Darum ist das Museum Ehingen jetzt ein vorbildliches Heimatmuseum

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 Zur Auszeichnung gratulieren (von links) Harald Neu vom Arbeitskreis Heimatpflege, Christel Köhle-Hezinger und Regierungspräsid
Zur Auszeichnung gratulieren (von links) Harald Neu vom Arbeitskreis Heimatpflege, Christel Köhle-Hezinger und Regierungspräsident Klaus Tappeser dem Ehinger Stadtarchivar Ludwig Ohngemach und Franz Romer von der Museumsgesellschaft. (Foto: SZ- Nina Lockenvitz)

Große Ehre für das Museum Ehingen: Vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungspräsidium Tübingen ist die Einrichtung als „vorbildliches Heimatmuseum“ ausgezeichnet worden. Am Freitagabend fand die Preisverleihung in der Oberschaffnei statt.

Elf Museen hat sich die Jury rund um die emeritierte Professorin für empirische Kulturwissenschaften, Christel Köhle-Hezinger, an zwei Tagen vergangenen Juli im ganzen Gebiet des Regierungspräsidiums angeschaut. Insgesamt 14 hatten sich vergangenes Jahr für die Auszeichnung „vorbildliches Heimatmuseum 2018/19“ beworben. „Am Ende konnten wir keine Butterbrezeln mehr sehen und wir waren überrascht, wie groß der Regierungsbezirk ist“, scherzte die Professorin bei der Preisverleihung.

Das Museum Ehingen steht auf zwei Säulen – Stadt und Museumsgesellschaft wirken hier zusammen.

Christel Köhle-Hezinger

In Ehingen habe sie besonders die Größe des Hauses und die Vielfalt und Qualität der Exponate beeindruckt, fasste sie in ihrer Rede zusammen. Zudem fand sie den Stellenwert des Museums in der Kommune beachtenswert. „Das Museum Ehingen steht auf zwei Säulen – Stadt und Museumsgesellschaft wirken hier zusammen“, sagte sie und erwähnte auch die für ihren Eindruck gute Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv im Franziskanerkloster. „Die Kooperation ist eng und gut und in der Summe ist das ehrenamtliche Engagement in Ehingen eindrucksvoll“, würdigte sie die Arbeit der Museumsgesellschaft.

Die Eisenbahnfreunde setzen den Zug auf die Schienen und setzen ihn dann in Bewegung.
Die Eisenbahnfreunde setzen den Zug auf die Schienen und setzen ihn dann in Bewegung. (Foto: meni)

Dem Lob schloss sich dann auch Oberbürgermeister Alexander Baumann an, der den guten Weg hervorhob, den es nun gelte, weiter zu beschreiten. „Es bedarf vieler, die sich in diesem Bereich engagieren.“ Und auch Regierungspräsident Klaus Tappeser dankte den Ehrenamtlichen. „Hier sieht man nicht nur gesammelten Kruscht, sondern den Kristallisationskern von Identitäten.“

Schon zum 13. Mal hat der Arbeitskreis Heimatpflege dieses Jahr die Auszeichnung an Heimatmuseen verliehen. Seit rund zehn Jahren ist Christel Köhle-Hezinger in der Jury als Expertin mit dabei. Neben dem Museum Ehingen entschieden sich die Experten dieses Jahr dazu, auch das Museum im Bock in Leutkirch auszuzeichnen, weil beide Städte – Ehingen und Leutkirch – gerade in der kulturellen Identität Gemeinsamkeiten hätten. Das Museum in Leutkirch zeichne sich schon baulich aus, so die Professorin, ganz unterschiedlich seien die Räume, in die die Museumsbesucher kommen. „Man ist schon gefangen, wenn man ins Haus und den Hof tritt.“ Dazu komme die faszinierende Mischung der Exponate aus den Bereichen Kunst, Handwerk, Volkskunst und Sakralem.

Anerkennung für das Heimatmuseum in Reutlingen

Einen Anerkennungspreis für eine besondere Ausstellung, die vergangenes Jahr zu sehen war, erhielt das Heimatmuseum Reutlingen, das es geschafft hatte, gerade junge Leute wieder ins Museum zu locken, indem Fotos mit Stadtansichten eingereicht werden konnten, die dann historischen Bildern gegenübergestellt wurden. Rund 420 solcher Fotos hatten 14- bis 79-Jährige zusammengetragen, 200 fanden sich wieder in der Ausstellung und die fünf besten wurden von den Besuchern bewertet.

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