Abstrakter Expressionismus im Mochental

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Vor Susanne Zuehlkes Bild „Ocean Blue“ stehen HA Schult, Susanne Zuehlke und Uwe Langmann (von links): Schult ist ein internatio
Vor Susanne Zuehlkes Bild „Ocean Blue“ stehen HA Schult, Susanne Zuehlke und Uwe Langmann (von links): Schult ist ein internationaler Künstler, der die Vernissage besucht hat, Langmann stellt derzeit ebenfalls in der Galerie Schrade in Mochental aus (Foto: SZ- hog)
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Die Ausstellung „Abstract“ von Susanne Zuehlke ist am Sonntag in der Nikolauskapelle im Schloss Mochental eröffnet worden. Melanie Klier aus München stellte die Künstlerin und ihr Werk vor. Am Klavier wurde die Vernissage virtuos umrandet von Heiner Costabél mit Werken von Beethoven und Chopin.

Die Galerie Schrade im Schloss Mochental erfreut sich einer langen Zusammenarbeit mit der Malerin Susanne Zuehlke. „Endlich eröffnet sie hier auch eine eigene Ausstellung“, sagte Melanie Klier in ihrer Ansprache, die die Werke von Zuehlke als „bemerkenswerte Malerei“ bezeichnete. Die meist großflächigen Bilder sind im Obergeschoss des Schlosses ausgestellt, wo sie fast die Hälfte der Fläche bevölkern.

Susanne Zuehlke wurde 1962 in Duisburg geboren, 1982 bis 1988 hatte sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe absolviert. Hinzu kam ein Stipendium für Malerei an der University of Arizona in Tucson. Ihren Lebens- und Arbeitsschwerpunkt hat Susanne Zuehlke in Karlsruhe. Beeinflusst ist sie vom abstrakten Expressionismus aus den USA, der von den 1940er-Jahren an weltweit seinen Durchbruch erlebt hat. Ihr Vorbild Paul Jackson Pollock (1912-1956) aus der New York School war einer der bekanntesten Vertreter des abstrakten Expressionismus.

Melanie Klier würdigte die schnelle Reaktion der Künstlerin für das Hier und Jetzt und die enorme Entwicklung in ihren Arbeiten, die man anhand der überwiegend neuen Werke in der Mochentaler Ausstellung nachvollziehen kann. „Ihre Werke sind freier geworden, ausgereifter“, so Klier über Zuehlke. Dabei sind auch ihre neuen Werke sehr spontane Bilder, bei denen Farbflächen beziehungsweise Farbfelder sich überlagern, und zeigen, was Susanne Zuehlke unter Vibrationsfähigkeit von Farben versteht. Ein Meisterwerk ist das Bild „Weitsicht“, bei dem sich die Farbe grün räumlich ausdehnt, umgeben von weiß, ocker und gelb. Hier ist die Künstlerin auch der Natur auf der Spur, man könnte ein Weizenfeld entdecken.

„Lichte Momente“ oder „Im Licht“ lassen den Bildraum zum Lichttraum werden. „Das Licht in dieser Ausstellung ist super präsentiert“, so Klier, die weiter sagt: „Sehen ist bei Susanne Zuehlke das Brechen des Lichtes in seine Bestandteile, also in Farben. Farbe ist als Licht zu verstehen.“ Das verbindet Klier mit dem Stichwort Leuchtkraft, und diese Kraft zeichnet letztlich die Werke von Susanne Zuehlke aus, die in großen Räumen optimal zur Geltung kommen. Kenner entdecken freilich auch Feinheiten wie Pinselstriche oder verlaufende Farben, die auch durch kurzzeitiges Aufdenkopfstellen von Bildern unerwartete – oder erhoffte – Detaileffekte erzielen. „Es geht ihr um Emotionen, ihre Kunst ist authentisch“, fasst Klier das Schaffen der Künstlerin zusammen und weist besonders auf das Werk „Summertime“ hin, sowie ferner auf die Tatsache, dass auch Lack in den neuen Werken Zuehlkes zur Anwendung kommt. Mit virtuosem Klavierspiel umrandete Heiner Costabél die Vernissage. Werke von Beethoven und Chopin fanden großen Anklang. Am 11. August freut sich die Galerie Schrade auf die Vernissage des am 9. Mai verstorbenen Königsberger Malers Max Kaminski unter der Überschrift „Kaminski und der Barock“.

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