„Das ist brutal geil“: Bekannter Künstler setzt Liebherr-Kräne in Szene

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Künstler Robert Schad erklärt Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann seine Skulptur.
Künstler Robert Schad erklärt Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann seine Skulptur. (Foto: SZ- götz)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Gleich zwei Mal hat sich der in Ravensburg geborene Stahlbildhauer Robert Schad die Gemarkung Ehingen ausgesucht, um zwei seiner riesigen Kunstwerke zu platzieren. Eines steht auf Schloss Mochental, das andere in der Marie-Curie-Straße in Ehingen, unterhalb des Liebherr-Werks.

Das ist brutal geil, das ist der Wahnsinn.

Künstler Robert Schad

Als der kleine Kran des Ehinger Bauhofs die Skulptur von Robert Schad an ihren Bestimmungsort hebt, leuchten die Augen des hemdsärmligen Künstlers. Mit zwei Stahlbolzen fügen Mitarbeiter des Bauhofs die zweiteilige Skulptur zusammen, die später noch geschweißt wird. „Das ist brutal geil, das ist der Wahnsinn“, sagt Künstler Robert Schad, als er über die Skulptur hinweg blickt und am Horizont die Silhouette der Ehinger Liebherr-Krane in Relation zu seiner Skulptur sieht. „Ich habe mir genau diesen Platz ausgesucht. Die Skulptur wird nun einen Dialog mit der Kranlandschaft eingehen“, sagt Schad, der wegen des Liebherr-Werks unbedingt auch eine seiner Skulpturen in Ehingen aufstellen wollte.

In Portugal entstanden, jetzt in Ehingen

Dass die Skulptur, die in den vergangenen acht Monaten in Portugal entstanden ist, die Form eines Krans samt Ausleger erahnen lässt, ist laut Schad natürlich alles andere als Zufall. „Auch die Krane im Hintergrund sind Skulpturen. Nun kann man an dieser Stelle die Erde, die Krane, die Kunst und die Kultur in Reinstform sehen“, betont der Künstler, dem es herzlich egal ist, dass in der Marie-Curie-Straße im Ehinger Industriegebiet Münsinger Straße Nord kaum Publikumsverkehr ist, zumal die Skulptur am Ende einer Sackgasse steht. „Das ist doch geil. Die Skulptur wird die Menschen schon an ihren Ort führen“, sagt Schad, der im Rahmen seines Projekts 60 Skulpturen an mehr als 40 Orten zwischen Alb und Bodensee aufgestellt hat.

Schirmherr der ganzen Aktion ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Künstler Robert Schad

Der Künstler Robert Schad, der in Frankreich und Portugal lebt, hat sich mehrfach an den Aufstellorten seiner Skulpturen umgesehen, um wirklich den perfekten Ort zu finden. Auch in Oberdischingen hat Schad eine Skulptur integriert. Besonders groß ist die Freude auch bei Marion Greiner-Nitschke vom Kulturamt der Stadt Ehingen. „Vor drei Tagen stand die Skulptur noch in Portugal und jetzt ist sie hier in Ehingen. Das fasziniert mich“, sagt Marion Greiner-Nitschke. Für die Leiterin des Kulturamtes ist es spannend zu beobachten, wie die Skulptur das Zwigespräch zwischen Kunst und Industrie beschreibt.

Finanziert wird das Skulpturenprojekt von den fünf Landkreisen Alb-Donau, Biberach, Sigmaringen, Ravensburg und Bodensee sowie von mehrere Stiftungen. „Schirmherr der ganzen Aktion ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann“, sagt Robert Schad stolz, der am Samstag, 25. Mai, auf dem Bussen die Eröffnung der Ausstellung zelebrieren möchte. „Das muss natürlich auf dem Heiligen Berg Obeschwabens passieren“, betont der Künstler.

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