Country vom Feinsten im Feststadl

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Friedrich Hog

Im Blienshofener Feststadl der Familie Knab haben am Samstag die Country Band „Saddle n’Boots“ aus dem Raum Laupheim sowie Mandy Strobel und John D. aus Ulm gespielt. Rund 450 Gäste erlebten über fünf Stunden Musik und nutzten die Gelegenheit ausgiebig zum Tanzen. Am Nachmittag fanden bereits die Workshops „Boogie For Beginners“ und „Linedance-Course“ statt.

Erstmals war im Blienshofer Feststadl Country Music geboten. Das abendfüllende Programm lockte rund 450 Gäste an, die von Stuttgart bis zum Bodensee angereist waren, um das Sextett „Saddle n’Boots“ aus dem Raum Laupheim, sowie die Special Guests Mandy Strobel und John D. aus Ulm live auf der Bühne zu erleben. Die Band hatte sich den Austragungsort aufgrund seiner passenden Atmosphäre ausgesucht. Dass die Akustik des riesigen Stadls nach ausführlichem Soundcheck hervorragend, und die Lautstärke äußerst angenehm waren, darf nicht unerwähnt bleiben.

Seit April 2017 ist die Formation um Schlagzeuger und Sänger Ralf Herold in der aktuellen Besetzung mit drei Gitarren, Keyboard, Bass und Schlagzeug, aber auch Banjo und Mandoline aktiv. Vier ausführliche Sets lockten zahlreiche Line-Dancer auf die große Tanzfläche vor der Bühne. Im ersten Durchgang gab’s klassischen Country von Richard Dobson und Dwight Yoakam, New Country von Brooks & Dunn und Sara Evans, sowie den Klassiker von Hank Williams „Jambalaya“. Dabei ging’s um das leckere Reisgericht aus Louisiana, und auch der Saal in Blienshofen war längst am Kochen. Diverse Line Dance Clubs waren mit vielen Mitgliedern angereist und tanzten munter zur Musik.

Die Pausen wurden von Musik „vom Band“ überbrückt. Im zweiten Set waren Superhits des Country zu hören wie „Any Man Of Mine“ von Shania Twain, „Wagon Wheel“ von Darius Rucker“, „Jolene“ von Dolly Parton, oder „Gentle On My Mind“ von Glen Campbell, aber auch Popklassiker wie „Lay Down Sally“ von Eric Clapton und „Wake Me Up“ von Avicii, die „Saddle n’Boots“ gekonnt in den Country übertrugen.

Besondere Zusammenarbeit

Der dritte Set des Abends bot eine bisher nie dagewesene musikalische Zusammenarbeit. „Saddle n’Boots“ hatten sich mit Mandy Strobel und John D. nämlich illustre Gäste eingeladen. Mandy Strobel, dessen Stimme auf natürliche Art jener von Johnny Cash sehr nahe kommt, hat bereits CDs im legendären Sun Studio in Memphis, Tennessee und im Cash Cabin Studio in Hendersonville, Tennessee eingespielt, dort wo Cash und Elvis begannen, respektive wo Cash mit Produzent Rick Rubin seine letzten Aufnahmen eingespielt hat. John D. hatte 32 Jahre lang in Johnson City, East Tennessee gelebt und in zahlreichen amerikanischen Country Bands gespielt. Wie in den legendären „Songwriters in the round“-Auftritten in Nashville wechselten sich Mandy und John als Sänger ab, begleitet von der Band, und das brachte das Publikum zum Zuhören. Neben Klassikern wie „Help Me Make It Through The Night“ von Kris Kristofferson oder „Chattahoochee“ von Alan Jackson gab’s hier auch eigene Lieder von Mandy Strobel, zum Beispiel „Hillbilly Wine“, das den Whiskey aus Lynchburg, Tennessee zum Inhalt hat, Tennessee-Whiskey der Marke „Jack Daniels“. Sängerin Claudia, die zwischen Mandy und John stand, meinte angesichts des Könnens der beiden musikalischen Gäste „ich bin flashed“.

Nach einigen Zugaben und einer letzten Pause legten „Saddle n’Boots“ bis weit nach Mitternacht nochmals los mit rockigen Klängen von „Tulsa Time“ über „Footloose“ bis zu „Forever Country“. Das Publikum war offensichtlich durchweg den ganzen Abend von der Musik und dem stimmigen Ambiente des Feststadels begeistert, und ließ sich gerne mitreißen von der Dynamik und Energie der Musiker, die besonders beim bis zu sechsstimmigen Satzgesang für Gänsehaut-Feeling sorgten.

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