IHK-Studie: Besucherzahlen in Innenstädten
Viele Städte der Region werden nach Messungen der IHK besser besucht - ausgerechnet für eine Großstadt gilt das nicht.

Blaubeuren und Laichingen im Vergleich:

Anzahl der Ladenlokale:

58 in Blaubeuren, 61 in Laichingen.

Leerstandsquote:

17 Prozent in Blaubeuren, fünf Prozent in Laichingen.

Restaurants und Gaststätten: Neun in Blaubeuren, sechs in Laichingen.

Café, Eiscafé, Bars, Fastfood: Zehn in Blaubeuren, fünf in der Stadt Laichingen.

Spielhallen:

Blaubeuren als auch Laichingen besitzen keine Spielhallen.

Gastro-Leerstände:

Zwei in Blaubeuren, einer in Laichingen.

Summe Gastronomiebetriebe: 21 in Blaubeuren, zwölf in Laichingen.

Große Veränderungen stehen den Innenstädten in der Region bevor. Sie stehen „unter Zugzwang“ wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm in ihrem aktuellen Einzelhandelskompendium deutlich macht. Dabei wird die Frage gestellt, ob der Einzelhandel in den Innenstädten und Ortskernen der Klein- und Mittelstädte überhaupt noch eine Rolle spielt. Alle fünf Jahre richtet die IHK in ihrem Kompendium ihren Blick auf die Zentren in der Region Ulm sowie den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg – nun bereits zum dritten Mal. Insgesamt wurden 18 Kommunen analysiert – darunter auch Blaubeuren und Laichingen, die ein gemeinsames Mittelzentrum bilden.

Gemeinsames Mittelzentrum

Blaubeuren zählt im gesamten Stadtgebiet 12 104 Einwohner, in Laichingen sind es 11 347 Bürger. Die Einwohner-Entwicklung liegt in der Stadt am Blautopf im Zeitraum von 2011 bis 2017 bei insgesamt 4,8 Prozent, in Laichingen sind es 4,3 Prozent.


 Das Kloster in Blaubeuren.
Das Kloster in Blaubeuren. (Foto: Scholz)

Blaubeuren bilde mit Laichingen zwar ein gemeinsames Mittelzentrum, sei aber im Einzelhandel nicht mit Laichingen zu vergleichen. Bei gestiegener Einwohnerzahl ist in Blaubeuren die einzelhandelsrelevante Kaufkraft im Untersuchungszeitraum – also vom November 2017 bis Juni dieses Jahres – um 2,2 Punkte auf 103,9 gesunken. Trotzdem stellt das laut IKH noch einen „guten Mittelwert“ dar. Gleichzeitig habe der Bevölkerungszuwachs die zur Verfügung stehende Kaufkraft auf 87 Millionen Euro erhöht. Der Handel, so das Ergebnis der IHK, konnte davon mehr am Ort binden.

Die Gründe sieht die Industrie- und Handelskammer im Lebensmittelbereich. Der Einzelhandel in der Innenstadt sei kleinteilig. Attraktive Bekleidungsgeschäfte mit Flächen über 300 Quadratmeter fehlen. Dafür gibt es Fahrradgeschäfte, die Kunden bis aus Ulm anziehen.

Tourismus im Blick

Ein weiterer Punkt ist die touristische Situation. Mit dem Blautopf und dem Urgeschichtlichen Museum (Urmu) ist die Stadt ein „sehr attraktives Ziel für Touristen“, heißt es seitens der IHK. Die Neuaufstellung des Museums habe bewirkt, dass mehr Gäste den Weg vom Blautopf in die Innenstadt finden. Somit ergebe sich eine Frequenzsteigerung gegenüber der letzten Zählung. Die Innenstadt verfüge über eine „hohe Ausstattung von Gaststätten und Cafés“, die zum Verweilen einladen.


 Regelmäßig finden Führungen durch das Zentrum mit seinen Fachwerkhäusern und dem Kloster statt.
Regelmäßig finden Führungen durch das Zentrum mit seinen Fachwerkhäusern und dem Kloster statt. (Foto: Scholz)

Die Stadt Blaubeuren und der Einzelhandel diskutieren seit Jahren, wie eine Belebung der Innenstadt machbar wird. Strategiepapiere wurden aufgestellt und Teams nahmen die Innenstadt für eine Bestandsaufnahme unter die Lupe. In Kooperation mit der Dualen Hochschule in Stuttgart wurden Analysen angefertigt. Tilon Fahrner wurde als Fachkraft für das Stadtmarketing und Nutzungsmanagement eingestellt. In den vergangenen Wochen hat sich einiges im Städtle getan. Neueröffnungen wie das Café Badhaus zogen wiederum Besucher an. Gewinne mit Blick auf die Passanten-Frequenz in Städten wie Blaubeuren, Biberach, Ehingen, Laupheim, Illtertissen, Weißenhorn, Senden und auch Laichingen seien bemerkenswert. Die IHK meint: „Sie können die Folge einer möglichen Trendwende, aber auch zum Teil der schwierigen Baustellensituation in Ulm zu verdanken sein.“ Zudem spricht die IHK die gewachsene Bedeutung des Online-Handels an.

Regionale Verbundenheit

Dem Ziel, stärker im Internet sichtbar und erreichbar zu sein, nimmt sich die Region Laichinger Alb als Ganzes an und möchte die regionale Verbundenheit stärken. So steht mit Blick auf die Zukunft des örtlichen Einzelhandels das Projekt „Regionaler Online-Marktplatz“, das gemeinsam vorangetrieben werden soll. Durch die Verbindung von online und stationär soll Kunden mehr Service geboten und die Regionalität besser dargestellt werden. Laichingen hat sich beim Wettbewerb des baden-württembergischen Ministeriums für Ländlichen Raum beworben.


 Der Blautopf ist ein Besuchermagnet in Blaubeuren.
Der Blautopf ist ein Besuchermagnet in Blaubeuren. (Foto: Scholz)

Laichingen gewinne durch den geplanten Bahnhof Merklingen an Attraktivität als Wohnort; als Einzelhandelsstandort werde die Stadt durch die Entfernung zu Ulm begünstigt. So habe die Kommune eine starke Versorgungsfunktion für die Gemeinden der Laichinger Alb. Es kamen auch Flächen außerhalb der Innenstadt hinzu – Beispiele sind die Erweiterung von Aldi, AWG und das Gebiet an der Graf-Zeppelin-Straße. Mit einer Leerstandsquote von fünf Prozent rangiert Laichingen auf Platz drei – hinter Ulm und Biberach.

IHK-Studie: Besucherzahlen in Innenstädten
Viele Städte der Region werden nach Messungen der IHK besser besucht - ausgerechnet für eine Großstadt gilt das nicht.

Blaubeuren und Laichingen im Vergleich:

Anzahl der Ladenlokale:

58 in Blaubeuren, 61 in Laichingen.

Leerstandsquote:

17 Prozent in Blaubeuren, fünf Prozent in Laichingen.

Restaurants und Gaststätten: Neun in Blaubeuren, sechs in Laichingen.

Café, Eiscafé, Bars, Fastfood: Zehn in Blaubeuren, fünf in der Stadt Laichingen.

Spielhallen:

Blaubeuren als auch Laichingen besitzen keine Spielhallen.

Gastro-Leerstände:

Zwei in Blaubeuren, einer in Laichingen.

Summe Gastronomiebetriebe: 21 in Blaubeuren, zwölf in Laichingen.

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