ARD überträgt Ehinger Gottesdienst live

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Pfarrer Harald Gehrig wird an Fronleichnam, hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr auf dem Ehinger Marktplatz, live in der ARD z
Pfarrer Harald Gehrig wird an Fronleichnam, hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr auf dem Ehinger Marktplatz, live in der ARD zu sehen sein. (Foto: SZ-Archiv kö)
Schwäbische Zeitung
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Der Fronleichnamsgottesdienst am 31. Mai wird für Ehingens Stadtpfarrer Harald Gehrig ein ganz besonderer Gottesdienst werden. Denn der SWR wird für die ARD den Gottesdienst von Ehingen aus live übertragen. Geplant sind 45 Minuten live aus der Stadtpfarrkirche St. Blasius, anschließend soll von dort aus eine kleine Prozession zum Ehinger Marktplatz ziehen. Insgesamt möchte das Erste Deutsche Fernsehen eine Stunde live aus Ehingen senden.

Regelmäßig überträgt die ARD am Sonntagmorgen Gottesdienste aus größeren und kleinere Kirchen live im Fernsehen. „Vor Weihnachten ist der Rundfunkbeauftragte unserer Diözese beim SWR, Peter Kottlorz, auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir es vorstellen könne, dass die ARD einen meiner Gottesdienste live überträgt“, erklärt Ehingens Stadtpfarrer Harald Gehrig. Da Gehrig als Bischofssekretär in Rottenburg bereits Erfahrungen mit Live-Gottesdiensten im Fernsehen sammeln konnte, sagte er zu und machte somit ein Projekt für Ehingen draus.

„Ich habe sofort Rücksprache mit unserem Kichenmusikdirektor Volker Linz gehalten, weil eine Live-Übertragung im Fernsehen natürlich auch für die Musik und die Chöre einen besonderen Aufwand bedeutet“, sagt Gehrig, der bereits mitten in den Planungen für den Gottesdienst steckt. Dieser wird allerdings, nicht wie in Ehingen üblich, am Fronleichnamsmorgen auf dem Ehinger Marktplatz gefeiert, sondern in der Stadtpfarrkirche St. Blasius. „Schlechtes Wetter wäre natürlich für eine Live-Übertragung nicht gut. Deswegen findet der 45-minütige Gottesdienst in St. Blasius statt“, erklärt der Stadtpfarrer.

Prozession zum Marktplatz

Nach dem Gottesdienst – so die aktuellen Planungen – könnte dann laut Gehrig eine kleine Prozession zum Marktplatz führen, wo ein Altar aufgebaut wird. „Dort könnten wir zum Abschluss ein Gebet und den Segen sprechen“, sagt Gehrig und betont: „Das alles ist auch für mich sehr aufregend, da es natürlich bundesweit übertragen wird. Da wollen wir uns natürlich keine Blöße geben“, sagt Gehrig.

Um die Ehinger Stadtpfarrkirche in Sachen Licht und Ton perfekt auf die Live-Übertragung vorbereiten zu können, wird sich Harald Gehrig in rund eineinhalb Wochen mit dem zuständigen ARD-Redakteur treffen, der Regisseur wird ebenfalls mit einem Drehbuch nach Ehingen kommen. „Die Leute werden sich den Marktplatz und die Kirche anschauen, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Geht es nach mir, wird zudem ein Bläserensemble der Stadtkapelle den Gottesdienst musikalisch begleiten, zudem würde es schön sein, wenn die Stadtkapelle mit uns die Prozession zum Marktplatz läuft“, betont Gehrig.

Freude am Tüfteln

Dort könnte dann die Ehinger Bürgerwache beim Eintreffen der Prozession bereits stehen. „Das alles würde ein tolles Bild abgeben“, erklärt der Geistliche und sagt: „Es macht mir gerade große Freude, das alles auszutüfteln. Im Mai werden wir nochmals eine Begehung mit der Polizei und anderen Behörden haben“, verrät der Stadtpfarrer. Drei Tage vor Fronleichnam wird dann das Fernsehteam des SWR nach Ehingen kommen, um alles für die einstündige Live-Übertragung vorzubereiten. „Es werden dann an allen drei Tagen Proben stattfinden. Das wird sicher spannend werden, zu sehen, wie ein Fernsehteam hier vorgeht“, so Gehrig.

Dass eine Live-Übertragung aber auch Einschnitte in die Gewohnheit mitbringt – darüber ist sich der Stadtpfarrer im Klaren. „Der Gottesdienst wird nicht auf dem Marktplatz stattfinden, kürzer und sicherlich ein wenig anders sein, als es die Ehinger gewohnt sind“, so der Pfarrer, der erklärt: „Die Sinnspitze einer Live-Übertragung im Fernsehen liegt darin, dass Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht in die Kirche gehen können, einen Gottesdienst dann zumindest am Fernsehen mitfeiern können. Das muss man im Blick haben.“

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