Darum ist Ehingens Immobilienmarkt aktuell wie leergefegt

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Die Nachfrage nach einem Eigenheim in Ehingen ist groß.
Die Nachfrage nach einem Eigenheim in Ehingen ist groß. (Foto: Berg/dpa)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Der Wunsch nach einem Eigenheim ist in Zeiten der Niedrigzinsphase größer denn je. Das merken auch die Ehinger Immobilienmakler, bei denen die Nachfrage das Angebot deutlich übertrifft. Und das hat gleich mehrere Gründe.

Wer in Ehingen momentan ein gebrauchtes Haus oder auch eine Eigentumswohnung sucht, muss vor allem eines mitbringen: Geduld. Denn so angespannt wie momentan war der Immobilienmarkt in Ehingen noch nie, wie Patrick Rothenbacher, dessen Familie seit mehr als 60 Jahren im Ehinger Immobiliengeschäft tätig ist, bestätigt.

„Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot. Wenn wir mehr Objekte hätten, könnten wir mehr verkaufen“, sagt Rothenbacher, der aber froh darüber ist, ein paar Objekte zum Jahreswechsel bekommen zu haben. „Die bereiten wir derzeit für den Verkauf vor“, sagt der Makler. Stark nachgefragt und auf dem freien Immobilienmarkt kaum vorhanden sei das klassische Einfamilienhaus, freistehend in guter Wohnlage. „Wer momentan nicht unbedingt verkaufen muss, behält sein Haus“, sagt Rothenbacher und betont: „Es ist immer wieder mal was auf dem Markt. Wer allerdings extravagante Wünsche hat, muss deutlich länger warten als früher“, so der Experte.

Sanierungskosten von 150 000 Euro

Vor allem die Wohnlagen Wolfert/Schwimmbad, Längenfeld, Berkacher Grund und rund um den Ramminger seien stark nachgefragt. Das sieht auch Makler Reinhard Zimmermann so, der auch starke Nachfragen um die Ehinger Fischersteige verzeichnet. „Häuser zwischen 250 000 und 400 000 Euro gibt es kaum auf dem Markt. Und wenn, dann sind es Häuser, die in den 50er Jahren gebaut wurden und kernsaniert werden müssen. Da sprechen wir dann von Sanierungskosten von 150 000 Euro aufwärts“, sagt Zimmermann, der betont: „Mittlerweile ist es sogar so weit, dass Grundstücke mit älteren Häusern gekauft werden, um diese dann abzureißen. Das liegt auch daran, dass in Ehingen kaum Grundstücke zur Verfügung sind.“

Für Verkäufer ist es eine gute Situation, für Käufer nicht.

Reinhard Zimmermann, Makler

Besonders stark sind laut Patrick Rothenbacher und Reinhard Zimmermann die Anfragen von auswärts – sprich von Menschen, die es meist aus beruflichen Gründen in die Große Kreisstadt zieht. „Die Mischung der Anfragen ist 50:50. Sprich 50 Prozent der Kunden kommen aus Ehingen, 50 Prozent von außerhalb“, sagt Rothenbacher.

Und Immobilienmakler Reinhard Zimmermann habe erst kürzlich ein Haus an einen Bremer verkauft. „Die Anfrage aus Bremen kam, weil sich der Kunde beruflich nach Ehingen umorientiert hat und nun eben ein Eigenheim gesucht hat“, sagt Zimmermann, der die momentane Situation in Ehingen so beschreibt: „Für Verkäufer ist es eine gute Situation, für Käufer nicht.“

Als Grund geben beide Makler mitunter die Niedrigzinsphase an. „Sobald die Zinsen etwas anziehen, wird sich alles verändern“, ist sich Zimmermann sicher.

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