Künstlertreff in Blaubeuren wird zum Fest der Sinne

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Phantasie-Reise in die Welt der Tropfsteinhöhlen, die dem Höhlenlabyrinth unter dem Blautopf ähneln. Bei der Open-Air-Kunstausst
Phantasie-Reise in die Welt der Tropfsteinhöhlen, die dem Höhlenlabyrinth unter dem Blautopf ähneln. Bei der Open-Air-Kunstausstellung rund um den Blaubeurer Kirchplatz gab es mit hunderte von Bildern zu sehen, mit verschiedensten Motiven, Techniken u (Foto: Kriegler / Kuhn-Urban)
Jutta Kriegler

Mehr als 50 Künstler haben am Samstag rund um den Kirchplatz in Blaubeuren ein Feuerwerk aus Farben und Formen geboten mit ihren Bildern und Skulpturen. Die breit gefächerten Motive, Stilrichtungen und Techniken haben einen spannenden Einblick gegeben in die große Bandbreite des künstlerischen Schaffens in und um Blaubeuren herum. Die Atmosphäre bei der Open-Air-Kunstausstellung in der Altstadt war locker und entspannt, auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Es gab Straßenmusik, Sekt und Stehtische. Auch die kulinarischen Genüsse kamen nicht zu kurz bei dem illustren Treiben.

Veranstalter war die neu gegründete Kultur-Initiative „BlauTöne“, die diesen Sommer eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen in der Blaubeurer Innenstadt geplant hat mit dem Schwerpunkt auf Musik und Literatur. Der Malertreff am Kirchplatz war ein gelungener Auftakt der vielversprechenden Vereinigung. Die lose Gruppierung ist kein Verein und wird getragen von Künstlern, Musikern, Ehrenamtlichen, Vereinen, Ladeninhabern und Mitgliedern von Stadtverwaltung und Urgeschichtlichem Museum. „Alles ist noch im Wachsen und Werden“, sagt Nix Wirt „Festl“ Hans Wild, bei dem viele Fäden zusammenlaufen. Natürlich war er auch selbst Teil der Aktion – als Gitarrist bei Hans-Jörg Autenrieth & seiner Band in der Karlstraße. Doch es gab noch mehr Musik: Das Folk-Duo „Brekkies Inn“ spielte Jazz, Zigeuner- und Weltmusik, und neben dem Urgeschichtlichen Museum, direkt vor seinem Atelier am Kirchplatz, sorgte Saxophonist Berthold Fischer für Unterhaltung. Drinnen gab es prunkvolle, goldene Kunstwerke von Fischer und seinem Partner Peter Schimpff zu sehen.

Das Besondere an der Veranstaltung war ihre Vielseitigkeit: Sie war eine Art Gesamtkunstwerk – mit Gemälden, Skulpturen und Musik, Kunsthandwerk und Aktionskunst. Gefilzte Schals und Gefäße verzauberten den Betrachter. Edles Geschirr aus Keramik verführte zum Kauf. Ein Schmuckstand mit Geschmeide Rosenquarz, Sonnenmondstein, Lava und Lapis lockte die Damen. Wer sich gekonnt in Szene setzen wollte war bei der „Foto-Box“ goldrichtig: Dort konnten sich die Festbesucher von einer Fotografin portraitieren lassen, unter einem hellgrünen Bast-Sonnenschirm. Coole Sonnenbrillen, Hüte und witzige Outfits standen reichlich zur Verfügung für die Kunstaktion. Die fertigen Bilder waren für die Hompage der neuen Kultur-Initiative gedacht.

Die Hauptrolle bei diesem Auftritt hatten jedoch die bildenden Künstler mit ihren Werken. Das Motto „Urgewalt und Farbenpracht“ hätte treffender kaum sein können: Die Auswahl war enorm. Hunderte von Bildern waren zu sehen, abstrakt und graphisch, organisch und fließend, gemalt und gezeichnet, gepinselt und gestrichen. Höhlenbilder spiegelten Blautopf-Impressionen, kugelrunde Wassertropfen vergrößerten den Hintergrund wie eine Lupe. Froschkönige, Kolibris, Rehe, Fische, Schmetterlinge und Vögel machten den Zauber der Natur sichtbar. Ein Meer aus Blumenmotiven huldigte dem Sommer. Liebevoll gemalte Portraits zeigten ausdrucksstarke Gesichter, abstrakte, großformatige Graphiken in sich gewundene, geheimnisvolle Figuren: Erstaunlich, was den Künstlern aus der Region alles eingefallen ist, darunter viele spannende Hingucker und innovative Werke. Andere Bilder haben ihren Charme erst auf den zweiten Blick entfaltet. Als Gesamtkunstwerk war die Open-Air-Ausstellung aber auf jeden Fall sehenswert.

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