„Der Messias“ von Händel krönt die Kirchenmusiktage

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Das Oratorium kam beim Publikum bestens an.
Das Oratorium kam beim Publikum bestens an. (Foto: ef)
Schwäbische Zeitung
Kurt Efinger

Mit einer in jeder Hinsicht hervorragenden Wiedergabe von Händels Oratorium „Der Messias“ hat Kirchenmusikdirektor Volker Linz am Sonntag in St. Blasius die ökumenischen Kirchenmusiktage Ehingen 2014 gekrönt. Vier ausgezeichnete Solisten, ein stimmlich bestens geschulter Kirchenchor und ein auf historischen Instrumenten musizierendes Orchester machten die Aufführung für rund 400 Zuhörer zu einem einmaligen Hörerlebnis.

Der Kirchenchor von St. Blasius, der seine Qualität schon bei etlichen oratorischen Aufführungen unter Beweis stellte, steigerte sich zu einer unglaublichen Klangfülle. Bewunderung erregte schon die Fähigkeit der Sänger,, im ziemlich kalten Kirchenraum Spannung und Ausdruck zweieinhalb Stunden durchzuhalten. Volle Konzentration war dabei vom musikalischen Leiter gefordert. Mit dynamischer Energie führte Volker Linz in jeder Phase souverän und setzte die Impulse mit der nötigen Präzision. Chor und Orchester konnten sich auf ihn ebenso verlassen wie die vier Solisten Maria Bernius (Sopran) aus Würzburg, Cornelia Lanz (Alt) und Christian Wilms (Tenor) aus Stuttgart sowie Thomas Gropper (Bass) aus München.

Mit dem Barockorchester „L’arpa festante“ aus München hatte sich Volker Linz ein Instrumentalensemble engagiert, das wie kein anderes in der Lage ist, Händels schlichte Instrumentalpartitur authentisch und effektvoll zum Klingen zu bringen. Den Generalbass des Cembalos ergänzt dabei eine als Chitarrone bezeichnete Basslaute mit langem Hals.

Als Blechblasinstrument kommt die Barocktrompete zum Einsatz. Dies ist eine - das virtuose Clarinspiel in hoher Lage voraussetzende - Trompete ohne Ventile. Nach dem „Halleluja“ am Ende des zweiten Teils erfüllte sie im dritten Teil vor allem bei der Bass-Arie „Die Tromba erschallt“ den Raum mit wahrhaft berauschendem Klang. Der Name des Orchesters bezieht sich auf ein gleichnamiges und zur Eröffnung des Münchner Opernhauses 1653 aufgeführtes dramatisches Werk von Giovanni Battista Maccioni.

Schon im ersten und auf die Ankündigung des Messias bezogenen Teil zeigte sich der Chor in Bestform, steigerte sich im zweiten Teil beim Satz „Er baute auf Gott“ und ließ das „Halleluja" prachtvoll erschallen. Größtenteils stehend applaudierte das beeindruckte Publikum nach den mitreißenden Schlussfugen im Bewusstsein, eine fantastische Darbietung erlebt zu haben.

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