Bilderwelt des malenden Pfarrers beeindruckt

Lesedauer: 3 Min
Renate Müller-Buck dankte Wolfgang Steffel.
Renate Müller-Buck dankte Wolfgang Steffel. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Die Bilderwelt des malenden Pfarrers Sieger Köder (1925 - 2015) hat Dekanatsreferent Wolfgang Steffel am Dienstag im Franziskanerkloster beim Ehinger Frauenfrühstück vorgestellt. Als Jugendlicher kam Steffel mit Köder bei Zeltlagern in Kontakt und ist seitdem ein Bewunderer seiner Kunst.

Von 1971 bis 1975 war Sieger Köder nach seiner Priesterweihe Vikar in der Ulmer Kirchengemeinde St. Maria Suso und ab 1975 Pfarrer in Hohenberg und Rosenberg. Das Staunen, dass Gott Mensch wird, habe Sieger Köder angeregt, zuerst als Künstler und ab 1971 als Prediger zu wirken, sagte Wolfgang Steffel. Der Referent illustrierte dies mit einem Weihnachtsbild, bei dem der Künstler ein Buch mit dem Anfang des Johannesevangeliums in die Krippe gelegt hatte. Darauf ist zu lesen: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ „Der Glaube gibt Schwung und verdreht den Kopf“, habe Köder seine Motivation ausgedrückt.

„Er war schon mal weg, als noch niemand vom Jakobusweg sprach“, formulierte der Referent Köders Aufbruch zu seiner Pilgerreise durch den Glauben. Der Tugend der Stoiker, sich über nichts zu wundern, habe er Platons Staunen als Beginn der Philosophie gegenübergesetzt. Wenn Gott Mensch wird, sei die Welt wichtig. Leibfeindlichkeit sei dabei fehl am Platz. Sieger Köder habe gesagt: „Ich mag die Menschen, denen der liebe Gott den Kopf verdreht.“ Er sei ein kinderfreundlicher Mensch gewesen und habe die Jugendlichen im Zeltlager mit einer Medaille beeindruckt. 200 Ministranten habe er dazu gebracht, längere Zeit, ohne ein Wort zu sagen, gebannt ins Lagerfeuer zu blicken.

Sieger Köder stand der Synthese von naturwissenschaftlicher Evolutionstheorie und christlicher Heilsgeschichte des französischen Jesuiten, Paläontologen, Anthropologen und Philosophen Pierre Teilhard de Chardin (1881 bis 1955) positiv gegenüber. „Die Fenster sind offen“, habe er Teilhards Anschauung ebenso begrüßt wie die Öffnung der Kirche für die Wirklichkeit durch Papst Johannes XXIII. Sieger Köder weckte in Wolfgang Steffel das Interesse für Leben und Werk des Ellwangener Volksmissionars Philipp Jeningen (1642 - 1704).

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen