Akiho Tsujii singt Mozart in Ehingen einmalig schön

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Akiho Tsujii sang Mozarts „Exultate“ mit Bravour.
Akiho Tsujii sang Mozarts „Exultate“ mit Bravour. (Foto: Efinger)
Kurt Efinger

Musik in Reinkultur haben die Zuhörer am Samstag in der voll besetzten evangelischen Stadtkirche erlebt. Krönender Höhepunkt war nach vorausgegangenen Spitzenleistungen die einmalig schöne Wiedergabe von Mozarts Motette „Exultate, jubilate“ durch die japanische Sopranistin Akiho Tsujii.

Wo die Menschen sind, für die sie singen kann, ist Sehnsuchtsort der in Osaka geborenen Könnerin vom Fach. Am Vorabend des Advents war es Ehingen, wo sie sich und das Publikum mit ihrer Kunst beglückte. Andreas Hartmann, dem mit dem Ehinger Kantor Christoph Mehner befreundeten ersten Konzertmeister des MDR-Sinfonieorchesters Leipzig, ist es zu verdanken, dass hier wieder einmal Instrumentalsolisten von Rang und dazu eine Sängerin der Spitzenklasse ihr Können in einem exquisiten Programm präsentierten.

Geiger spielt auf Guarneri

Schon wenn Geiger Andreas Hartmann allein auf seiner Guarneri von 1744 aufspielt, bleibt einem der Atem stocken vor der Volkommenheit des gestrichenen Saitenklangs. Ebenso kompromisslos wie bei der eigenen Intonation ist er bei der Auswahl der bei seinen Konzerte mitwirkenden Musiker auf gleichen oder anderen Instrumenten.

Da wäre Philipp Lang, der Solotrompeter des MDR-Sinfonieorchesters als erster zu erwähnen, nicht nur weil er mit acht Streichern und Christoph Mehner an der Truhenorgel das Konzert mit Giuseppe Torellis Konzert D-Dur für Trompete, Streicher und Basso Continuo eröffnete, sondern dieses mit glasklarem Ton zu einem betörenden Hörerlebnis gestaltete. Noch eindringlicher wirkte sein beschwingtes Spiel bei Georg Philipp Telemanns Sonata D-Dur TWV 44. Dabei griff er zum sanften Largo des zweiten Satzes nach einem weicher intonierenden Instrument und rundete das effektvolle Werk auf seiner kleinen Trompete mit einem atemberaubenden Vivace ab.

Bei Georg Friedrich Händels viersätzigem Oboenkonzert Nr. 3 in g-Moll war Peter Heinze von der Staatskapelle Halle ein ausgezeichneter Solist mit einer sich dem Streicherklang nahtlos einfügenden Schwingung von schwebender Klarheit. Beim Konzert für Violine, Streicher und Basso Continuo „L’inverno – Der Winter, Op. 8, RV 297“ von Antonio Vivaldi kam Andreas Hartmanns perfektes Saitenspiel zu voller Wirkung. Von der klirrenden Kälte des ersten bis zum rasenden Sturm am Ende des dritten Satzes beherrschte sein virtuoser Strich die Szene. Mit zwei Arien von Händel beeindruckte Akiho Tsujii schon vor ihrem bravourösen Endspurt mit Mozart. „Gehen Sie beschwingt in diesen Advent“, entließ die von der berückenden Wiedergabe von Mozarts Motette beeindruckte Pfarrerin Susanne Richter das nach der Wiederholung des „Alleluja“ am Ende stehend applaudierende Publikum in die Vorweihnachtszeit.

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