BUND schützt in Volkersheimer Lehmgrube Sandbienen

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Christian Schütz vom Landratsamt und die BUND-Mitglieder , Bertille Lentz, Angela Scheffold, Sabine Pill und Florian Scheffold (
Christian Schütz vom Landratsamt und die BUND-Mitglieder , Bertille Lentz, Angela Scheffold, Sabine Pill und Florian Scheffold (v.l.) pflegen in der Lehmgrube den Lebensraum der Wildbienen. (Foto: Kurt Efinger)
Kurt Efinger

Bauaushub aus Volkersheim hat die Bund-Ortsgruppe Ehingen in der Lehmgrube südöstlich von Volkersheim abgelagert. Das ist kein Vergehen gegen Vorschriften des Naturschutzes. Im Gegenteil: Das Material taugt ausgezeichnet für die Besiedlung durch Wildbienen.

Auf die Idee, Wildbienen Lebensraum zu schaffen, kam die Ehinger Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland durch einen Brief des Tübinger Biologen Paul Westrich an Angela Scheffold vom 18. April 2015. Mehr als 300 Nester der Großen Weiden-Sandbiene hatte er zuvor bei der Erforschung der Volkersheimer Lehmgrube festgestellt „Bedeutsames Vorkommen in der Region, das unbedingt erhalten werden sollte“, empfahl der Kenner der Materie und riet zur Anlage und Pflege von Nisthilfen für die als Blütenbestäuber überaus nützlichen Insekten. Als Pflegemaßnahmen empfahl Westrich die Entfernung des Aufwuchses von Fichten und Birken auf der westorientierten Böschung. Damit sollte ungehinderte Sonneneinstrahlung auf die Nistplätze der Bienen gewährleistet werden. „Florian Scheffold sorgt für Schattenfreiheit“, sagt Angela Scheffold über einen jüngeren Mitbürger gleichen Familiennamens. Er ist Vorsitzender des Motorradclubs Volkersheim und mit ihr nicht direkt verwandt, engagiert sich aber ebenso für den Schutz der Natur.

Am östlichen Rand der Grube hat er im Einvernehmen mit dem Fachdienst Forst, Naturschutz des Landratsamts Aushub vom Bau seines Hauses abgelagert. Im Amt ist Christian Schütz für den südlichen Teil des Alb-Donau-Kreises zuständig und fand die Sache gut.

Bei dem Aushub handelt es sich nämlich um Untere Süßwassermolasse. Diese besteht aus lehmigem Sand und ist genau das, was Wildbienen zur Anlage ihrer Nester brauchen.

Die Kenntnis vom Untergrund von Volkersheim und Umgebung ist dem 1823 in Ehingen geborenen und 1905 in Biberach gestorbenen Pfarrer Josef Probst, Sohn des Ehinger Bärenwirts Christoph Probst, zu verdanken. Er war leidenschaftlicher Geologe und wies als Erster in Oberschwaben Meeresablagerungen nach. Von ihm stammt die Einteilung der tertiären Molasse Oberschwabens in drei Teile, die untere und die obere Süßwassermolasse mit dazwischenliegender mariner Fazies. Probst ordnete die Schichten korrekt in das Miozän ein.

Neueste Erkenntnisse über die Lebensbedingungen von Wildbienen verdankt die BUND-Ortsgruppe dem 2018 erschienenen Buch „Die Wildbienen in Deutschland“ von Paul Westrich. „Ich werde versuchen, noch weitere Sandentnahmestellen/Kiesgruben in der Region aufzusuchen, um Kenntnis über die dortige Wildbienenfauna zu erhalten“, schrieb Westrich vor vier Jahren an Angela Scheffold.

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