Alte Tradition lebt auf – Berg Brauerei backt wieder Brot

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Oberbürgermeister Alexander Baumann eröffnet den Raum. Sehr zur Freude von Uli Zimmermann und seiner Frau Beate.
Oberbürgermeister Alexander Baumann eröffnet den Raum. Sehr zur Freude von Uli Zimmermann und seiner Frau Beate. (Foto: SZ- warnack)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Brauereichef Uli Zimmermann hat am Montagmorgen mit vielen geladenen Gästen im Obergeschoss der Brauereiwirtschaft die neue Braubackstube eingeweiht. Herausgekommen ist ein moderner Veranstaltungsraum, der die Tradition des Bierbrauens und des Backens aufgenommen hat.

Es war nur ein kleiner schwarzer Hebel, den Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann betätigte, um offiziell den Startschuss zur Braubackstube in Berg zu geben. Doch hinter dieser Symbolik verbirgt sich mehr. „Ich bin hier als Kind herumgerannt“, sagt Brauereichef Uli Zimmermann.

Denn dort, wo Zimmermann nun seine Braubackstube beheimatet, war früher die Wohnung seiner Eltern. Ein Relikt dieser Zeit ist noch der aufgearbeitete Dielenboden. „Backen und Brauen gehört in eine Hand“, erklärt Zimmermann, der auf ein Dokument aus dem Jahre 1466 verweist, in dem das Backen als Recht für das Gebäude der Brauereiwirtschaft aufgelistet ist.

Wir können nicht in den Wettbewerb mit den großen Brauereien gehen, wir können hier nicht die großen Werbegelder für das Fernsehen ausgeben.

Brauereichef Uli Zimmermann

„Wir als kleine Brauerei ziehen unsere Chancen aus der Geschichte. Wir können nicht in den Wettbewerb mit den großen Brauereien gehen, wir können hier nicht die großen Werbegelder für das Fernsehen ausgeben“, sagt Zimmermann und betont: „Deswegen nutzen wir als kleine Brauerei andere Chancen. Und eine davon liegt im Erhalt der Tradition. Und deswegen lassen wir nun die historische Brotkultur wieder aufleben. Denn sowohl das Brot, als auch das Bier kommt vom Korn und in beiden Prozessen wird auch Hefe verwendet.“

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Allgemein sieht sich Zimmermann mit seiner Berg Brauerei auf einem guten Weg. „Wir entwickeln uns als Brauerei gut“, betont der Braumeister, der künftig in dem Raum im ersten Stock der Brauereiwirtschaft Bierverkostungen mit Biersommelier, eine Bier- und Brotbackzeit sowie den klassischen Bierbraukurs als Seminar anbieten wird.

Für Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann ist diese Umbaumaßnahme im Teilort Berg nicht nur ein weiterer Mosaikstein für die Bierkulturstadt Ehingen. „Es ist ein weiterer Schritt der Fortenwicklung. Ich kann mich noch gut an die Wiedereröffnung der umgebauten Brauereiwirtschaft erinnern. Auch dieser Raum hier ist voller Authenzitität und die verwendeten Materialien sorgen für einen großen Wohlfühlfaktor“, so das Stadtoberhaupt. Baumann bezeichnete die Berg Brauerei mit all ihren Angeboten als Magnet für die Region. „Sie spielen im Biosphärengebiet und der Bierkulturstadt eine wesentliche Rolle, auch als Tourismusfaktor“, betont Baumann.

Tradition und Zukunft

Das sieht auch der CDU-Landtagsabgeordnete Manuel Hagel so. „Die Region zwischen Alb und Bodensee, also Ehingen, ist eine sehr wirtschaftsstarke Region. Das liegt an den Menschen und natürlich auch dem Lebensgefühl, das wir hier haben. Und die Berg Brauerei steht sinnbildlich dafür. Sie zeigen hier, dass sich Tradition und Zukunftsgewandheit nicht ausschließt“, so der Abgeordnete.

So sieht die neue Braubackstube im ersten Stock der Brauereiwirtschaft im Ehinger Teilort Berg aus.
So sieht die neue Braubackstube im ersten Stock der Brauereiwirtschaft im Ehinger Teilort Berg aus. (Foto: SZ- warnack)

Bisher haben die Brauseminare im Sudhaus stattgefunden, wie Thomas Graf, Betriebsleiter der Brauereiwirtschaft, deutlich machte. „Diese Seminare haben immer einen großen Zuspruch erhalten. Nun werden wir sie hier abhalten“, erklärt Graf, der froh darüber ist, „nun alles in einem Haus“ zu haben. Besonders stolz ist Braumeister Uli Zimmermann nicht nur auf den Raum, sondern auch auf die Details. So hat Zimmermann beispielsweise ein großes Bild aufgehängt, in dem alte Rechnungen an die Brauerei aus dem vergangenen Jahrundert zu sehen sind. „Die sind von vielen alten Ehinger Betrieben und hoffentlich auch alle bezahlt“, sagt Uli Zimmermann stolz.

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