Als Rodeln noch verboten war: Wintersport-Ausstellung ist eröffnet

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Oscar Maucher, Valentin Maucher, Josef Mantz und Werner Mittag (v.l.) beim Singen und Musizieren.
Oscar Maucher, Valentin Maucher, Josef Mantz und Werner Mittag (v.l.) beim Singen und Musizieren. (Foto: SZ- hog)
Friedrich Hog

Die am Sonntag eröffnete Weihnachtsausstellung des Museums widmet sich diesmal ganz dem Thema Wintersport einst und jetzt in und um Ehingen. Bis zum 29. März sind Schlitten, Schlittschuhe, Ski und Co. aus den vergangenen gut 100 Jahren zu bewundern. Hinzu kommen historische Fotos und instruktive Texte.

Mit Akkordeonmusik und Gesang startete die Ausstellungseröffnung. Die Besucher wurden von Akkordeonspieler Josef Mantz und seinen Enkeln Oscar und Valentin Maucher sowie Werner Mittag an verschiedenen perkussiven Glocken beim Singen von „Lasst uns froh und munter sein“ gleich einbezogen.

Schlittenfahren verboten

Stadtarchivar und Museumsleiter Ludwig Ohngemach ging in seiner Begrüßung zurück ins Jahr 1783, als der Magistrat verkündete, „dass das Schlittenfahren der Knaben in der Stadt verboten sei“. 1804 habe ein Statut des Gymnasiums festgelegt, „dass Rodeln und Schleifen auf dem Eise von einer besonderen Erlaubnis des Präfekten abhängig sei“. Schlittenfahren habe man am Gänsberg, am Lammberg und in der Webergasse gekonnt. Da die Ausstellung neben Exponaten des Museums viele Leihgaben enthält, dankte Ohngemach den Leihgebern.

Musikalisch trat das Quartett mit weiteren Weihnachtsliedern in Erscheinung, ehe der Vorsitzende der Museumsgesellschaft, Franz Romer, die Besucher begrüßte, unter ihnen Kulturamtsleiterin Marion Greiner-Nitschke. Romer teilte das Skilaufen in Abfahrtslauf, Langlauf und Tourenlauf ein und präsentierte so manche Anekdote.

So sei beim Schlittschuhlaufen auf dem Groggensee jener nicht unerhebliche Teil besonders gepflegt gewesen, der den wenigen Eiskunstläufern vorbehalten gewesen sei. „Wir anderen mussten uns durch das ungepflegte Eis kämpfen.“ Ferner erwähnte Romer auch die drei Abfahrten am Tränkberg, „jene vom Pflug aus reichte bei Bedarf bis in die Schmiech“. Diese Mutigen hätten hiernach rasch den Nachhauseweg angetreten. Romer sprach die Skizunft Ehingen an, die 1932 gegründet und 1936 gleichgeschaltet wurde. Nach dem Krieg sei sie neu ins Leben gerufen worden.

Handgefertigte Skier

Er erwähnte den Nordhang von Briel mit seinen einstigen Liften, wo es früher viel und lange Schnee gab. Sodann stellte er die Exponate vor: Skistiefel oder Ski, in Handarbeit angefertigt von Wagnermeister Anselm Braig im Hohen Haus in der Schwanengasse. Auch Schlittschuhe, Gleitschuhe, Handschuhe und Schlitten sind zu sehen. Hier ließ Romer durchblicken: „Es war schön auf dem Ehinger Groggensee“.

Zu den Höhepunkten gehört ein lenkbarer Schlitten, der in Ulm erfundene und 1911 patentierte „Patenter“. In Gerhausen finden noch heute ein Patenterrennen statt, zuletzt Anfang diesen Jahres. Bis 29. März ist die Ausstellung zu sehen, jeweils am Mittwoch von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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