Albverein erkundet den Bayerischen Wald

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Die Albvereinler aus Ehingen bei ihrem Ausflug.
Die Albvereinler aus Ehingen bei ihrem Ausflug. (Foto: verein)
Schwäbische Zeitung

Mit der Bahn haben sich 33 Wanderinnen und Wanderer des Schwäbischen Albvereines der Ortsgruppe Ehingen auf den Weg zur Wanderwoche in den Bayerischen Wald gemacht. In Zwiesel angekommen, wurde sogleich nach der Einquartierung eine Stadtführung mit einer ortskundigen Führerin in Angriff genommen.

Besonders bemerkenswert war die Besichtigung der unterirdischen Gänge von Zwiesel. Erstmals angelegt wurden diese Gänge wahrscheinlich im Spätmittelalter. Dieses Gängesystem sicherte mit Fluchtwegen, Verstecken und Vorratskammern das Überleben der Bewohner in Zeiten von Bedrängnis und Not. Die Fluchtkeller sind somit auch ein wichtiges Zeugnis für die Stadtgeschichte Zwiesels und verdeutlichen anschaulich die existenzielle Bedrohung, der die Stadt Jahrhunderte lang ausgesetzt war.

Die erste Wanderung am Sonntag führte auf den kleinen und großen Falkenstein. Die 700 erwanderten Höhenmeter, bei teilweise schwierigen Wegen, wurden mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Der Abstieg durch das Urwaldgebiet Höllbachgspreng verlangte den ansonsten geübten Wanderern die letzten Kraftreserven ab. Am nächsten Tag zeigte ein Ranger bei einer grenzüberschreitenden Wanderung durch den Böhmerwald (Tschechien) im Nationalpark Sumava, auch die beklemmenden Relikte des Kalten Krieges.

Nach vielen Informationen über die Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere verschiedenster Pilze, endete die fast siebenstündige Wanderung am Haus zur Wildnis in Ludwigsthal im Nationalpark Bayern. Beeindruckend ist die Glaspyramide bei der Zwiesel AG, die am Folgetag bewundert werden konnte. 93 665 maschinell geblasene Tritan-Kristallgläser sind auf 65 Ebenen, lose und ohne Klebstoff, zu einer 8,06 Meter hohen Glaspyramide übereinander gestapelt. Die Kristallglas-Pyramide wird umhüllt von einem transparenten Mantel aus Glas und wiegt satte 11,6 Tonnen. Sie gilt mittlerweile als Wahrzeichen der Glasstadt. Glasbläsern, die noch nach alter Handwerkskunst ihr Metier beherrschen, konnte die Wandergruppe bei der Fertigung von mundgeblasenen Gläsern zusehen.

Nachmittags von Bodenmais aus führte die Wanderung hoch zu den Rißlochwasserfällen. Die 200 Meter hohen Wasserfälle gelten als die höchsten im gesamten Bayerwald. Das Motto am Mittwoch war „Unterwegs auf den historischen Glasmacherwegen“ und so wurde hinauf zum Hennenkobel gewandert. Vorbei ging es an historischem Quarzbruch, wo früher der Rosenquarz abgebaut wurde, den man für die Glasherstellung benötigte. Die Wanderer kamen an diesem Tag auf 16 Kilometer und 400 Höhenmeter. Die letzte Wandertour führte auf den Großen Arber. Beginnend am großen Arbersee wurde der Gipfel bei einer Höhendifferenz von 480 Meter erreicht. Bei dem herrlichen Ausblick waren die Mühen des Aufstieges schnell vergessen. Am Freitag war diese Wanderreise bei einem durchweg sonnigen Spätsommerwetter schon wieder zu Ende.

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