Auftakt nach Maß ins neue Jahr

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 Tim Hasbargen (Mitte, hier im Spiel gegen Tübingen) war mit 17 Punkten erfolgreichster Werfer der Steeples in Hagen.
Tim Hasbargen (Mitte, hier im Spiel gegen Tübingen) war mit 17 Punkten erfolgreichster Werfer der Steeples in Hagen. (Foto: SZ-Archiv: mas)

Auftakt nach Maß für die Zweitliga-Basketballer des Teams Ehingen Urspring: Die Steeples entschieden ihr erstes Spiel des neuen Jahres in der ProA bei Phoenix Hagen mit 81:79 für sich und beendeten damit auch die Erfolgsserie (acht Siege in Folge) des bis Samstag Tabellendritten. Die Mannschaft von Trainer Domenik Reinboth führte in der zweiten Halbzeit bereits mit knapp 20 Punkten Vorsprung, ehe es am Ende noch einmal eng wurde.

„Gut 35 Minuten lang haben wir das Spiel kontrolliert und teilweise dominiert“, freute sich Trainer Reinboth über den starken Auftritt gegen Hagens Mannschaft, gegen die Ehingen Urspring noch vor wenigen Wochen in eigener Halle mit 81:83 den Kürzeren gezogen hatte. Doch schon das Hinrundenduell im Dezember hätten die Steeples nicht verlieren müssen und eine zweite Niederlage gegen Phoenix wollten sie unbedingt vermeiden. Genauso trat das Team auch auf, vom ersten Sprungball an. Rayshawn Simmons eröffnete mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf die Partie und die Steeples behaupteten auch in der Folge – vor allem dank Tim Hasbargen, am Ende mit 17 Punkten bester Werfer der Gäste – die Führung, auch wenn Hagen immer wieder herankam. Dann setzte sich Ehingen Urspring erstmals ab, Hasbargen, zweimal Seger Bonifant und Dominique Uhl verwandelten ein 14:13 in ein 22:13. Verantwortlich dafür war nicht nur die Offensivleistung der Steeples, sondern auch deren Abwehr, die vor allem die Phoenix-Schlüsselspieler wie den US-Amerikaner Alex Herrera kaum zur Entfaltung kommen ließ. Herrera kam in der gesamten ersten Halbzeit nur auf sechs Punkte. „Für mich ist er einer der besten Center der Liga. Ihn ganz auszuschalten, das geht nicht, aber wir haben ihn gut verteidigt und ihm das Leben schwer gemacht“, so Reinboth. Auch Ex-Steeples-Profi Joel Aminu, im Hinrundenspiel noch einer der entscheidenden Akteure seiner Mannschaft, blieb diesmal blass (vier Punkte in der ersten, zwei in der zweiten Halbzeit). Anders als in der ersten Begegnung mit Hagen in dieser Saison hatte Ehingen Urspring diesmal bei den Rebounds die Nase vorn, verwehrte dem Gegner, der in ersten Halbzeit eine schlechtere Trefferquote als die Steeples hatte, oft eine zweite Wurfchance. Vor allem aus der Distanz traf Hagen in den ersten 20 Minuten selten, nur einer von acht Versuchen landete im Korb (Ehingen Urspring: vier von acht). Phoenix fehlte zum einen das Glück, zum anderen kamen sie, der Verteidigung der Steeples geschuldet, oft nicht in eine günstige Wurfposition.

Ehingen Urspring entschied so das erste Viertel für sich (22:18) und blieb auch im zweiten Abschnitt auf Kurs. Die Gäste hielten Hagen zunächst auf Abstand, ehe Rayshawn Simmons und Kevin Yebo die Führung auf 31:22 ausbauten. Hagen antwortete und kam – nur unterbrochen von einem Dreier von Kevin Strangmeyer –auf 36:30 heran. Reinboth nahm eine Auszeit, um seine Spieler zu beruhigen und dem Hagen den Schwung zu nehmen. Die Steeples trafen nun wieder regelmäßig und lagen zur Halbzeit mit 45:36 vorn.

Zwar gelangen Herrera die ersten Punkte nach der Pause zum 45:38, doch die Antwort der Steeples waren Dreier von Hasbargen und Bonifant zum 51:38. Phoenix verkürzte, aber Hasbargen lieferte den nächsten Dreier hinterher zum 54:40. „Wir haben unsere Würfe von außen getroffen“, sagte Reinboth. Am Ende waren es neun Treffer aus der Distanz bei einer Quote von rund 40 Prozent (Hagen: fünf Treffer, 24 Prozent). Die Heimmannschaft kam immer wieder etwas näher heran, doch die Steeples hielten dagegen und gingen mit einer 65:55-Führung ins Schlussviertel.

Daniel Monteroso mit fünf Punkten in Folge baute die Führung zu Beginn des letzten Abschnitts auf 70:55 aus, wenig später wuchs der Vorsprung dank Dominique Uhl auf 74:57. Kurz darauf traf Simmons zum 76:59. Viereinhalb Minuten vor Schluss sah es nach der Entscheidung zugunsten der Gäste aus. Weit gefehlt. Zwei Dreier von Kristopher Fullwood-Davis, der in der Schlussphase aufdrehte, und zwei Punkte von Herrera halbierten Hagens Rückstand (76:67). Eineinhalb Minuten vor Ende, nach einem weiteren Dreier von Fullwood-Davis, hieß es nur noch 78:74. Reinboth nahm eine Auszeit.

23 Sekunden vor Ende verkürzte Fullwood-Davis auf 78:76. Phoenix zwang danach durch ein schnelles Foul die Steeples an die Freiwurflinie, doch Spielmacher Simmons behielt die Nerven – 80:76. Fullwood-Davis schloss Hagens nächsten Angriff rasch und erfolgreich ab und erhielt zudem noch einen Freiwurf, da er beim Wurf gefoult worden war. Der Vorsprung der Steeples war nun nur noch minimal (80:79). Dann leisteten sich die Steeples noch einen Ballverlust, der Hagen 13 Sekunden vor Schluss einen weiteren Angriff bescherte und die Chance eröffnete, das Spiel auf den letzten Drücker zu drehen. Doch diesmal verfehlte Fullwood-Davis den Korb und der Rebound landete bei Hasbargen. Tim Hasbargen setzte dann auch offensiv den Schlusspunkt – nachdem er gefoult worden war, verwandelte er einen seiner beiden Freiwürfe zum 81:79-Endstand.

Der Coup der Steeples war perfekt, auch wenn die Gäste in der Schlussphase noch gehörig hatten zittern müssen. Dass sein Team, das in den letzten rund sechs Minuten des Spiels auf Tanner Leissner (Risswunde) verzichten musste, einen komfortablen Vorsprung verspielt und sich dennoch behauptet hatte, daraus zog Trainer Reinboth Positives. „So ein Sieg setzt noch mehr Emotionen frei.“ Zufrieden verbuchte Domenik Reinboth nicht nur den bereits neunten Sieg im 17. Spiel der Saison, sondern auch die Tatsache, dass seine Mannschaft erstmals nach nach längerer Zeit wieder weniger als 80 Punkte kassiert zu haben. „Wir haben immer gesagt, dass wir einen Gegner unter 80 halten müssen, das haben wir diesmal geschafft.“

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