CDU besucht Liebherr-Werk

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Die Gruppe wurde durch die riesigen Hallen im Liebherr-Werk Ehingen geführt.
Die Gruppe wurde durch die riesigen Hallen im Liebherr-Werk Ehingen geführt. (Foto: SZ- Prandl)

Mitglieder des CDU-Stadtverbands haben am Freitag das Liebherr-Werk Ehingen besichtigt. Zur 20-köpfigen Gruppe zählten auch Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann sowie Landtagsabgeordneter Manuel Hagel. Mehrere Stunden dauerte die Führung, während der es eine Mittagspause mit Mittagsessen gab. Etwa fünf Kilometer Wegstrecke waren über das Gelände und durch die Hallen zurückzulegen.

Gerhard Ulmer, ehemaliger Liebherr-Mitarbeiter der ersten Stunde in Ehingen, führte die Gruppe. Ulmer war der 56. Mitarbeiter in Ehingen, als er im Jahr 1969 ins Haus eintrat. Als Rentner führt er heutzutage hobbymäßig Besucher durch das Werk.

Schiffskrane aus Ehingen

Mit Ausführungen zur Geschichte der Firma Liebherr startete die Besichtigung. Dabei erfuhren die Teilnehmer, dass Schiffskrane zuerst auch in Ehingen gefertigt worden waren, bevor die Produktion nach Österreich verlagert wurde. Heute würden die Schiffskrane direkt am Wasser in Rostock produziert. In Ehingen werden heute Mobil- und Raupenkrane hergestellt. Außerdem produziere man hier nach einer Pause auch wieder Geländekrane, erklärte Ulmer. Verkauft würden die Krane ausschließlich in Ehingen.

Vormittags wurde die Gruppe in die Vorfertigung eingeführt, nach dem Mittagessen ging es zur Endfertigung, wo die Krane zusammengebaut werden. Zuerst ging es in die Auslegermontage, wo diese zusammengebaut werden. Ulmer erklärte der Gruppe alles bis ins kleinste Detail: von den Zylindern, von den tonnenschweren Teilen, von den technischen Raffinessen, von der Herausforderung und den Tricks beim Zusammenbau. „Man könnte das ganze noch weiter ausdehnen, aber dann kommen wir mit der Zeit nicht hin“, meinte Ulmer. Rundherum wurde gearbeitet, laut wurde es zuweilen. Ausleger lagen auf dem Boden oder schwebten am Haken unter der Decke der Halle entlang. Die Gruppe bekam auch den Ausleger vom größten Teleskopkran der Welt zu Gesicht. Außerdem erfuhren sie, dass das Tuch des riesigen Sonnenschirms für die Pilgerstätte in Saudi-Arabien aus Teflon ist.

Jede Schweißnaht wird geprüft

„Die Qualitätssicherung ist ein sehr wichtiger Faktor“, erklärte Ulmer. Jede Schweißnaht werde geprüft, „dazu gibt es verschiedene Prüfverfahren“. Und auch auf Ordnung lege man im Ehinger Werk wert. „Bei uns hat es noch nie einen Saustall gegeben“, so Ulmer. „Es ist alles aufgeräumt.“

In die Lehrwerkstatt durfte der CDU-Stadtverband ebenfalls einen Blick werfen. „Alle Lehrlinge werden übernommen“, erklärte Ulmer. „Der Markt ist leergefegt. Liebherr kann keine von außen holen.“ Manche Lehrlinge sägten, während die Gruppe vorbeikam, andere lernten am PC. Ein großer Plan an der Wand verrät die Namen der Azubis und wer in welcher Abteilung ist. Bei der Blechfertigung erklärte Ulmer, dass Lastwagen jeden Tag neues Material heranfahren würden. Die Gruppe durfte einen Blick in die Laser-Maschine werfen und erfuhr, dass die Bleche von Hand gekantet werden. Vorbei an der Fertigung von Kleinteilen ging es zur Blechbearbeitung. „Lange Schweißnähte macht der Roboter“, erklärte Ulmer. Beim Stahlbau konnte die Gruppe sehen, wie die großen Gitter aus Rohren zusammengebaut werden. „Es ist ein Kunstwerk“, sagte Ulmer vor einem zwei Mann großen Kopfstück eines Raupenkrans. „Alles ist von Hand geschweißt.“ Viele Stunden Arbeit koste das.

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