Ältester Verein in Ehingen steht vor der Auflösung

Der Chor der Ehinger Liedertafel singt bei einem Auftritt vor der Pandemie. Aktuell kann der Verein seine Gesangsstücke aber nic
Der Chor der Ehinger Liedertafel singt bei einem Auftritt vor der Pandemie. (Foto: Burghart)
Freie Mitarbeiterin

Die Liedertafel Ehingen besteht seit 190 Jahren und ist somit der älteste Verein in der Stadt. Doch nun im Jubiläumsjahr stehen die Sänger ohne ersten und zweiten Vorsitzenden da. Der Amtsinhaber Heinz Fischer kann nach 15 Jahren an vorderster Front aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht weiter ausüben, seiner Stellvertreterin Gertrud Fanselow ist es aus familiären Gründen nicht mehr möglich.

21 Sänger sind noch aktiv dabei

Die Liedertafel hat 21 aktive und 60 passive Mitglieder, doch in ihren Reihen fanden sich für beide Positionen keine Nachfolger. Dagmar Schleker schlug vor, den Verein aufzulösen. „Wir sind doch alle viel zu alt“, meinte sie. Peter Groß, der für seine Treue zur Liedertafel seit 25 Jahren geehrt wurde, wurde als Vorsitzender vorgeschlagen, lehnte aber ab.

„Ich will keine Verantwortung mehr übernehmen. Wenn ich irgendwo helfen kann, bin ich gern dabei, aber ein Vorstandsmandat möchte ich nicht mehr. Aber Auflösen ist das letzte, was man machen sollte. Die Kameradschaft unter den Sängern sollte nicht kaputt gehen. „Das Treffen im Sommer im Wolfert hat so viel Spaß gemacht. Bitte, löst den Verein nicht auf.“

Die Versammlung der Liedertafel.
Die Versammlung der Liedertafel. (Foto: kö)

Groß schlug einen Freundeskreis der Liedertafel vor, der sich immer wieder mal trifft. Christine Bräuning, die für eine Doppelspitze mit Groß vorgeschlagen wurde, winkte auch ab. „Ich habe gerne mitgesungen. Die Volkshochschule wäre bereit, uns in einem zweiten Chor aufzunehmen. Dirigent Alexander Lotz wäre der Chorleiter, das wäre das Gegenmodell“, fand sie. Sie war auch schon mit Lotz bei der VHS und hat die Möglichkeiten dafür ausgelotet.

Was passiert mit dem Vereinsvermögen?

Schriftführerin Traudl Rommler erinnerte an die Satzung und das finanzielle Problem, die Liedertafel hat rund 6000 Euro Vermögen, das bei der Auflösung an die Stadt fiele. Weil bei dieser Mitgliederversammlung keine Lösung gefunden wurde, beschlossen die Sänger, sich in einigen Wochen erneut zu treffen, alle Mitglieder sollen vorher angeschrieben und von der Problematik und möglichen weiteren Wegen unterrichtet werden, um dann zu klären, wie es endgültig weiter geht.

Peter Groß wird von Gertrud Fanselow für nun 25 Jahre Treue zur Liedertafel geehrt.
Peter Groß wird von Gertrud Fanselow für nun 25 Jahre Treue zur Liedertafel geehrt. (Foto: kö)

Der langjährige Chorleiter Heinz Feil meinte: „Wir wählen dann einen Vorstand, um das herauszufinden: Wir müssen heute nichts übers Knie brechen.“ Feil übernahm auch die Entlastung des bisherigen Vorstandes für die Jahre 2020 und 2021.

Doppelspitze könnte die Rettung sein

Heinz Fischer ließ seinen Bericht über beide Jahre (2020 hatte es keine Mitgliederversammlung gegeben) von Gertrud Fanselow verlesen. Fischer hält eine Doppelspitze für machbar, für die sich niemand fand. 2021 hat man sich in der Oberschaffnei treffen können, Singen war aber nur von September bis zum 24. November möglich, alle anderen Aktivitäten der Liedertafel, wie beispielsweise das Singen im Pflegeheim fielen Corona zum Opfer. Chorleiter Alexander Lotz versicherte den Sängern, das Singen mit ihnen hätte ihm Freude bereitet und er bliebe trotz anderer Angebote dabei, solange man ihn haben wolle.

Im Amt bleiben würden auch die Schriftführerin Traudl Rommler, der Schatzmeister Manfred Kochner, sowie Notenwartin Eva Fischer.

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