Diesem Feuerwehr-Oldtimer hat schon die Bundeskanzlerin „Alles Gute“ gewünscht

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Der Ehinger Oldtimer aus dem Jahr 1935.
Der Ehinger Oldtimer aus dem Jahr 1935. (Foto: feurrwehr)
Schwäbische Zeitung

Der 84-jähriger Oldtimer der Freiwilligen Feuerwehr Ehingen ist beim sechsten Landesfeuerwehr-Oldtimertreffen in Winnenden zur Schau gestanden. Am frühen Samstagnachmittag begibt sich die betagte Entourage auf „Werbefahrt“ durch Winnenden und seine Vororte. Doch nicht alle Oldtimer fahren im Corso mit. Rolf Rothmund, Ehrenkommandant der Feuerwehr Ehingen und sein Kamerad Norbert Ruoß gönnen ihrer Magirus-Kraftfahrspritze KS-15 TS bei den hochsommerlichen Temperaturen eine Pause in der schattigen Winnender Marktstraße. Immerhin stammt die betagte Dame aus dem Jahr 1935. „Sie war nie auf polizeigrün umlackiert“, berichtet Rothmund über den Reichserlass von 1937.

Im Jahr 1980 wurde das Schätzchen grundrestauriert – für die Hochzeit eines Kameraden. Ein Sponsor aus dem Ort unterstützte die technisch aufwändige Aktion. Während des Zweiten Weltkriegs war die KS-15 TS zeitweise in Ulm und in Urach im Einsatz. In weitaus friedlicheren Zeiten, bis zum Jahr 1965, verrichtete sie in Ehingen ihren Dienst. Rolf Rothmund, der 1957 zur Ehinger Feuerwehr kam, kann sich noch an Einsätze mit der Kraftspritze erinnern. Erst 11 732 Kilometer hat der Motor auf dem betagten Buckel – Stand heute. Alles sei noch Original, erzählt Norbert Ruoß: „Nur die Reifen wurden vor etwa zehn Jahren getauscht.“

Und ein Stück Blech auf dem rechten, hinteren Radkasten, schiebt er geständig nach. Rund 2000 Euro hätten die Reifen gekostet. Die stammen aus Polen. Ersatzteile seien überhaupt das Problem, erzählen die beiden: „Vieles bekommt man noch in Südamerika.“ Manches müsse einfach in mühevoller Handarbeit hergestellt werden.

Die Fahrzeugpumpe sei auch heute „immer noch voll funktionsfähig“, berichten Rothmund und Ruoß stolz. Die heckseitig eingeschobene Tragkraftspritze ist ein Jahr jünger als das Fahrzeug. Sie stammt aus dem Jahr 1936, fördert bei 2800 Umdrehungen und einer maximalen Förderhöhe von siebeneinhalb Metern 800 Liter pro Minute.

Rothmund zückt eines seiner „Gästebücher“, wie er die mitgeführten Fotoalben nennt. 2010, beim Deutschen Feuerwehrtag in Leipzig, hat die Bundeskanzlerin unterschrieben. Die gibt normalerweise keine Autogramme, aber der Kraftspritze wünscht sie „Alles Gute! – Angela Merkel“. Auch Rennfahrer Jochen Maaß hat den roten Boliden schon bestaunt. Lothar Späth und Helmut Kohl reihen sich neben anderen im Album ein.

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