Ehingen-Süd hat nach Wochen wieder Grund zum Jubeln

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 Endlich wieder jubeln: Timo Barwan (Nummer 17) ebnete mit seinem pfiffigen Führungstor den Weg zum ersten Süd-Sieg seit sechs W
Endlich wieder jubeln: Timo Barwan (Nummer 17) ebnete mit seinem pfiffigen Führungstor den Weg zum ersten Süd-Sieg seit sechs Wochen. (Foto: SZ- aw)
Schwäbische Zeitung

Die Erleichterung war groß beim SSV Ehingen-Süd nach dem hart erkämpften 2:0 gegen die TSG Tübingen. Sechs Wochen hatten die Kirchbierlinger in der Fußball-Verbandsliga nicht mehr gewonnen – zwar in dieser Zeit nur ein Spiel verloren, aber Unentschieden bringen einen nicht wirklich weiter. Weil die Liga, abgesehen vom enteilten Spitzenreiter Backnang, sehr ausgeglichen ist, hielt sich Süd bis zum ersten November-Wochenende auf Rang zwei, ehe es eine Stufe nach unten ging. Nun ist der SSV wieder hochgerückt, weil der Kurzzeit-Tabellenzweite Normannia Gmünd in Backnang unterlag. Doch der Rang interessiert Trainer Michael Bochtler, so zumindest hatte er es nach der Niederlage eine Woche zuvor formuliert, derzeit nur am Rande.

Für Bochtler wichtig ist, dass seine Mannschaft ihre Schwächephase hinter sich lässt – der Anfang ist gemacht. Anders als in Hofherrnweiler, als Süd meist nur reagierte und nicht agierte, dominierte das Team gegen zuvor viermal in Folge siegreiche Tübinger eine Halbzeit lang und hatte weit mehr und die klareren Chancen. Dass der SSV hochkarätige Gelegenheiten teils fahrlässig ausließ oder bei einem Pfostentreffer von Timo Barwan und einem Schuss an die Latte von Philipp Schleker einfach Pech hatte, war angesichts des Erfolgs am Ende zu verschmerzen.

Trainer Bochtler hatte sein Team verändert. Außenverteidiger Marvin Schmid, der nach starken Leistungen zuletzt nicht mehr so spritzig war. Timo Kästle rückte in die Startelf und überzeugte. „Er hat ein sehr gutes Spiel und viel Druck gemacht“, sagte Bochtler. Noch eine Veränderung nahm der Trainer in der Vierer-Abwehrkette vor, aber nicht aus freien Stücken. Weil Stefan Hess gesperrt und Fabian Sameisla privat verhindert war – und Jan Deiss nach wie vor wegen seiner Verletzung ausfällt – war die Zahl der verfügbaren Innenverteidiger überschaubar. Bochtler entschied sich dafür, Mittelfeldspieler Kevin Ruiz in die Deckungszentrale zurückzuziehen und an die Seite von Jan-Luca Daur zu stellen – eine Maßnahme, die er vor der Saison getestet hatte. Der Plan ging auf, Süd ließ gegen Tübingen nur wenige Chancen zu. Dank guten Stellungsspiels und guter Technik überzeugte Ruiz auch auf dieser Position und erhielt ein dickes Lob seines Trainers – wenngleich mit einer kleinen Einschränkung: „Ein bisschen mehr defensives Denken hätte ich mir von ihm gewünscht“, so Bochtler. Ruiz war immer wieder ins Mittelfeld vorgerückt, um sich ins Angriffsspiel einzuschalten. Was ihm auch gelang. Bochtler: „Er hat gute Bälle gespielt.“

Dies gilt auch für Timo Barwan, der schon oft und auch gegen Tübingen einer der entscheidenden Spieler des SSV Ehingen-Süd war. Nichts Neues ist auch, dass der offensive Mittelfeldspieler Barwan ein Mann ist für die besonderen Tore. Freistöße und Ecken hat er schon verwandelt, nun gelang ihm ein Schuss fast von der Mittellinie ins Tor – das verwaist war, nachdem TSG-Keeper Lukas Weber einen Angriff von Süd vor seinem Strafraum geklärt hatte. Barwans Streich war das 1:0 und die Erlösung für Süd nach 200 Minuten ohne Treffer.

Tübingens Trainer Michael Frick nahm das Tor und die sich in diesem Moment anbahnende Niederlage enttäuscht zur Kenntnis. Gern hätte die TSG ihre Serie nach vier Siegen verlängert, aber letztlich anerkannte Frick: „Unterm Strich haben wir verdient verloren.“ Als Rückschlag wertete Frick das 0:2 für die schwach in die Saison gestarteten und nach wie vor abstiegsgefährdeten Tübinger nur bedingt. „Nach Punkten ist es vielleicht ein Rückschlag, aber wir haben hier auch gegen eine gute Mannschaft gespielt“, so der TSG-Coach, der auch daran erinnerte, wo sein Team noch vor Kurzem stand. „Vor fünf Wochen hatten wir erst fünf Punkte, deshalb durfte man auch nach vier Siegen nicht davon ausgehen, dass wir durchmarschieren.“

Mit 17 Punkten ist die Lage bei der TSG Tübingen besser als beim FC Wangen, dem nächsten Gegner des SSV Ehingen-Süd. Die Allgäuer bilden mit Fellbach und Heimerdingen (alle 13 Punkte) das Trio am Tabellenende. Am Wochenende setzte es für Wangen beim 0:3 in Hollenbach die dritte Niederlage in Serie. Bis zur 51. Minute hielt die Mannschaft von Trainer Adrian Philipp ein 0:0, dann erzielte der FSV Hollenbach seine drei Treffer. „Wir haben viel investiert, aber am Ende kommt wieder zu wenig raus“, sagte Philipp, der mit der Leistung seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten sehr zufrieden war. „Der erste Durchgang war mit das Beste, was wir in dieser Saison bislang gezeigt haben.“ Schlussendlich sei der Hollenbacher Sieg „schon in Ordnung“, so der FCW-Coach, der aber an die vergebene Großchance von Thomas Maas und einen von ihm geforderten Strafstoß vor der Pause erinnerte. „Das Spiel hätte aber auch einen anderen Verlauf nehmen können.“

In der Landesliga lief der FV Olympia Laupheim lange seinem Glück hinterher – mehr als zwei Monate, seit 31. August, hatte der Verbandsliga-Absteiger nicht mehr gewonnen und war in die Abstiegszone gerutscht. Am Sonntag, beim 4:2-Sieg bei Balingen II, stimmte das Ergebnis für Laupheim wieder einmal. „Das war eine sehr gute Leistung. Die Mannschaft hat kompromisslos gegen den Ball gearbeitet und ist endlich für ihren Aufwand belohnte worden“, sagte Hubertus Fundel. Auch die Torflaute endete, nach davor nur 15 Treffern in 13 Spielen setzten die Laupheimer den Ball gleich viermal ins gegnerische Netz. Unter den Torschützen war auch der Ex-Ehinger Narciso Filho, der das zwischenzeitliche 4:1 erzielte. Zudem trafen Jan Neuwirth (zweimal) und Jonas Dress.

Doppelt so viele Tore wie Laupheim hat in dieser Saison bisher der FV Biberach erzielt. Nach dem 7:0 gegen Aufsteiger Weingarten kommt der FVB auf 38 Treffer in 14 Partien. „In der Offensive macht uns derzeit keiner was vor“, sagt Spielertrainer Florian Treske, obwohl der frühere Stürmer der Offenbacher Kickers dazu bisher wenig beigetragen hat – kein Wunder, hat sich Treske selbst in die Abwehr zurückgezogen. Für die Tore sorgen andere – allen voran Andreas Wonschick, der gegen Weingarten fünfmal traf und auf 13 Saisontreffer kommt (nur Mengens Alexander Klotz hat mehr), und der Ex-Buchauer Jonathan Hummler (11).

Sieben Treffer fielen am Wochenende nicht nur in Biberach, sondern auch in Ostrach – wobei beim 6:1-Sieg im Wesentlichen der FC Albstadt für die torreiche Begegnung sorgte. Der FC Ostrach war gegen den Spitzenreiter überfordert. „Das war heute Männerfußball gegen eine zu grüne Juniorentruppe“, bilanzierte Christian Luib. Auch der zweite Mann des FCO-Trainerduos, Timo Reutter, war bedient. „Da brauche ich einige Tage, um das zu verdauen.“ (aw)

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