Als der VfB Stuttgart in Rottenacker spielte

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Mit dieser Mannschaft wurde Trainer Christoph Daum (links) im Jahr 1992 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister.
Mit dieser Mannschaft wurde Trainer Christoph Daum (links) im Jahr 1992 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister. (Foto: archiv)
Hans Aierstok

Als Tabellendritter der Fußball-Bundesliga ist der VfB Stuttgart am 25. Januar 1992 Gast der verstärkten TSG Ehingen in Rottenacker gewesen. Am Ende der Saison ist der VfB Stuttgart Deutscher Meister geworden. Die Worte bei der Begrüßung von Bürgermeister Breymaier (Rottenacker) an Dieter Hoeneß wurden Wirklichkeit: „Mein Wunsch für den VfB. Am Ende zwei Plätze besser als jetzt. Die Nummer eins.“

Vor dem ersten Auswärtsspiel der Rückrunde in Rostock hatte VfB-Trainer Christoph Daum nach einem schneebedeckten Spielfeld Ausschau gehalten, da er im Norden Deutschlands ähnliche Verhältnisse vermutete. Reiner Kübler und Norbert Tress ließen damals ihre Verbindungen spielen und so wurde innerhalb von wenigen Tagen ein Spiel organisiert, das dann am Samstag mehr als 2000 Fans mobilisierte.

Die TSG Ehingen und die TSG Rottenacker haben damals als Organisatoren eine Meisterleistung geboten.

Um 13.12 Uhr fuhr der Mannschaftsbus des VfB Stuttgart vor das Rottenacker Sportheim. Die Stars zum Anfassen marschierten durch ein Spalier von begeisterten Fans in Rottenacker. Umkleiden und schon wenige Minuten später begann das Aufwärmen. Dann standen schon VfB-Manager Dieter Hoeneß und Christoph Daum dem Stadionsprecher Hans Aierstok zu Kurzinterviews zur Verfügung.

Es gab Ansprachen und Geschenke durch Ehingens damaligen Oberbürgermeister Johann Krieger und Rottenackers Bürgermeister Breymaier. Und immer noch strömten Fans ins Rottenacker „Stadion“. Mit allen Stars – nur der verletzte Günther Schäfer fehlte – präsentierte sich der Bundesliga-Dritte. Eike Immel, Uwe Schneider, Michael Frontzeck, Slobodan Dubajic, Alexander Strehmel, Guido Buchwald, Andreas Buck, Matthias Sammer, Fritz Walter, Maurizio Gaudino, Eyjölfur Sverisson sowie Ludwig Kögl, Manfred Kastl, Jürgen Kramny und Nils Schmäler.

Der Beginn war für die Auswahl nicht sehr vielversprechend. Michael Frontzeck eröffnete den Torreigen schon in der vierten Minute. Dubajic und Sammer stellten bis zur 13. Minute auf 3:0. Nach dem 4:0 durch Fritz Walter (40.) wurde jedoch vor der Pause Torhüter Eike Immel von Paul Egle und Claus Dietz geprüft. Fritz Walter legte zunächst zum 5:0 vor und traf nach der Pause noch drei Mal, je ein Mal trafen Jürgen Kramny und Manfred Kastl.

Die Auswahl spielte engagiert und gab keinen Zweikampf verloren. Mit etwas Glück wäre sogar ein Ehrentreffer möglich gewesen. Es kamen zum Einsatz: Rainer Pfisterer, Daniel Boljesic, Martin Seitz, Thomas Bausenhart, Paul Gumper, Steffen Bibinger, Herbert Schulz, Hubert Auber, Guido Schick, Paul Egle, Claus Dietz. Nach der Halbzeitpause eingewechselt wurden Holger Bibinger, Uli Striebel, Armin Beschorner, Marc Gröber, Udo Stocker, Peter Schlecker, Andreas Sonnenmoser und Torhüter Thomas Schmid.

VfB-Manager Dieter Hoeneß war voll des Lobes: „Ich bin begeistert über die große Resonanz und von der Organisation innerhalb weniger Tage.“ Dienstag bis Samstag ist nicht lange, wenn es um die Organisation eines solchen Großereignisses geht. VfB-Trainer Christoph Daum sagte unter anderem bei der anschließenden Pressekonferenz: „Beide Seiten boten eine Werbeveranstaltung für den Fußball. Unser Konzept ist jedoch nicht ganz aufgegangen, weil dem Gastgeber kein Tor gelang.“

Übrigens: Das anschließende Punktspiel in Rostock verlor der VfB damals mit 2:0, doch am Ende der Saison feierte der VfB Stuttgart die lang ersehnte Deutsche Meisterschaft.

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