Breit gefächertes Programm bei den 30. Ehinger Jazztagen

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Schwäbische Zeitung
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Kartenvorverkauf für Freitag und Samstag:

•Ehinger Buchladen, Obere Hauptstraße 46, 89584 Ehingen, Telefon 07391/70 62 50

Die 30. Jazztage finden vom 12. bis zum 14. Oktober in Ehingen statt. Ein besonderes Jubiläum, dass mit herausragenden Bands aufwartet. Im Vorfeld hat sich Horst Schwalb, Hauptverantwortlicher beim Jazzclub für dieses besondere Festival in Ehingen, einigen Fragen gestellt. Als Zugezogener ist er, gemeinsam mit seiner Frau, erst seit 2008 aktiv im Jazzclub. Zu den Anfangszeiten berichtet daher Roland Ernst, Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Jazzclubs Ehingen.

Seit wann gibt es den Jazzclub Ehingen?

Gegründet wurde der Jazzclub am 25. Oktober 1989. Damals saßen Jazzbegeisterte im Nebenzimmer des Gasthofes Ochsen zusammen und überlegten, wie dem bereits zum zweiten Mal stattfindenden Jazz-Festival zu mehr Ruhm verholfen werden könnte. Man war sich einig, dass es eine gute Organisation im Hintergrund braucht – der Jazzclub Ehingen war geboren. Drei Personen sind für die Gründung besonders zu erwähnen: Karl-Otto Schöfferle, zu jener Zeit Kulturmacher der Stadt Ehingen, Wolfgang Lackerschmid, Ehinger Musiker mit besten Kontakten in die Jazzszene und Roland Ernst, der die organisatorische Geschicke des Jazzclubs zu Beginn leitete.

Wie war Jazz bis dato in Ehingen vertreten?

Die ersten Jazz-Festivals fanden nur wenige Interessierte, die Konzerte waren nicht so gut besucht. Es ist toll, dass sich die Konzerte des Jazzclubs und auch die Jazztage zu solchen tollen und gutbesuchten Events entwickelt haben.

Was sind Ihre Jazzanfänge, Herr Schwalb?

Als Jugendliche haben mein damaliger Schulfreund und ich immer die LPs seines deutlich älteren Bruders angehört und sind dann immer öfters zu Konzerten gegangen. Wir haben bei dem, was wir damals angehört haben, nicht unterschieden zwischen den vielen Musikgenres. Hauptsächlich waren wir bei Rockkonzerten, manchmal aber auch bei Jazzveranstaltungen. Entscheidend war, ob es uns gefallen hatte, was es mit uns machte. Und so kam es, dass wir noch als Jugendliche eher zufällig auf „Friday Night in San Francisco“ , das berühmte Album von Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Lucía, stießen; wow, was war denn das? So etwas müsste man live erleben können, dachten wir uns. Alle drei dieser begnadeten Gitarritsen kamen nicht nach Ulm, aber einer davon: Al di Meola hat sich zu einem Konzert angekündigt. Wir gingen hin und waren beide vollkommen elektrisiert, von dieser ungeheuer spannenden und lebendigen Gitarre.

In unserem Alltag hörten wir von nun an fast täglich Al di Meola und dann natürlich auch Baden-Powell. Das Jazz-Virus war platziert.

Welches Konzert der langen Jazztage-Tradition ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Seit ich dabei bin, gab es viele großartige Konzerte mit ganz unterschiedlichen Stärken, meistens mit einer tollen Atmosphäre. Herausheben würde ich aber das Konzert 2017 mit Candy Dulfer. Hier war es ein sehr gemischtes Publikum, die Stimmung in der Lindenhalle war fantastisch.

Auf was dürfen sich die Besucher bei dieser Jubiläumsausgabe besonders freuen?

Das Besondere an unseren Jazztagen ist ja das breit gefächerte Programm. Simon Holliday ist längst kein unbekannter mehr in Ehingen. Mit seiner Formation The Neworleans Experience wird er die 30. Ehinger Jazztage in der Lindenhalle eröffnen, wobei ich der Meinung bin, dass er sich diesen Auftritt längst verdient hat. Und am Samstag dürfen wir mit der JVG-Big-Band die Jugend aus unserer Stadt hören, bevor mit der SWR-Big-Band eine der besten Bigbands der Welt bei uns in Ehingen zu Gast haben. Zusammen mit dem international erfolgreichen Trompeter Joo Kraus werden hohe Maßstäbe gesetzt – sicherlich ein Höhepunkt der 30. Ehinger Jazztage. Sowohl am Freitag als auch am Samstag gibt es in Ehinger Kneipen ein Nachtprogramm: hier steht das lockere Genießen mit verschiedenen Stilrichtungen des Jazz’ im Vordergrund, bei denen nicht selten auch getanzt wird.

Und warum sollten auch nicht-jazzaffine Menschen sich dieses Wochenende in Ehingen nicht entgehen lassen?

Gerade an so einem Festival gibt es die Möglichkeit, für kleines Geld verschiedene Stilrichtungen des Jazz kennenzulernen. Wo sonst haben Sie die Möglichkeit, mit nur einem Eintrittspreis bis zu sieben verschiedene, teilweise international bekannte und erfolgreiche Bands zu hören und zu erleben? Stellen Sie sich vor, Sie kommen in ein Konzert bei dem es Ihnen zu laut ist oder bei dem Ihnen die Musik einfach nicht zusagt, dann gehen Sie einfach in ein anderes Lokal, welches bei unseren Jazztagen mitmacht und lauschen einer anderen Band mit einer anderen Stilrichtung. Gerade beim Jazz gibt es so viele verschiedene Richtungen, die können wir an einem Abend gar nicht alle anbieten. Immer wieder sagen Leute Jazz gefällt mir nicht und meinen dabei den sogenannten Freejazz. Aber Jazz lässt sich eben nicht in eine Schublade stecken oder auf eine einzige Spielart reduzieren: Egal ob Blues, Soul, Swing oder Dixie - alles sind in ihrer Vielfalt Bestandteile des Jazz.

Und auf wen freuen Sie sich besonders?

Musikalisch freue ich mich ganz besonders auf die SWR-Big-Band zusammen mit Joo Kraus. Die habe ich beide schon mehrmals live gehört, aber zusammen kenne ich sie nur von Konserve. Aber das wird sicherlich nicht nur für mich ein Highlight sein. Aber auch das Nachtprogramm ist für mich jedes Jahr ein toller Spaß. Überall schöne, flotte Musik mit so vielen Menschen, die alle einen Riesenßpaß haben. Diese Atmosphäre ist immer wunderschön.

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