Das sind die Sorgen und Wünsche am Wenzelstein

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Barbara Körner

Der Wenzelstein ist Ehingens buntester Stadtteil, sowohl von der Bebauung mit Einfamilienhäusern, Doppelhäusern und mehrstöckigen Wohnanlagen wie auch von der Bevölkerung. Alteingesessene Bürger, junge Familien, Menschen mit Migrationshintergrund gehören zum Quartier.

„Reden wir miteinander“, ist eine Aktion, die seit einigen Monaten läuft und frischen Wind bringen soll, wird doch das Wohngebiet von außen oft als problematisch angesehen. Von den Bewohnern selbst weniger, hat eine breitgefächerte Umfrage ergeben.

Erste Zwischenbilanz

600 Fragebögen sind verteilt worden. Nach den ersten ausgewerteten 100 eingegangenen Fragebögen haben die Lokale Agenda mit Ursula von Helldorff, die Caritas mit Manuela Puseljic und Wolfgang Mesner, Supervisor für Veränderungsprozesse in Wirtschaft und Politik aus Tübingen Zwischenbilanz gezogen und die Ergebnisse im Gemeindezentrum einem breiten Publikum vorgestellt. Neben den Bewohnern selbst, waren Vertreter der Kirchen, der Schulen, des Gemeinderates und Bürgermeister Sebastian Wolf von der Stadt gekommen.

Die Frageaktion soll noch bis zum Sommer fortgesetzt werden. Junge Menschen vom Wenzelstein waren unterwegs und haben ihre Mitbürger gefragt, wie lange und wie die Menschen am Wenzelstein wohnen, allein, zu zweit oder mit einer ganzen Familie, wie sie mit der Wohnsituation zufrieden sind, wie die Lebensqualität eingeschätzt wird, wie die Kontakte zum Nachbarn sind, ob es Veränderungen im Wohngebiet braucht.

So sieht die erste Auswertung aus:

Der größere Teil der Befragten wohnt seit vielen Jahren Jahren im Quartier, zehn Prozent allein, 21 mit drei Personen, 24 mit vier Personen, 15 mit fünf und mehr Personen zusammen. 87 Prozent sind mit der Wohnsituation zufrieden, von 33 Bewohnern aus den 100 Umfragen wird sie als sehr gut, von 29 als gut bezeichnet, nur zwei fanden sie mangelhaft. 32 Befragte fanden die Lebensqualität sehr gut, 21 gut, sechs ausreichend und fünf mangelhaft. Weg vom Wenzelstein wollten nur 23 Bewohner. Die Gründe dafür sind der Bezug eines eigenen Hauses, die zu klein gewordene Wohnung, der Wechsel der Arbeitsstelle, das Studium. Kontakt zu ihren Nachbarn hatten 68 der 100 Befragten.

Vielfältig ist die Liste der Wünsche im Quartier: Angebote für junge Familien mit Kind, Tempolimit in der Allensteiner Straße, Parkplätze, neue interessante Spielplätze, Erneuerung der vorhandenen Spielplätze, weil es dort oft Hundehaufen und Glasscherben gibt, Hilfe für Ältere, Erneuerung des Beton-Fußballplatzes in der Breslauer Straße mit Rasen. Zugang zu den Schulsportplätzen wurde nachgefragt. Sowohl Max Weber von der Längenfeldschule wie Alexander Bochtler von der Realschule erklärten, die Schulsportplätze würden außerhalb der Schulzeit von den Vereinen genützt.

Jung und Alt mit Sozialarbeit zusammen zu bringen stand auf der Wunschliste. Manuela Puseljic sagte, dass es extrem engagierte Jugendliche gäbe, die aus der Caritasaktion „mach mit am Wenzelstein“ gekommen sind. Mehr Angebote für Jugendliche wurden gefordert, Stadt, Kirchen und Caritas müssten mehr tun.

Zahnarzt und Metzger

Nach Veränderung befragt hat die Umfrage den Wunsch nach Ärzten und Zahnärzten, einem Metzger, einem Friedhof, einem Park mit Café, Restaurants und Ausgehmöglichkeiten sowie einem zweiten Einkaufzentrum ergeben. Neu sind bereits Info-Stelen eine Am Kindergarten eine am Spielplatz beim Hochhaus Allensteiner Straße mit Nachrichten über den Wenzelstein und schwarzem Brett. Stadtrat Peter Groß sagte unter dem Beifall der Zuhörer: „Ich bin froh, dass wir Bumis als Nahversorger hier haben. Alle Achtung, was Michael Bumiller hier auf die Beine gestellt hat.“

Typisch Wenzelstein

Der letzte Punkt auf dem Umfragebogen hieß „denk ich an den Wenzelstein, dann fällt dazu mir ein…“ Zu lesen war dann dort „Zusammenhalt, Bumis, Bäckerei, Sparkasse, Supermarkt, Apotheke,, Pizzeria, Blumen, Bank, ruhiges Wohnen, Ruhe, Harmonie, Wohlfühlen, Heimat, Familie Kindheit, Caritas, Kirchengemeinde St. Michael, Zuhause, Nachbarn, Schule, Spielplatz, viele alte Menschen, viele Kinder, viele Menschen, verschiedene Nationalitäten, erste Liebe, russisches Ghetto, will einfach weg“. Am Ende der Veranstaltung gab es für die Besucher noch einen Fragebogen, auf der sie ihre Meinung zu diesem Nachbarschaftsgespräch kundtun konnten.

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