Bäuerliche Landwirtschaft mehr fördern

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Paul Stiehle zeigte Hilde Mattheis (Mitte) und Elvira Dobrinski-Weiß (beide SPD) den Bio-Hof seiner Familie in Schlechtenfeld.
Paul Stiehle zeigte Hilde Mattheis (Mitte) und Elvira Dobrinski-Weiß (beide SPD) den Bio-Hof seiner Familie in Schlechtenfeld. (Foto: SZ- Johannes Nuß)

Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis hat am Montagabend den Biohof von Familie Stiehle in Schlechtenfeld besichtigt. Zur Unterstützung in Sachen Agrarpolitik wurde sie dabei von Parteifreundin Elvira Dorbinski-Weiß begleitet, die als Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft das nötige Fachwissen mit im Gepäck hatte.

Vor Ort informierten sich die beiden Politikerinnen über die Umstellung des Hofes von konventioneller Landwirtschaft hin zur rein biologischen Nutzung. Derzeit ist der Hof in Schlechtenfeld noch voll im Wandel, erklärte Sigrid Stiehle: „Seit Mitte 2015 sind wir dabei, unseren landwirtschaftlichen Betrieb auf biologische Wirtschaftsweise umzustellen.“ Inzwischen haben sich die Stiehles auch dem Bioland-Verband angeschlossen.

Nachdem die Umstellung im Juli 2015 erst langsam begonnen hatte, konnte im Januar 2016 bereits die Ernährung des Milchviehs komplett auf Biofutter geändert werden. Seit Juli vergangenen Jahres nun können sie den Sommer über auf die Weide und erhalten zusätzlich Grünfutter. Seit Anfang dieses Jahres hat die Milch Bioqualität und wird in der hauseigenen „Milchtankstelle“ montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr im Selbstbedienungs-Hofladen verkauft. Aktuell verfügen Stiehles über 65 Kühe plus Nachwuchs.

Ebenso erhalten die Hühner auf dem Hof Stiehle seit vergangenem Jahr Biofutter, konnten Mattheis und Dobrinski-Weiß erfahren. Ab kommenden Herbst erhält auch das Geflügel Auslauf im Grünen, sodass dann die Umstellung auf Bio mit den ersten Bio-Eiern abgeschlossen sein wird.

Daneben bietet Sigrid Stiehle in der Backstube jeden Mittwoch frische Brote und Gebäck aus dem Steinofen an. Alle Backwaren würden ohne vorgefertigte Backmischung, chemische Stabilisatoren, Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel hergestellt. Sie versuche auch diesen Teil komplett auf Bio umzutellen: „Aber es ist nicht so einfach. Sie können nicht die Rezepte 1:1 übernehmen. Aber wir arbeiten daran“, betonte Stiehle.

Mattheis und Dobrinski-Weiß erklärten beide, dass es in den entsprechenden Ausschüssen durchaus unterschiedliche Positionen zur konventionellen und biologischen Landwirtschaft gebe. „In anderen Teilen Deutschlands etwa ist die industrielle Landwirtschaft ein viel größerer Produktionszweig als hier in Baden-Württemberg. Die biologische und bäuerliche Landwirtschaft muss daher mehr gefördert werden“, betonte Hilde Mattheis.

Der stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Lutz Deckwitz gab den Abgeordneten den Wunsch mit, dass Kirchen doch bitte ins Biosphärengebiet aufgenommen werden soll.

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