Christian Springer zeigt, wo’s langgeht.
Christian Springer zeigt, wo’s langgeht. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Er gehört zu den wichtigsten echten Kabarettisten Deutschlands und kommt am Sonntag, 16. Juli, an den Blautopf. Für Christian Springer, der regelmäßig im Bayerischen Fernsehen die Sendung „schlachthof“ moderiert, ist sein Programms „Trotzdem“ nicht nur die Überschrift für einen Kabarettabend. „Trotzdem“ heißt weitermachen, nicht aufgeben, und sich nicht den Schneid abkaufen lassen.

Christian Springer, der seine ersten Bühnenauftritte in den 1970er Jahren als Mitglied des Kinderchors der Bayerischen Staatsoper hatte, zeigt Haltung und haut auf unsere Feigheiten drauf, egal ob es um Themen wie „Arbeitslosigkeit“ oder „Deutsche Leitkultur“ geht. Ihm geht es ums Ganze. Und dafür kämpft er, bis seine Ohren glühen. Und wenn es ihm zu viel wird, schreibt er dem bayerischen Ministerpräsidenten gleich einen Brief, achtzig Seiten lang, das Motto: „Landesvater, cool down.“ Das Buch, erschienen im Eigenverlag, ist zwischenzeitlich jedoch vergriffen.

Springer, zum Teil besser bekannt mit seiner Figur des „Fonsi“ als Kassenwart von Schloss Neuschwanstein, ist der Aufreger unter Deutschlands Kabarettisten, der Trotzdem-Män. Die Kunstfigur mit der blauen Kassiereruniform und der Aktentasche hat er 2014 abgelegt. Seit 2016 ist er mit dem Programm „Trotzdem“ unterwegs. Auf der Bühne ist er als satirischer Mutmacher zu sehen, der leichtfüßig Sinn und Unsinn zu skurrilen politischen Kabarett-Geschichten verknüpft, in denen mehr als ein Körnchen Wahrheit steckt. Im echten Leben hat er seine Leidenschaft zur Mission gemacht, und versucht Flüchtlingen im Nahen Osten mit seinem gemeinnützigen Verein Orienthelfer e.V. ein erträglicheres Leben zu schaffen.

Bereits während seiner Schulzeit gründete Christian Springer 1983 zusammen mit Helmut Schleich das Kabarett Fernrohr. Gemeinsam mit Andreas Rüttenauer hatte er bis 1997 über 1000 Auftritte im gesamten deutschsprachigen Raum. Beide gehören zu den Mitbegründern des Münchner Kleinkunst-Nachwuchsfestivals Kabarett Kaktus. Zusammen mit Helmut Schleich ist Springer noch immer als Heinzi und Kurti im Hörfunkprogramm Bayern 1 zu hören. Daneben ist Springer Autor für Ottis Schlachthof (seit 1997) und in gleicher Funktion auch für den Bayerischen Kabarettpreis (1999-2002) und den Bayerischen Fernsehpreis (2001) tätig gewesen.

Als Autor und Darsteller wirkte er beim Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg (1999 - 2001) mit. Von 2006 bis 2011 führte Springer beim Aschermittwoch der Kabarettisten als Moderator durch den Abend. 2015 moderierte er zusammen mit Michael Altinger die Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises.

Christian Springers Interesse und Augenmerk gilt seit Jahren besonders Syrien, wo er häufig hinreist. 2012 gründete er den Verein Orienthelfer. Er selbst und sein Freiwilligenteam fahren seit Dezember 2011 regelmäßig in den Libanon und nach Jordanien, um den Flüchtlingen, aber auch den Einheimischen dort zu helfen. Für dieses Engagement erhielt er am 23. Dezember 2012 den AZ-Stern des Jahres 2012 und am 30. November 2014 den Waldemar-von-Knoeringen-Preis.

Karten für die Sommerbühne am Blautopf für 20 Euro, ermäßigt 18, gibt es beim traffiti-ServiceCenter in Ulm, bei der Tourist-Information in Blaubeuren und weiteren Vorverkaufsstellen, aber auch unter

sommerbuehne.com/karten/

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