Wie Radfahren an der B28 sicherer wird

Thomas Heckmann

Viel Radverkehr überraschte und erfreute den Tübinger Regierungspräsidenten Klaus Tappeser bei seinem Besuch auf der Radweg-Baustelle entlang der Blaubeurer Steige.

Viel Radverkehr überraschte und erfreute den Tübinger Regierungspräsidenten Klaus Tappeser bei seinem Besuch auf der Radweg-Baustelle entlang der Blaubeurer Steige. Am Freitagvormittag lies sich Tappeser bei einer Ortsbesichtigung den Baufortschritt entlang der Bundesstraße 28 zeigen.Dem Regierungspräsidenten war vor Ort klar, wie wichtig eine sichere Radverbindung entlang der Steige ist, er musste mit lauter Stimme gegen den Verkehrslärm ankämpfen und sah auf dem neuen Radweg so viele Radfahrer, dass er beim Projektleiter Dieter Leichtle augenzwinkernd nachfragte, ob die Radfahrer extra für seinen Besuch bestellt wurden. Projektleiter Leichtle konnte aber versichern, dass auch während der Bauarbeiten einige Radfahrer auf der Steige unterwegs waren, die zum Beispiel von Seißen aus zur Arbeit in die Kernstadt fahren.Nachdem im vergangenen Jahr der untere Abschnitt zwischen den Abzweigungen nach Seißen und zur Blaubeurer Kernstadt mit einem Radweg versehen wurde, wird seit Juni der Radweg von der Abzweigung Seißen bis zu den Hessenhöfen verlängert. Mit knapp 300 000 Euro konnte der untere Abschnitt vergleichsweise günstig gebaut werden, da ein bestehender Forstweg dafür genutzt wird. Der stark eingewachsene Weg wurde freigeschnitten und stellenweise begradigt, eine Asphaltschicht macht den Radweg gut befahrbar und ein 130 Zentimeter hohes Geländer auf Holz und Stahl macht den Weg absturzsicher. Der Regierungspräsident möchte alle Bundesstraße mit parallelen Radwegen ausstatten und hat sich kürzlich bei einer Tagung in Münster intensiv mit dem Radverkehr auseinandergesetzt. Auch wenn er einen Anteil von 42 Prozent Radfahrern unter den Berufspendlern wie in Münster auf der Schwäbischen Alb für nicht erreichbar hält, möchte er den Anteil des Radverkehrs deutlich erhöhen. Gleichzeitig benötigt man aber auch leistungsfähige Straßen im Verkehrsartenmix, um auch einen Nahverkehr mit Bussen anbieten zu können.Der zweite Bauabschnitt ist nur rund 1200 Meter lang, kostet aber rund 900 000 Euro, die von Bund und Land getragen werden. Hier werden auch überwiegend bestehende Forstwege ausgebaut, da zusätzlich ein Entwässerungsgraben überquert werden muss, ist eine aufwändige Brücke notwendig. Zwei Brückenlager müssen mit sogenannten Mikropfählen im Untergrund verankert werden. Bis auf gut elf Meter Tiefe wurden die Anker in das verwitterte Felsgestein getrieben, um einen sicheren Halt für die Brücke zu haben. Beim Radwegebau besteht die Tragschicht der Fahrbahn vollständig aus recycelten alten Fahrbahntragschichten, auch in der Deckschicht geht der Recyclinganteil bis auf die zulässigen 20 Prozent. Um die Tierwelt beim Radwegausbau nicht übermäßig zu stören, haben die Planer des Regierungspräsidium Ausgleichsmaßnahmen mit integriert, an acht Stellen wurden Felssteine am Hang als Steinriegel und damit als Kleintierheimat angelegt. Wie gut das funktioniert, entdeckte Bauleiter Rainer Jörgas diese Woche, als eine junge Eidechse aus dem Steinriegel herauslief.Bis in den November hinein werden mehrere Verkehrsinseln in die B28 eingebaut, damit Radfahrer sicher die Straße überqueren können. Bestehende Abbiegespuren werden verlängert und verbreitert, außerdem muss noch die vorgefertigte Aluminiumbrücke über den Entwässerungsgraben mit einem Mobilkran eingehängt werden.

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