Das ökumenische Friedensgebet erinnert an Martin Luther King

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Pfarrerin Margot Lenz und Michael Sinn verabschieden die Gottesdienstbesucher.
Pfarrerin Margot Lenz und Michael Sinn verabschieden die Gottesdienstbesucher. (Foto: SZ- kö)

Beim letzten ökumenischen Friedensgebet stand der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King im Fokus. Vor genau 50 Jahren wurde er auf dem Balkon eines Motels in Memphis erschossen. Seine Worte „I had a Dream“ sind in die Geschichte eingegangen.

Im ökumenischen Friedensgebet hatte Marianne Hecht einen Blick auf das Leben des Martin Luther King geworfen. 1929 in Atlanta geboren, machte der Baptistenprediger die strikten Rassenschranken und starken Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung vor allem in den Südstaaten der USA und deren Überwindung zu seinem Lebenswerk. Präsident John F. Kennedy war bereit, der schwarzen Bevölkerung mehr Gleichberechtigung im öffentlichen Leben zuzugestehen. Der Marsch der 250 000 Menschen nach Washington – darunter viele Weiße – sollten den Präsidenten in seinen Bemühungen bestärken. Bei der Ansprache des Martin Luther King rief ihm Mahalia Jackson zu „erzähl ihnen von deinem Traum“, und so fielen die legendären Worte „I had a dream“. Ein Traum, in dem Kings Kinder mit weißen Kindern gleichberechtigt in einer Schulbank sitzen und Hand in Hand gehen. 1964 bekam King den Friedensnobelpreis.

Die Worte „I had a Dream“ wurden zur Zukunftsvision einer ganzen Generation. Einer Vision eines besseren Lebens aller Rassen aus dem Glauben heraus, sagte Michael Sinn von der Seelsorgeeinheit Ehingen. Er hatte einen Film mitgebracht von Zwillingen einer weißen Mutter und eines farbigen Vaters, eins ist blond und hellhäutig, das andere Mädchen hat krause dunkle Haare und einen dunklen Teint, obwohl es als Neugeborene genau so weiß war wie die Schwester. „We shall overcome some day“ sang die ökumenische Gemeinde den Schlüsselsong der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Pfarrerin Margot Lenz erzählte von dem Traum eines syrischen Jungens, von einer friedlichen Zukunft in seiner Heimat: Zusammen mit Familie, Freunden und Nachbarn im neu aufgebauten Haus zu sitzen und Tee zu trinken.

Sie erzählte auch vom Traum eines Mädchens, von einer gerade noch abgewendeten Klimakatastrophe mit gesunden Eisbären am Nordpol und intakten Gletschern. Auf Karten mit dem Bild von Martin Luther King sollten die Kirchenbesucher ihre eigenen Träume schreiben. Den Traum einer gemeinsamen Kirche einen kleinen Schritt näher gerückt waren Michael Sinn und Margot Lenz mit den ausgetauschten Fürbitten. „Wir wünschen euch Frieden“ sangen die Gottesdienstbesucher am Ende auf Deutsch und Hebräisch.

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