Autor Fabian Lenk besucht Ehinger Gymnasium

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Äußerst lebendig vermittelt Fabian Lenk Geschichte.
Äußerst lebendig vermittelt Fabian Lenk Geschichte. (Foto: SZ- kurt efinger)
Schwäbische Zeitung
Kurt Efinger

George Herbert, 5th Earl of Carnarvon, ist es zu verdanken, dass der niedersächsische Schriftsteller Fabian Lenk am Dienstag Schüler des Ehinger Johann-Vanotti-Gymnasiums mit einem von ihm geschriebenen Buch vertraut machen konnte. Gebannt lauschten die Fünft- und Sechstklässler den Ausführungen des Autors und den Leseproben aus „Der Fluch des Pharao“, Band 36 der Reihe „Zeitdetektive“.

Hätte der äußerst wohlhabende Right Honourable George Herbert im Jahr 1922 nicht die Ausgrabungen des britischen Archäologen Howard Carter mit 35 971 Pfund Sterling finanziert, wäre Fabian Lenk nicht in der Lage gewesen, die Geschichte von Grab 62 im ägyptischen Kings' Valley zu kennen, geschweige denn kindgerecht aufzuarbeiten.

Genau das aber ist es, was den früheren Chefredakteur der Bremer Tageszeitung „Weser-Kurier“ umtreibt. „Mein Lieblingsfach war immer Geschichte“, outete sich der frühere Schüler als historisch rückwärts gewandt mit dem in Richtung der Geschichtskenntnisse kommender Generationen vorwärts gerichteten Blick – auf dass der angebliche Fluch des Pharao keinen Schaden anrichte. Der Fluch des Pharao bezeichnet die Vorstellung, dass die altägyptischen Könige ihre Gräber mit magischen Sprüchen gegen Eindringlinge geschützt hätten. Tutanchamun scheint nicht geflucht zu haben. Schließlich hatte er nichts zu verbergen und hätte die Bewunderung der Welt für seine wunderschöne Totenmaske in Blau und Gold genossen. So geschah es denn im November 1922. Die Abendsonne senkte sich über das Tal der Könige, als Howard Carter die Entdeckung des Jahrhunderts machte. Er fand das sagenumwobene Grab des Pharao Tutanchamun. Doch der einmalige Fund gibt den vier von Schriftsteller Fabian Lenk auf die Spur gesetzten Zeitdetektiven, darunter ein schlauer Kater, Rätsel auf: Wer hat das Chaos in der Vorkammer von KV62 hinterlassen? Und wer hat zwei wertvolle Grabbeigaben gestohlen? War es einer der Helfer, wie Carter vermutet – oder steckt der Archäologe etwa selbst dahinter? Von wem stammt der Fußabdruck im Bodenstaub? Von antiken Grabräubern, wie Carter behauptet?

Alle Rätsel der Geschichte sind noch nicht gelöst. Für künftige und möglicherweise aus den Reihen der Schüler des Johann-Vanotti-Gymnasiums hervorgehende Historiker und Archäologen bleibt noch viel zu tun, der Welt die Augen für die Schönheit der menschlichen Kultur zu öffnen.

Fabian Lenk weckt mit seinen äußerst lebendig geschriebenen Büchern und seinen gestisch wie akustisch ausdrucksstarken Vorträgen das Interesse von Kindern, die dabei sind, ihre Welt mit Bildern und Vorstellungen anzureichern. Das schaffen herkömmliche Schulgeschichtsbücher nach Aussage von Fabian Lenk vielfach nicht in zufriedenstellendem Maß. „Dieses Jahr knacke ich die 200“, sagt er auf die Frage nach der Zahl der von ihm publizierten Bücher. Seine Journalistentätigkeit gab er auf, als er merkte, dass man von der Buchproduktion gut leben kann, wenn man Verlage findet, die sich daraus ein Geschäft versprechen. Mit Lenk haben sie schon vier Millionen Exemplare umgesetzt.

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