Der Literarische Salon startet

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 Geschichten rund um Familie und Zusammenleben stehen im Mittelpunkt des aktuellen „Literarischen Salons“.
Geschichten rund um Familie und Zusammenleben stehen im Mittelpunkt des aktuellen „Literarischen Salons“. (Foto: Stadt Ehingen)
Schwäbische Zeitung

Wer Lust hat, über aktuelle Romane zu reden, in Geschichten einzutauchen, Worten nachzuspüren und sich über Inhalte auszutauschen, für den könnte der Literarische Salon das Richtige sein. „Stellen Sie sich auf regelmäßige, gesellige und gemütliche Treffen einer bunten Schar an Literatur interessierten Menschen ein, die großen Spaß am Diskutieren haben und neue Teilnehmer gerne willkommen heißen“, rät Büchereileiterin Birgit Heuschkel.

Das neue Programm des Literarischen Salons 2020 startet im Februar und trägt die Überschrift: „Familienbande und Heimatorte“. 14 Bücher, die von der Jury des Deutschen Buchpreises ausgezeichnet wurden, stehen im Mittelpunkt.

Was hält Familien zusammen? Welches Band verknüpft die Familienmitglieder miteinander und was geschieht, wenn dieses Band reißt? Familien bestehen längst nicht mehr nur aus Vater-Mutter-Kinder. Welche Rolle spielen die Orte, die Heimat bedeuten und was geschieht, wenn diese Orte verlorengehen? Zwei große Themen, die eng miteinander verknüpft sind, spiegeln sich in den aktuellen Romanen der Zeit und sollen beim Literarischen Salon im Fokus stehen. Die einzelnen Termine stehen bereits fest. So wird das Buch „Herkunft“ von Sasa Stanisic am Mittwoch, 19. Februar, um 19.30 Uhr den Auftakt machen. Der Autor wurde 1978 im ehemaligen Jugoslawien geboren. Er erzählt von seiner Kindheit, seiner Familie, seiner Flucht nach Deutschland im Jahr 1992. Sasa Stanisic wurde für diesen Roman mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Thematisiert wird auch das Buch „Winterbienen“ von Norbert Scheuer. Ein ehemaliger Lehrer und leidenschaftlicher Bienenzüchter hält in seinem Tagebuch die Schrecken der letzten anderthalb Kriegsjahre 1944 und 1945 fest, als der zweite Weltkrieg in all seiner Brutalität auch die ländliche Bevölkerung der Eifel erreicht.

Für Mittwoch, 25. März, um 19.30 Uhr steht ein AegisLiteraturTalk in der Stadtbücherei Ehingen auf dem Programm. Das neue Format setzt bewusst auf Buchempfehlungen und Literaturgespräche abseits des Mainstreams. Hier stellen Theatermacher mit der Theaterei Herrlingen, Verleger und Buchhändler im musikalisch begleitenden Rahmen unwiderstehliche Literatur vor.

„Nicht wie ihr“ von Tonio Schachinger steht Mittwoch, 29. April, um 19.30 Uhr auf der Agenda. Und darum geht’s: Ivo ist ein besonders talentierter Fußballstar, zu dem noch extrem gut aussehend, unglaublich reich, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die ganze Welt dreht sich nur um ihn. Plötzlich taucht seine Jugendliebe Mirna auf und seine heile Welt bricht zusammen. Auch „Das flüssige Land“ von Raphaela Edelbauer wird besprochen. Ruths Eltern wollten in Groß-Einland, ihrem Heimatort, beerdigt werden. Doch Ruth steht vor einem scheinbar unlösbaren Problem, denn Groß-Einland ist auf keiner Karte und in keinem Verzeichnis aufgeführt. Als sie es schließlich findet, windet es sich auf kafkaeske Weise aus dem bewussten Zugriff.

Für Mittwoch, 27. Mai, um 19.30 Uhr steht „Kintsugi“ von Miku Sophie Kühmel auf dem Plan. Max und Reik sind seit 20 Jahren ein Paar, glücklich und von allen beneidet. Sie verbringen ein Wochenende am See mit ihrem besten Freund Tonio und dessen 20-jähriger Tochter Pega. Doch diese Konstellation bringt ihr ganzes Leben ins Wanken. Ebenfalls wird „Brüder“ von Jackie Thomae thematisiert. Mick und Gabriel, 1970 geboren, haben von ihrem Vater nur die schwarze Hautfarbe geerbt. Mick treibt sorg- und gedankenlos durchs Leben, bis er alles verliert: Geld, Freunde, Liebe. Der erfolgreiche Familienvater Gabriel verliert ein einziges Mal die Kontrolle und fällt tief.

„Miroloi“ von Karen Köhler ist Teil des Literarischen Salons am Mittwoch, 24. Juni, um 19.30 Uhr. Eine junge Frau wächst als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft auf - Frauen sollen hier Brot backen und Kinder erziehen, aber keinesfalls lesen und schreiben. Die Frau stellt sich als Außenseiterin gegen die Regeln und will doch auch zur Gemeinschaft dazugehören.

Mit besprochen wird an diesem Abend auch „Cherubino“ von Andrea Grill. Iris Schäfer hat gute Engagements als Mezzosopranistin, als sie schwanger wird. Zwei Männer kommen als Vater ihres Kindes infrage. Den einen vergöttert sie, von dem anderen wird sie vergöttert. Iris versucht als selbstbestimmte Frau, die verschiedenen Aspekte ihres Lebens unter einen Hut zu bringen.

Den Abschluss bilden am Mittwoch, 29. Juli, um 19.30 Uhr dann „Der Sommer meiner Mutter“ von Ulrich Woelk und „Der große Garten“ von Lola Randl, in dem die Autorin einen ironischen, autobiografisch geprägten Bericht über ihre Erfahrungen mit dem Leben auf dem Lande gibt.

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