DRK erklärt: So verhalten Sie sich im Notfall richtig

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Schwäbische Zeitung

Zur monatlichen Veranstaltung des Seniorenverbands öffentlicher Dienst war das DRK-Zentrum in Ehingen in der Mühlstrasse 10 als Treffpunkt angesagt. Das Thema war laut Programm die erste Hilfe und hier speziell die Frage, wie gehe ich mit einem Defibrillator um.

Manfred Wenk und Andreas Gumper vom DRK hatten einen interessanten und praxisbezogenen Vortrag vorbereitet. Wenk, der beim DRK als Notfallsanitäter tätig ist, ging zunächst auf die Dinge ein, die als erstes bei einem Notfall zu beachten sind. Als wichtigste Rufnummer gilt die einheitliche EU-weite Notrufnummer 112.

Notruf in der EU überall kostenlos

Diese europäische Notrufnummer 112 kann von jedem Festnetz- und Mobiltelefon überall in der EU kostenlos angerufen werden und man gelangt damit rund um die Uhr unmittelbar zu den Notrufdiensten wie Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr.

Senioren sitzen im Stuhlkreis um einen Sanitäter, der vor einer Puppe kniet
An einer Puppe wurde im Ehinger DRK-Heim der Notfall simuliert. (Foto: verband)

Er erläuterte, dass technisch gewährleistet ist, dass die Leitstelle beim Anruf von einer Festnetznummer oder Handy-Nummer den Ort des Anrufes feststellen kann, beim Handy allerdings abhängig von der Verfügbarkeit des Netzes.

Von dieser Leitstelle werden beim Anruf unter anderem die Symptome der Erkrankung wie Übelkeit, Druck auf der Brust, Kurzatmigkeit, Atembeschwerden oder rasender Puls erfragt und erste wichtige Anweisungen per Telefon gegeben, die bis zur Telefonreanimation reichen können.

Nicht vor Notruf zurückschrecken

Auch sollte man generell nicht vor der Anwahl von 112 zurückschrecken, besser einmal zu viel als einmal zu wenig. Als weitere wichtige Nummer sollte man sich die Nummer 116117 merken. Hiermit wird der Notfalldienst beziehungsweise die Notfallpraxis erreicht. Dies ist in den Fällen sinnvoll, wenn der Patient den Eindruck hat, mit einer Erkrankung, die nicht lebensbedrohlich ist, nicht bis zum nächsten Tag auf eine ärztliche Behandlung warten zu können.

Wenk ging dann auf die Möglichkeiten der ersten Hilfe, wie Herzdruckmassage oder Atemspende, ein. Dies sei zwar körperlich anstrengend und könnte Rippen brechen, aber es sei immer besser, etwas zu tun, als tatenlos zuzusehen.

Des weiteren ging Wenk auf den Faktor Zeit ein. Hier sei es ganz wichtig, dass schnell reagiert wird, da sich bei einem Hirninfarkt nach wenigen Stunden möglicherweise irreparable Schädigungen ergeben können.

So funktioniert ein Defibrillator

Zusammen mit Andreas Gumper, der beim DRK Ehingen für die Ausbildung zuständig ist, wurde nun an einer Puppe eine erweiterte Reanimation gemacht, bei der auch der Defibrillator eingesetzt wurde. Dieser Defibrillator wurde anschließend vorgestellt.

Er kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammer- oder Vorhofflimmern beenden und ist technisch so aufgebaut, dass nach Betätigen des Einschaltknopfes dem Hilfeleistenden per Sprache mit einfachen Anweisungen mitgeteilt wird, was als nächstes zu tun ist. Durch die Elektroden, die an den Brustkorb geklebt werden, erkennt das Gerät den Status des Patienten und entscheidet auf Grund einer Vielzahl von gespeicherten Mustern, ob ein Stromstoß sinnvoll oder überhaupt erforderlich ist, was dann zu tun ist und wann mit einer Herzdruckmassage gegebenenfalls weitergemacht werden soll.

Anschließend beantworteten Wenk und Gumper viele Fragen der Teilnehmer, die sich auch selbst mit dem Gerät befassen oder bei der Puppe mit einer Herzdruckmassage versuchen konnten.

Inge Schramm bedankte sich bei beiden Herren und beim DRK für diesen sehr informativen und für viele Teilnehmer möglicherweise lebensrettenden Vortrag.

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