Dächingen stellt sich der Kommission

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Was Dächingen ausmacht, erklärte Ortsvorsteher Alfons Köhler (l.) der Kommission.
Was Dächingen ausmacht, erklärte Ortsvorsteher Alfons Köhler (l.) der Kommission. (Foto: SZ- Prandl)

Nach dem Erfolg von Dächingen im Bezirkswettbewerb im September vergangenen Jahres, ist am Donnerstag die Landeskommission im Ehinger Teilort zu Gast gewesen, die den Ort für den Landesentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ bewertet. Die Dächinger haben die elfköpfige Kommission zweieinhalb Stunden lang durch ihren Ort geführt und gezeigt, was sie schon alles durch ihr Engagement auf die Beine gestellt haben. Neun Orte in Baden-Württemberg sind beim Landesentscheid des Wettbewerbs im Rennen. Das Ergebnis wird bereits am Freitag bekanntgegeben.

Alt und Jung halten zusammen

Die Teilnahme am Wettbewerb hat in Dächingen schon viel bewegt, sagt Ortsvorsteher Alfons Köhler. Die Leute würden sich noch mehr einbringen als vorher. Wie schon beim Besuch der Bewertungskommission des Regierungspräsidiums Tübingen im vergangenen Jahr, haben die Dächinger am Donnerstag gezeigt, wie aktiv sie sind und dass Alt und Jung zusammenhalten – mit Erfolg, denn dafür erhielten sie am Ende des Besuchs Lob von Ingrid Bisinger vom Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Sie bedankte sich für eine „tolle Vorstellung“.

Los ging es im Dächinger Rathaus, wo Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann die Bewertungskommission begrüßte. „Sei ohne Sorg“, der Titel des Kreismusikfests in Dächingen vor fünf Jahren, stehe sinnbildlich für die Einstellung der Menschen hier, erklärt er und lobte die Gemeinschaft wie auch den Ortsvorsteher, „der Wesentliches leistet“.

Besuch der Landeskommission. (Foto: Prandl)

Dann ergriff Alfons Köhler das Wort und stellte der Kommission den Ort vor. „Das Zusammenspiel von Tradition und Moderne funktioniert hier“, sagte er. Auch sei das Thema Ökologie für die Menschen vor Ort von Bedeutung, genauso wie Nachhaltigkeit: „Wir arbeiten, damit die nächsten, die jungen Leute, in der Ortschaft bleiben können“, so Köhler. „Durch Aktivität den Ort attraktiver machen, ist unser Ziel.“ Die Gestaltung des Dorfplatzes sei 2001/02 im Rahmen eines größeren Beteiligungsprozesses vonstattengegangen. „Es hat auch kontroverse Diskussionen gegeben, aber wir haben im Moderationsprozess eine Lösung gefunden.“

Vor dem Hintergrund des Wettbewerbs wurden die Bürger ebenso eingeladen, um sich Gedanken über den Ort zu machen. Es wurden Stärken zusammengetragen – zum Beispiel der Zusammenhalt und die vielen Feste – wie auch Schwächen, etwa das Handynetz und der öffentliche Nahverkehr. Was sich die Dächinger wünschen, ist etwa eine Grüngut-Annahmestelle, ein Badesee oder Kinoabende.

(Foto: Prandl)

Nach einer Vorstellung von verschiedenen Angeboten und Gruppen im Ort, ging es nach draußen. Köhler stellte den Dorfplatz vor, das Bücherregal beim Rathaus und die Stromladesäule am Parkplatz. Dann steuerte die Gruppe mit einem Bus verschiedene Stationen im 500-Einwohner-Ort an.

Seit dem Besuch der letzten Kommission hat sich einiges getan: So ist beispielsweise die Baustelle für das Mehrgenerationenhaus gewachsen, dem vorbeifahrenden Bus wurde das Mitfahrbänkle vorgestellt, an dem ein großer roter Arm anzeigt, dass man eine Mitfahrgelegenheit sucht.

Beim Obstlehrpfad war der erste Halt. Paul Gräter und Wolfgang Kopp von der Interessengemeinschaft Streuobstwiesen berichteten von ihrem Engagement, so seien 1000 Obstbäume auf der Ehinger Alb gepflanzt worden. Berthold Stiehle sprach über das Gebiet beim Riedgraben, das sowohl Naherholungsgebiet wie auch ökologische Fläche sei.

(Foto: Prandl)

Vorbei an der großen Renaturierungsfläche ging es mit dem Bus entlang der erst kürzlich freigegebenen Ortsdurchfahrt Richtung Wald. Hier sprach Peter Münch, Wegewart des Besinnungsweges, über das ehrenamtliche Engagement, das den 51 Kilometer langen Weg erst möglich gemacht hat. Kindergartenleiterin Marianne Klöble erzählte vom festen Waldtag, der eine Beziehung zwischen Natur und Kindern aufbaut, im Hintergrund tollten die Zwei- bis Sechsjährigen derweil.

(Foto: Prandl)

Etwas weiter Richtung Wald soll auf einer freien Fläche ein Naturerfahrungsraum für Kinder entstehen, erklärte Inge Striebel. Mit Schatten spendenden Bäumen, einem Sand- und Wasserbereich. „Hier draußen ist wirklich eine Idylle“, erklärte Köhler. Vorletzte Station der Rundfahrt war der Sportplatz, der durch ehrenamtliche Arbeit entstanden ist. Die jüngeren Dächinger stellten vor, was sich hier in der Zeit seit dem letzten Kommissionsbesuch getan hat: Der Vorplatz der Hütte wurde gepflastert, es wurden Schiebeelemente und ein Photovoltaik-Modul installiert, sodass es im Inneren jetzt bunte Lichter gibt. Außerdem wurden im Inneren rundum Sitzgelegenheiten geschaffen.

(Foto: Prandl)

Beim Backhaus schließlich sprachen Rita und Karl Holzmann über die Nahversorgung vor Ort. Dann gab es noch Zeit für Gespräche. Das Ergebnis des Wettbewerbs wird am Freitagnachmittag bekannt. Bereits auf der Fahrt zwischen den Orten, nimmt die Kommission die Bewertung des gerade besuchten Ortes im Bus vor, erklärt Ingrid Bisinger vom Landesministerium. „Diesmal finde ich es sehr schwierig“, sagt sie. „Alle Orte sind sehr gut.“ Im Namen von Minister Peter Hauk lud sie die Dächinger aber in jedem Fall zur Festveranstaltung im Oktober in Ludwigsburg ein.

(Foto: Prandl)
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