„Das erste Mal“: Schüler präsentieren neues Theaterstück

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Die Proben sind in vollem Gange: Einblick in eine gespielte Schulstunde mit Sexualkundeunterricht.
Die Proben sind in vollem Gange: Einblick in eine gespielte Schulstunde mit Sexualkundeunterricht. (Foto: SZ- Hog)
Friedrich Hog

Das Jugendstück „Das erste Mal“ von Jürgen Baumgarten kommt am kommenden Freitag im Kolleg St. Josef in Ehingen zur Aufführung. Neun Schülerinnen und Schüler steigen dabei intensiv in brisante Probleme ein, die jungen Leuten auf den Nägeln brennen. Die Proben mit Regisseurin Heike Schmidts sind diese Woche in vollem Gange.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler der hausinternen Theater-AG des Internats „Kolleg St. Josef“ besuchen die Klassen acht bis zwölf verschiedener Ehinger Schulen. In der diesjährigen neunköpfigen Bühnenmannschaft sind zwei Mädchen aus China, die im Johann-Vanotti-Gymnasium das Abitur anstreben. Zwei Mädchen kommen aus Italien, also eine ganz bunte Truppe unterschiedlichster Akteure. Nachdem Regisseurin Heike Schmidts eine Handvoll Stücke ausgesucht hatte, fiel nach einigen Leseproben rasch die Entscheidung der Schüler auf das Stück „Das erste Mal“. Die Regisseurin, ihrerseits die Internatspädagogin, beschreibt das Stück als „nah an der Jugend“. Seit September wurden die Texte gelernt, und anhand von Proben jeweils am Mittwochabend gefestigt. Hausmeister Robert Neidig hat das Bühnenbild gebaut, zu dem für eine Schlüsselszene auch ein Fenster gehört. Einige weitere Requisiten haben die Schüler selbst besorgt.

Rollentausch zwischen Mädels und Jungs

Bereits die Stückauswahl hat den Schülern nach deren Aussage großen Spaß bereitet. Auch die Proben seien pure Freude, insbesondere jetzt mit inzwischen weit fortgeschrittener Textsicherheit. Neben dem wiederholten Lesen mache auch der gegenseitige Ansporn bei den Proben jeden Darsteller „noch besser“, so erleben es die Schüler. Und „in den beiden letzten Wochen vor dem Auftritt läuft nun alles richtig gut zusammen“ sind sie sich vor der Probe am Montagabend sicher. Da zu wenige Jungs für die notwendigen Rollen dabei sind, spielt Alice den Lehrer „Herr Spindler“, und auch Carolyn hatte Lust, einen Jungen zu spielen, den Tom. „Es ist spannend, sich zu verstellen und aus dem eigenen Ich rauszugehen“, sagen sie.

Im Sexualkundeunterricht schneidet die Lehrerin „Frau Kramm“ ein neues Thema an: „Das erste Mal“. Welche Vorstellungen haben die Jungen und Mädchen von diesem spannenden, faszinierenden, ersehnten und so wichtigem Ereignis? Die Frage verfolgt die Schüler auch nach Schulschluss, wer mit wem, wann und wie? Als die Lehrerin von ihrem ersten Mal berichtet, findet das der Rektor nicht so prickelnd. Klischeehaft wird in dem Stück dargestellt, wie unterschiedlich Jungs und Mädels sich beim ersten Verliebtsein fühlen: „Die Mädchen eher romantisch, die Jungs, naja ...“, heißt es von den Akteuren. Wer wird sich als Erstes trauen? Melanie bekommt von einem heimlichen Verehrer SMS-Nachrichten und anonyme Briefe. Erst findet sie das süß, als die Botschaften fordernder werden, bekommt sie Angst. Steckt einer ihrer Mitschüler dahinter oder ein Lehrer vielleicht? Es gibt Szenen, die unter die Haut gehen. Am Ende nimmt das Stück einen sozialkritischen Verlauf.

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