Band XÄV animiert in der Kirchener Halle zum Tanzen

Lesedauer: 5 Min
XÄV brachte in Kirchen die Tänzer in Schwung.
XÄV brachte in Kirchen die Tänzer in Schwung. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Auf 324 Lebensjahre bringen es alle fünf Musiker von XÄV zusammen. Das ergibt einen Durchschnitt von beinahe 65 für jeden Einzelnen einer Band, die am Samstag in Kirchen bei paarweisem Tanz die Leute in Schwung hielt.

Was früher Black Sunday und ab 1998 Six and One hieß, nennt sich seit 2005 kurz und bündig XÄV. Der Kürze und Prägnanz des früheren Spitznamens des nach wie vor äußerst vitalen Frontmanns Xaver Tress aus Münsingen verdankt die ehemalige Band Black Sunday ihren heutigen Namen. XÄV nennt sie sich seit 13 Jahren, vorher zwischendurch “Six and One“. „Mier send richdig guedd em Safdd“, beschreibt Anton Merkle aus Ertingen den gegenwärtigen Zustand der fünf kaum gealterten Musiker. Geprobt wird selten und wenn, dann bei ihm im Keller. Von früher her sei man noch gut eingespielt und froh, noch etliche Jahre auftreten zu können. „Mick Jagger ist 75, und was der kann, bringen wir auch noch fertig“, zieht Done den passenden Vergleich und beweist dessen Zutrefflichkeit auf der Bühne am Keyboard sowie mit Gitarre und Saxophon und erst recht, wenn er singt. Sehr gut bei Stimme sind auch Keyboarder Peter Baumeister aus Riedlingen und Bassist Willy Münch aus Zwiefalten. Manfred Birth aus Mengen hält den Rhythmus am reich bestückten Schlagzeug in Bewegung.

Mit Bravour und scheinbar mühelos bewältigt das erfahrene Quintettam Abend die Wiederbelebung eines halben Jahrhunderts Hitgeschichte. Zusehends vermehrt sich die anfangs auf 60 beschränkte Besucherzahl der von der Kirchener Feuerwehr organisierten Veranstaltung auf mehrere hundert. Gleich beginnen sieben Paare zu tanzen. Am Ende sind es rund 50 Leute, die sich paarweise rhythmisieren lassen. Wie gewöhnlich, kam die Jugend etwas später. Ein 16-Jähriger war wohl der Jüngste. Gegen halb zehn fand er sich mit seinen Kumpels von der Kirchener Molke ein, und seine Mama spendierte ihm den Eintritt um acht Euro. Es geht halt doch nichts über gute Eltern.

Erinnerung an die 60er-Jahre

„I glaub, 25 Johr isch es her, dass mr en Kircha 's ledschd Mol gschbieldd hend“, erinnert sich Xaver an einen Auftritt vor einem Vierteljahrhundert und fordert mit „Let’s dance“ von The Cats zum Weitertanzen auf. 1972 entstand der Song und hielt sich lange ganz vorn in den Charts. Von noch früher ist das 1964 von Rocky Orbison geschmachtete Hit „Pretty Woman“. Das war, als noch nicht jeder das Geld für einen einfachen Plattenspieler zusammen hatte. Aber „We're Gonna Have A Good Time Together“, versprach Velvet Underground und man konnte sich immer mehr leisten. „Wenn’s eich guedd gohdd, gohdd’s eis au guedd“, tönte es von der Bühne, und allen ging es bestens.

Das muss übrigens keineswegs das letzte Mal gewesen sein. Am 1. Juni des kommenden Jahres belebt XÄV das Mundinger Waldfest. Wer es bis dahin nicht ohne aushält, fährt bereits am 30. April die Ertinger Kulturhalle an. Früher war nicht alles besser, aber vieles doch ganz schön auregend.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen