„Überragende“ Zwischenbilanz von Ehingen-Süd

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 Der SSV Ehingen-Süd (hier Timo Barwan, am Ball) beendete das Fußballjahr 2019 mit 33 Punkten und auf Rang drei der Verbandsliga
Der SSV Ehingen-Süd (hier Timo Barwan, am Ball) beendete das Fußballjahr 2019 mit 33 Punkten und auf Rang drei der Verbandsliga. (Foto: SZ- mas)
Schwäbische Zeitung

„Überragend“ – „Wahnsinn“. Trainer Michael Bochtler verwendete starke Worte für die Zwischenbilanz des SSV Ehingen-Süd nach etwas mehr als der Hälfte der Verbandsliga-Saison. Nach einigen etwas ausbeuteschwächeren Wochen von Ende September bis Anfang November sammelten die Kirchbierlinger an den letzten vier Spieltagen vor der Winterpause zehn von zwölf möglichen Punkte ein. 33 Zähler aus 17 Spielen sind es insgesamt, nur zwei Niederlagen gab es bis einschließlich dem ersten Rückrundenspieltag. Süd überwintert auf dem dritten Tabellenplatz, punktgleich mit dem Zweiten Hollenbach, und spielt Stand jetzt mit um den Aufstieg in die Oberliga.

Man sei froh über diese Ausbeute, sagte Bochtler nach dem 2:1-Sieg gegen Essingen am letzten Verbandsliga-Spieltag des Jahres 2019. Ehingen-Süd zeigte einmal mehr, was die Mannschaft auszeichnet – dazu gehört zwar das Auslassen klarer Torchancen, aber auch die Tatsache, dass sich Süd dadurch nicht entmutigen lässt und selbstbewusst und geduldig auf die eigene Stärken vertraut. Schon in den Heimspielen davor gegen Tübingen (2:0) und Neckarrems (2:0) verlangte der Gegner dem SSV alles ab und hielt lange ein 0:0, ehe Süd dann doch zum Erfolg kam. Auch gegen den TSV Essingen, den stärksten Gegner in den zurückliegenden drei Heimspielen und eine Mannschaft, deren Qualität die Zugehörigkeit zur Spitzengruppe ebenfalls rechtfertigen würde.

Doch die Essinger haben den Anschluss auf die Plätze zwei und drei durch die Niederlage in Kirchbierlingen verloren. Die Enttäuschung nach dem Spiel war daher groß bei dem auf Rang acht zurückgefallenen TSV, der in den vergangenen Jahren stets zu den Aufstiegskandidaten gezählt wurde. Trainer Beniamino Molinari warnte aber vor der laufenden Saison vor überzogenen Erwartungen. „Wir hatten einen großen Umbruch im Sommer und haben eine junge Mannschaft. Das Ziel war daher, möglichst rasch mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben“, so Molinari. Das mag angesichts von Spielern mit höherklassiger Erfahrung wie Patrick Funk, Felix Nierichlo, Manuel Hegen und Fabian Weiss defensiv klingen, doch die Ausbeute und die Nähe zur Abstiegszone – zum Relegationsplatz hat der TSV Essingen gerade einmal fünf Punkte Vorsprung – widersprechen dem Trainer nicht. Diesen Abstand will der TSV nach der Winterpause wieder vergrößern, dann mit Ex-Profi Niklas Weissenberger, der nach seiner Auszeit wieder einsteigt. Verzichten muss Molinari aber auf Innenverteidiger José Gurrionero, den es in seine spanische Heimat zurückzieht und der am Samstag in Kirchbierlingen sein letztes Spiel für Essingen bestritt.

Vorzeitig beendet war das Spiel bei Ehingen-Süd für Essingens Nierichlo, der nach knapp einer Stunde wegen eins Fouls die Gelb-Rote Karte sah. Es war einer von sechs Platzverweisen am letzten Spieltag vor der Winterpause. Eine Halbzeit lang in Unterzahl war Tabellenführer TSG Backnang, Shqiprim Binakaj sah am Freitagabend in Rutesheim kurz vor der Pause ebenfalls für ein Foul Gelb-Rot. 1:1 stand es zu diesem Zeitpunkt, am Ende hatte Rutesheim mit 3:1 die Nase vorn und Backnang nach 16 Spielen ohne Niederlage verloren. Vom „Black Friday“ schrieb der Böblinger Bote über die erste Saisonniederlage der TSG. „Nun hat es uns auch erwischt“, schrieb die TSG auf ihrer Facebookseite nach der in dieser Saison neuen Erfahrung und führte als mit ausschlaggebende Gründe „katastrophale Platzverhältnisse, fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, individuelle Fehler und einen aufopferungsvoll kämpfenden SKV Rutesheim“ an. Das Saisonziel, die Rückkehr in die Oberliga, hat die TSG aber weiter im Blick und man kündigt an: „Die Pause wird uns gut tun und wir kommen im Februar gestärkt zurück.“

Während Essingen und Backnang ihr letztes Spiel vor der Winterpause in Unterzahl verloren, ging der TSV Berg trotz einer Halbzeit in Überzahl bei Calcio Leinfelden-Echterdingen als Verlierer vom Platz. „Es war ein richtig gutes Spiel von uns“, sagte TSV-Trainer Oliver Ofentausek. Phasenweise habe man den Gegner „an die Wand gespielt“, nur mit der Chancenverwertung war das wieder so eine Sache. „Wir schießen einfach zu wenig Tore.“ Zudem haderte Ofentausek mit dem Calcio zugesprochenen Strafstoß, den Bastian Joas zum 1:0-Siegtreffer verwandelte. Mit Geschick und Glück verteidigte die nach der Gelb-Roten Karte gegen Josip Biljeskovic dezimierte Heimmannschaft den knappen Vorsprung. „Die Mannschaft war überragend“, sagte Leinfelden-Echterdingens Trainer Francesco Di Frisco. Der Trainer hofft nun in der Winterpause auf die Rückkehr verletzter Spieler, zudem schließt sich Außenverteidiger Dimitrios Vidic, der im Sommer sein Glück beim Oberligisten Reutlingen gesucht und nicht gefunden hatte, wieder dem Verbandsligisten an. So gestärkt hofft man beim Tabellensechsten, vielleicht noch in den Kampf um Rang zwei einzugreifen – der Rückstand auf Hollenbach und Ehingen-Süd ist mit fünf Punkten nicht allzu groß.

Auch in der Landesliga wurde der letzte Spieltag 2019 vor der Winterpause ausgetragen, die für den FV Olympia Laupheim womöglich nicht gelegen kommt. Lange Zeit lief es unrund beim Verbandsliga-Absteiger, der kurzzeitig in die Abstiegszone abrutschte. Inzwischen sind die Laupheimer sechs Spiele in Folge ungeschlagen und das 3:1 beim FC Ostrach am Wochenende durch Tore des Ex-Ehingers Mathias Brinsa (2) und David Stellmacher war der dritte Auswärtssieg in Folge. Die Folge: Die Olympia kletterte in der Tabelle auf den sechsten Platz – doch der Rückstand auf den Tabellenzweiten Friedrichshafen und Spitzenreiter Albstadt ist mit 14 sowie 17 Punkten nach wie vor beträchtlich. Die Rückkehr in die Verbandsliga ist in dieser Saison kein Thema mehr in Laupheim. (aw)

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