Erholungsraum in der Pandemie: Auf was man im Wald unbedingt achten sollte

Auch Wildtiere brauchen ihre Rückzugsorte. Deshalb gilt das Landeswaldgesetz, um die steigende Freizeitnutzung durch die Mensche
Auch Wildtiere brauchen ihre Rückzugsorte. Deshalb gilt das Landeswaldgesetz, um die steigende Freizeitnutzung durch die Menschen zu regeln und allen den Zugang zum liebsten Erholungsort zu ermöglichen. (Foto: Robin Loznak/dpa)
Schwäbische Zeitung

Der Wald ist ein beliebter Ausflugs- und Erholungsort. Gerade in Corona-Zeiten gilt das mehr denn je. Allerdings ist er auch der Lebensraum und Rückzugsort vieler Tier- und Pflanzenarten und erfüllt vielfältige Naturschutzfunktionen. Damit Freizeitnutzung und Natur konfliktfrei Hand in Hand gehen können, müssen bestimmte „Spielregeln“ gelten, auf die das Landratsamt nun ausdrücklich hinweist.

Gerade jetzt im Frühsommer und angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie ist der nahegelegene Wald ein attraktiver und beliebter Ort für unterschiedlichste Freizeitaktivitäten. Aufenthalt und Bewegung an der frischen Luft sind ein willkommener Ausgleich zu den Corona-bedingten Einschränkungen, Homeoffice und Homeschooling.

Wald erfüllt Naturschutzfunktion

Der Wald ist für uns alle auf eigene Gefahr frei zugänglich, unabhängig davon, wem er gehört. Rund 40 Prozent des Waldes im Alb-Donau-Kreis gehören Privatpersonen, die anderen rund 60 Prozent dem Land, den Kommunen und den Kirchen. Der Wald ist aber kein uneingeschränkter Freiraum für Freizeitaktivitäten aller Art.

Er ist auch der Lebensraum und Rückzugsort vieler Tier- und Pflanzenarten und erfüllt vielfältige Naturschutzfunktionen. Dieser Tatsache sollten sich alle Waldbesucherinnen und -besucher stets bewusst sein und sich dementsprechend rücksichtsvoll verhalten. Damit die Lebensgemeinschaft Wald und andere Erholungsuchende durch ihre Aktivitäten nicht gestört werden, gilt das Landeswaldgesetz, so die Forstfachleute im Landratsamt Alb-Donau-Kreis.

Das müssen Sie beachten beim Befahren des Waldes

Das Fahren mit Kraftfahrzeugen und das Abstellen von Fahrzeugen und Anhängern im Wald ist grundsätzlich unzulässig. Parken ist nur auf ausgewiesenen Parkplätzen erlaubt. Waldeingänge müssen für Holztransporte und gegebenenfalls auch Rettungsfahrzeuge frei bleiben.

Fahrradfahren und Reiten ist nur auf Wegen über zwei Meter Breite und speziell ausgewiesenen Trails und Pfaden erlaubt. Bauliche Anlagen, wie künstliche Hindernisse und Schanzen dürfen nur mit Genehmigung angelegt werden. Rücksichtnahme auf Spaziergänger und andere Erholungssuchende sollte selbstverständlich sein.

Diese Bereiche sind Tabu

Bleiben Sie bitte auf vorhandenen Wegen und Pfaden. Jetzt im Frühjahr bekommen Wildtiere ihren Nachwuchs und brauchen vom Menschen ungestörte Orte. Einzelne Jungtiere in Wiesen oder im Wald sind in der Regel nicht verwaist und hilfsbedürftig. Lassen Sie diese in Ruhe und fassen Sie sie nicht an. Hunde sollten in dieser Zeit im Wald an der Leine geführt werden. Generell sollte der Wald in Dämmerungszeiten eher nicht betreten werden.

Gesperrte und gekennzeichnete Bereiche (z.B. wegen forstbetrieblicher Arbeiten) sind zu beachten und dürfen auch dann nicht betreten werden, wenn für Sie keine Arbeiten erkennbar sind. Achtung, hier besteht oftmals Lebensgefahr. Verjüngungsflächen, Forstkulturen, jagdliche Einrichtungen (Hochsitze etc.) und Holzpolter dürfen aus Schutz- und Sicherheitsgründen nicht betreten werden.

Vorsicht Brandgefahr

Feuermachen ist nur an öffentlich ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt. Im Wald gilt in der Zeit zwischen 1. März und 31. Oktober ein Rauchverbot. Die Forstbehörden empfehlen aber, das Rauchen im Wald grundsätzlich sein zu lassen.

Zelten im Wald ist ohne besondere Erlaubnis verboten.

Bitte entsorgen Sie ihren Abfall zuhause oder an öffentlichen Müllbehältern. Jeglicher Abfall, auch Taschentücher, Hundekot-Beutel und Hygienemasken haben im Wald nichts verloren. Abgesehen von der optischen Beeinträchtigung stellen solche Abfälle oftmals auch eine Gefahr für die Wildtiere dar.

Organisierte Veranstaltungen, wie Sportveranstaltungen oder auch geführte Wanderungen gegen Entgelt bedürfen der Genehmigung der Forstbehörde.

Mit den Spielregeln klappt es ganz sicher

Zusammengefasst gilt: Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie die Erholung anderer nicht beeinträchtigt wird. Wenn sich alle an diese Regeln halten und generell Rücksicht üben, steht einem konfliktfreien Miteinander von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes nichts entgegen.

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