Bochtler sagt für weiteres Jahr zu und will SSV-Team weiterentwickeln

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 Gab seine Zusage für eine weitere Saison beim SSV Ehingen-Süd: Trainer Michael Bochtler.
Gab seine Zusage für eine weitere Saison beim SSV Ehingen-Süd: Trainer Michael Bochtler. (Foto: SZ-Archiv: tg)

Etwas die Hälfte der Vorbereitung auf die Fortsetzung der Rückrunde hat der Fußball-Verbandsligist SSV Ehingen-Süd hinter sich. Die ersten Wochen einschließlich der Vorbereitungsspiele hätten besser sein können, sagt Trainer Michael Bochtler. Mit dem Start der aktuellen Trainingswoche war er zufrieden und auch vom bevorstehenden Trainingslager am Gardasee verspricht er sich einiges. Bochtler will die Mannschaft in den nächsten Wochen und Monaten weiterentwickeln – auch über die laufende Saison hinaus. Der Trainer verständigte sich mit dem Verein auf eine weitere Zusammenarbeit bis Juni 2020.

Nach Gesprächen mit Helmut Schleker, Vorsitzender Fußball des SSV Ehingen-Süd, „sind wir uns so weit einig, noch eine Saison zu machen“, sagt Michael Bochtler auf Anfrage der SZ. Schriftlich sei nichts fixiert, doch hätten beide Seiten Interesse an einer Vertragsverlängerung signalisiert. 2019/20 wäre für Bochtler, der im Sommer 2016 zum damaligen Landesligisten kam, die vierte Saison in Kirchbierlingen. „Wir wollten frühzeitig Klarheit haben“, so Bochtler. Auch mit Blick auf die Kaderplanung. Angesichts von Verletzungen im Laufe der Verbandsliga-Vorrunde hatte man über Zugänge in der laufenden Winterpause nachgedacht und nach Worten des Trainers „auch Fühler ausgestreckt“, aber weil einige verletzte Spieler zum Trainingsauftakt Ende Januar zurückkehrten, legte man die Pläne auf Eis. Um sie womöglich im Frühjahr oder Sommer umzusetzen.

Bochtlers Überlegungen hinter der Vertragsverlängerung bei Süd drehen sich um die Fortentwicklung der Mannschaft. „Ich will in der Rückrunde etwas verändern, was die Spielweise angeht“, sagt der Trainer. „In der Landesliga hatten wir meist im 4:4:2-System gespielt, in der Verbandsliga sind wir auf ein 5:4:1 gegangen und jetzt wollen wir das Ganze modifizieren.“ Er könne sich vorstellen, dass sein Team in einem halben Jahr, zur neuen Runde, „etwas anders auftritt“. An den Veränderungen wollte Bochtler schon jetzt, in der Vorbereitung auf die weitere Runde der laufenden Saison, arbeiten. Doch das Wetter und das krankheits- oder berufsbedingte Fehlen von Spielern im Training ließen das nicht zu. Auch hatte sich Bochtler mehr Trainingszeiten als im Vorjahr auf dem Kunstrasen am Wenzelstein gewünscht, doch brachte der neue Kunstrasen am Gollenäcker offenbar nicht die erhoffte Entlastung. Und die wenigen Einheiten auf dem Kunstrasen am Wenzelstein verbrachten Spieler und Trainer des SSV in den vergangenen Wochen oft genug zum Teil mit Schneeschippen, um den Platz zu räumen. Zwar seien inzwischen auch die Rasenplätze schneefrei, aber noch nicht gut bespielbar. Darüber hinaus fehlten bei Süd immer wieder Spieler im Training, weil verletzt, krank, beruflich oder wegen des Studiums verhindert.

„Stand jetzt bin ich mit der Vorbereitung nicht zufrieden“, sagt der Trainer. Auch die Testspiele hätten besser laufen können. Gegen den FC Memmingen II (1:1), den SV Oberzell (4:2) und den SSV Ulm 1846 (0:6) war Bochtler nur jeweils mit der ersten Halbzeit zufrieden – die zweite war „okay“ (Memmingen), „schlecht“ (Oberzell) oder sein Team sei „platt“ gewesen (Ulm). Zuletzt gegen Buch (3:3) gab es keinen Unterschied. „Das war von der ersten bis zur 90. Minute und von Nummer eins bis elf eine schwache Vorstellung.“ Gegen Buch testete Bochtler das 4:4:2-System – vor allem aber deshalb, weil in Stefan Hess, Jan-Luca Daur und Fabio Schenk drei zentrale Verteidiger fehlten und er den Angreifern Aaron Akhabue, Semir Telalovic und Hannes Pöschl Spielpraxis geben wollte. Das System mit zwei Angreifern sei aber auch eine Option für die Punkterunde, so Bochtler. Erst recht für die weitere Entwicklung der Mannschaft.

Der Auftakt in die neue Trainingswoche und die Einheit am Montag war dann ganz nach dem Geschmack von Bochtler. Ein von vornherein freier Kunstrasen und viele Spieler im Training – so ließ sich „unsere erste mannschaftstaktische Einheit“ in der Vorbereitung absolvieren. Daran anknüpfen will der Trainer, nachdem am Dienstagabend noch eine Laufeinheit anstand, im Trainingslager von Donnerstag bis Sonntag am Gardasee. Schon in der Vorsaison habe man darüber nachgedacht und dies im vergangenen Septemer erneut aufgegriffen, „wie es wäre, in der Vorbereitung im Winter ein Trainingslager zu veranstalten“, sagt Bochtler. „Wir hatten bisher noch nie eines, weder im Sommer noch im Winter.“

Die Mannschaft sprach sich dafür aus und so geht es am Donnerstag mit insgesamt 22 Personen – Spieler sowie Trainer, Co-Trainer und Torwarttrainer – nach Italien. Auch derzeit verletzte Spieler wie Jonas Guggenmoser und Daniel Maier sind dabei, fehlen werden nur Fabio Schenk, der nach seinem Auslandssemester gerade wieder eingestiegene Torhüter Fabian Heiland (beide studienbedingt), Stefan Hess (aus beruflichen Gründen) und der verletzte Timo Kästle. „Gruppen- und mannschaftstaktische Abläufe“ stünden im Zentrum der Einheiten, trainiert wird auf Naturrasen. Bochtler: „Wir haben 17 oder 18 Spieler, da können wir endlich trainieren, wie man es sich vorstellt.“

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