Das Beste kommt zum Schluss

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„An dieses Spiel wird die Mannschaft ewig zurückdenken“: die TSG-Trainer Heinz Binnig (l.) und Jürgen Prang (r.).
„An dieses Spiel wird die Mannschaft ewig zurückdenken“: die TSG-Trainer Heinz Binnig (l.) und Jürgen Prang (r.). (Foto: SZ- mas)
Schwäbische Zeitung

Nachdem in der Längenfeldhalle die Schlusssirene ertönt und der für den Aufstieg in die Bezirksliga mehr als ausreichende Sieg der Ehinger Handballerinnen besiegelt war, gab es für die Spielerinnen kein Halten mehr. Beklatscht und besungen von den vielen Fans auf der Tribüne, verwandelten sie das Spielfeld zur Feiermeile. Die Trainer Jürgen Prang und Heinz Binnig dagegen bewegten sich zunächst kaum weg von der Bank und waren stille Beobachter dessen, was sich in diesem Moment vor ihren Augen abspielte. Vor drei Jahren waren Prang und Binnig mit dem Team in der Kreisliga aufgebrochen und sind nun in der Bezirksliga angekommen. Schon in der Bezirksklasse-Runde war die TSG zu Hause eine Macht, doch die Auswärtsschwäche kostete die Meisterschaft und führte in die Relegation, in der Ehingen die hohe Niederlage in Friedrichshafen mit einem beeindrucken Auftritt in der Längenfeldhalle wettmachte. Über 6:0, 10:1 und 12:2 lag die TSG bereits zur Halbzeit 18:4 vorn.

„So einen Traumstart hatten wir uns erhofft, aber fast nicht für möglich gehalten“, sagte TSG-Trainer Heinz Binnig. Die Marschroute sei schon gewesen, den Gegner von Beginn an unter Druck zu setzen und die um den Verbleib in der Bezirksliga kämpfende HSG Friedrichshafen-Fischbach früh in Zugzwang zu bringen – dass das Konzept aber so schnell aufging, hatte Binnig nicht erwartet. Das Team habe die Vorgabe weit besser umgesetzt als vorgesehen, sagte er. Und das trotz großer Nervosität im Vorfeld des Spiels. „Die Mädels waren sehr aufgeregt“, so Binnig. Mit Anpfiff war die Anspannung weggewischt, nichts mehr davon zu merken. In der ersten Halbzeit glückte dem Bezirksklasse-Zweiten fast alles und auch nach der Pause hatte die TSG den Gegner im Griff. Von der „besten Saisonleistung“ sprach Jürgen Prang hernach. Die Spielerinnen hätten „eins zu eins alles umgesetzt und noch was oben draufgelegt“, so Prang und Binnig. „Acht Tore wettzumachen ist schon ein Brett.“

Trotz des positiven Spielverlaufs blieb Heinz Binnig aber lange vorsichtig. Erst fünf Minuten vor Schluss sei er sich sicher gewesen, dass am Aufstieg nicht mehr zu rütteln ist. „Ich bin so lange schon im Handball dabei und habe so viel erlebt“, erklärte Binnig seine Vorsicht. Die Spielerinnen dagegen hatten wesentlich früher das Gefühl, dass es ihr Tag sein würde. Lorena Raimondo war sich der Sache nach eigenen Worten schon beim 8:1-Zwischenstand nach weniger als einer Viertelstunde ziemlich sicher, für Hannah Prang war zur Halbzeit klar: „Wenn wir so weiterspielen, haben wir uns in der Pause gesagt, dann gewinnen wir das deutlich.“ Man habe Respekt vor dem Gegner gehabt, sagte die neunfache Torschützin Hannah Prang, sie wusste aber auch: „Friedrichshafen hatte mehr zu verlieren als wir.“

Die HSG verlor alles, das Spiel und die Zugehörigkeit zur Bezirksliga, während sich das junge Team der TSG Ehingen mit einer Demonstration der Stärke und angefeuert von stimmgewaltigen Fans in der voll besetzten Längenfeldhalle einen Platz im Bezirksoberhaus sicherte. Die Unterstützung des Publikums sein „phänomenal“ gewesen, sagte Heinz Binnig. „An dieses Spiel wird die Mannschaft ewig zurückdenken.“ (aw)

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