Neue Wechselausstellung im Urmu

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 Besucher der neuen Wechselausstellung im Urmu.
Besucher der neuen Wechselausstellung im Urmu. (Foto: su)
Redaktionsleiter

Die Ausstellung wird noch bis zum 6. Januar zu sehen sein.

- Eine ganz besondere Ausstellung hat im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren nun geöffnet: Alvise Barbieri, italienischer Geoarchäologe an der Universität Tübingen, hat seine Doktorarbeit sozusagen in eine interaktive Ausstellung umgesetzt, bei der die Besucher selber zu Forschern werden können.

Barbieri hat sich mit dem Zeitraum der sogenannten Fundleere zwischen 28 000 und 17 000 Jahren vor heute beschäftigt. In keiner der Höhlen in Ach- und Lonetal sind aus diesem Zeitraum Gegenstände entdeckt worden. Den Wissenschaftlern stellt sich die Frage, ob es in dieser Zeit einfach zu kalt war, so dass gar keine Menschen im Bereich des Lonetals und des Achtals unterwegs waren.

Alles aus der Höhle geschwemmt

Da aber auch keine Erdablagerungen aus dieser Zeit nachgewiesen wurden, ist Barbierei davon ausgegangen, dass durch Wasser alle Sedimente mitsamt Fundstücken aus den Höhlen geschwemmt worden sind. Also untersuchte er mit einer breiten Palette an geoarchäologischen Verfahren wie Geoelektrik, Georadar und Kernbohrungen die Erde in den Tälern vor den Höhlen. Und tatsächlich: Barbieri entdeckte Spuren einer verschwundenen Landschaft und machte verschwundenes Leben sichtbar.

Als junger Wissenschaftler wollte er bei der Präsentation seiner Erkenntnisse neue Wege gehen und ermöglicht es nun den Besuchern der Sonderausstellung – Kindern genauso wie Erwachsenen –, tief in die Welt der Geoarchäologie einzutauchen und eigene Entdeckungen zu machen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die extremen Landschaftsveränderungen durch mächtige Erosionsvorgänge während der letzten Eiszeit im Ach- und Lonetal. Mit interaktiven Installationen werden aktuelle Forschungen erlebbar. Mit den gleichen Techniken, wie sie auch Wissenschaftler verwenden, können geologische Prozesse von den Besuchern selbst analysiert und nachgebildet werden.

Die Ausstellung wird noch bis zum 6. Januar zu sehen sein.

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