1300 Christbäume frisch gepflanzt

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Diese jungen Menschen haben im Ehinger Wald 1300 Fichten zur Christbaumernte gepflanzt.
Diese jungen Menschen haben im Ehinger Wald 1300 Fichten zur Christbaumernte gepflanzt. (Foto: SZ- hog)
Friedrich Hog

Im Rahmen des „Wald erleben-Programms“ haben 24 Kinder und Erwachsene gemeinsam mit dem Waldpädagogen Alexander Rothenbacher 1300 Fichten gepflanzt. Trotz des Regens am Samstagvormittag und -mittag waren fast alle angemeldeten Teilnehmer am Parkplatz der Waldgaststätte Saurücken erschienen, um die Christbaumernte in fünf beziehungsweise sechs Jahren sicherzustellen.

„Eine halbe Stunde vor dem geplanten Beginn habe ich entschieden, dass wir trotz des Regens Christbäume pflanzen wollen. Ich dachte, wenn die Hälfte der angemeldeten Teilnehmer kommt, ist das ein Erfolg. Dass so gut wie alle gekommen sind, hätte ich bei diesem Wetter nicht gedacht. Dafür wird die Aktion für alle unvergesslich sein, die Kinder sind naturnah unterwegs, sie kommen bis von Ulm“. Das sagte Waldexperte Alex Rothenbacher, nachdem 24 Kinder, Jugendliche und Erwachsene 1200 Rotfichten und 100 Blaufichten gesetzt hatten, die derzeit vier Jahre alt sind.

„Dieses Waldgrundstück der Stadt Ehingen ist ideal für Christbäume, da es aufgrund der Hochspannungsleitung oberhalb kaum anders nutzbar wäre“, erläutert Rothenbacher, der von Rüdiger Lesher, dem Leiter der Stadtgärtnerei und Christoph Gutermann unterstützt wurde. Lesher berichtete: „Wir haben zwei Tage lang mit einem handgeführten Erdbohrgerät 1300 kleine Löcher gegraben. Jedes Jahr benötigt die Stadt 500 Christbäume für Kindergärten, Kirchen, Schulen, Seniorenzentren und natürlich für die Fußgängerzone und für die Dekoration des Weihnachtsmarkts. Wenn sie im Januar nicht mehr gebraucht werden, sammelt der Bauhof sie ein und bringt sie zur Firma Neubrand zum Hackschnitzeln.“

Auch die Unterschiede von Fichte und Tanne erläuterte Lesher: „Die Tannennadeln haben an der Unterseite zwei parallele Silberstreifen. Tannen können wir heute nicht setzen, da Rehe sie ohne Schutz sofort wegfressen würden.“ Weiter war von den Experten und Pflanzenden zu erfahren, dass nach 20 Zentimeter sehr trockener Boden folgt, weshalb der Regen äußerst wichtig ist. Um die Grundwasserbestände auf Normalniveau aufzufüllen, müsste es allerdings drei Monate durchregnen.

Lagerfeuer entfacht

Trotz des Regens wurde gegen Ende der erfolgreichen Pflanzaktion ein Lagerfeuer entfacht. Die Stadt hatte den fleißigen Helfern rote Würste und Wecken sowie Getränke gesponsert. Die Erwachsenen haben gesehen, welche Arbeit hinter der Aufzucht von Christbäumen steckt, und weshalb 25 Euro für einen Baum ein günstiger Preis ist. Alle waren sichtlich glücklich über die vollbrachte Arbeit.

Parallel pflanzten 16 der 18 Mitglieder der Waldjugend, die sich jeden Samstag mit Alex Rothenbacher in der nahegelegenen Scherlenhütte trifft, unweit der Pflanzstelle ebenfalls Bäume. „Im Längenfeld mussten aufgrund Borkenkäferbefalls Fichten gefällt werden. Die Jugendlichen haben in den letzten Wochen das Grundstück zum Pflanzen von Laubbäumen freigeräumt. Gemeinsam mit Stadtförster Hubert Gobs schließen sie heute die Pflanzaktion ab. Es wurden 80 Stieleichen, 40 Hainbuchen und 80 Spitzahorn gepflanzt. Diese Bäume sollten dem Klimawandel standhalten. Nächsten Samstag werde ich mit der Waldjugend gemeinsam einen Schutzzaun errichten“, so Rothenbacher, der die Unterstützung durch die Stadt für die Pflanzaktionen lobte.

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