leichtfertig verlor und erneut Kocak mit präzismn Schuss Gralla überwand – 0:2 (66.). Sechs Minuten später scheiterte Kocak am starken Gralla, den Nachschuss von Bergheim kratzte Jan Deiss mit Hand und Kopf von der Linie. Die Essinger reklamierten, wollten wie schon bei der strittigen Szene in der ersten Halbzeit einen Strafstoß – beide Male zweifelsfrei nach Meinung von TSV-Trainer Kalin („Das waren zwei klare Elfmeter, die wir hätten kriegen müssen“) und nicht abwegig für Süds Co-Trainer Turkalj. „Aus meiner Sicht hätte man sie pfeifen können.“

Pöschl: Erst Pfosten, dann Tor

Die Proteste raubten den Gäste offenbar kurzzeitig die Konzentration, denn kurz nach dem verweigerten Handelfmeter traf Hannes Pöschl den Innenpfosten (72.). Zwei Minuten später lag der Ball im Essinger Tor: Nach einem Ballverlust schaltete Süd schnell um, Pöschl kam erneut frei vor Pless zum Schuss und erzielte den Anschlusstreffer (74.). Die Kirchbierlinger schöpften Hoffnung, drängten auf den Ausgleich, doch die Heimelf kam zu einer Reihe von Freistößen und Eckbällen, aber nicht mehr zu einer richtigen Chance. Essingens Abwehr um die Innenverteidiger Josè Gurrionero und Christian Essig, der für den in der Halbzeit verletzt ausgewechselten Simon Köpf in die hintere Reihe gerückt war, behielt die Lufthoheit.

Die routinierten Gäste mussten dennoch bis zum Abpfiff um den Sieg bangen – auch weil Kocak in der 85. Minute die letzte Chance der Gäste ausgelassen hatte (Fußabwehr Gralla). „Aufgrund unserer Chancen in der zweiten Halbzeit war es unnötig, dass wir in der Schlussphase zittern mussten“, sagte TSV-Trainer Kalin. „Wir haben es uns selbst schwer gemacht.“ Süds Co-Trainer Turkalj hob den Einsatz seiner Mannschaft hervor. „Nur sind wir nicht belohnt worden.“

SSV Ehingen-Süd – TSV Essingen 1:2 (0:1). SSV: Gralla - Vöhringer, Deiss, Schenk, Kästle - Daur, Sapina, Barwan, Pöschl - Akhabue (68. Sutalo), Telalovic. Tore: 0:1, 0:2 Serdal Kocak (25., 66.), 1:2 Hannes Pöschl (74.). SR: Kapell (Gundelsheim). Z.: 200.

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