Gelber Sack spaltet Blaubeurer Gemeinderäte

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Ab 1. Januar können und sollen die Blaubeurer ihre Müllsäcke an den Straßenrand stellen, anstatt zum Recyclinghof zu bringen. N (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung
Anna-Lena Kast

Den Weg zum Recyclinghof können sich die Menschen in Blaubeuren und den Teilorten ab 1. Januar 2015 sparen, wenn sie den Müll von leichten Verpackungen entsorgen wollen. Am Dienstagabend sprachen sich die Gemeinderäte der Stadt mehrheitlich für den Gelben Sack aus: Künftig sollen die Bürger ihren Müll einfach auf die Straße stellen. Bis sich sechs Räte gegen den Gelben Sack und 13 Mandatsträger aber dafür aussprechen, gab es eine intensive Diskussion. „Damit ist das knifflige Thema beendet“, sagte Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold.

Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten die Ortschaftsräte der Teilorte über dieses Thema diskutiert. Asch, Pappelau, Seißen und Sonderbuch hatten sich dabei klar für den Gelben Sack entschieden, Beiningen und Weiler hingegen wollten das bisherige Bringsystem beibehalten.

Reiner Baur befürchtet Verschandelung der Innenstadt

Auch in den Fraktionen des Gemeinderats waren sich die Mandatsträger uneins: So könne die CDU-Fraktion keine gemeinsame Linie finden, erklärte Fraktionsvorsitzender Reiner Baur. Er bezeichnete die gelben Plastikbeutel sogar als „eine Verschandelung der Innenstadt“. Bei einer Einführung dieses Holsystems müsse darauf geachtet werde, dass die Abholtage nur dienstags, mittwochs oder donnerstags sind. „Sonst stehen die Säcke über ein Wochenende in der Stadt herum“, befürchtete er.

„Wir wollen sauber bleiben“, lehnte Friedrich Bohnacker als Fraktionsvorsitzender der Grünen, den Plastikbeutel ab. Denn mit dem bisherigen System sei der „Müllvermeidungsgedanke“ gefordert worden, durch die Einführung des Holsystems befürchte er, dass dieser Gedanke verloren gehe.

Unterstützung bekam das neue Entsorgungssystem hingegen von der SPD: Mehrheitlich stimmten die Mitglieder dafür: „Wir sollten nicht das letzte gallische Dorf sein, das Widerstand leistet“, mahnte Manfred Daur. In anderen Gemeinden würde das Holsystem auch funktionieren. Auch die Freien Wähler befürworteten eine Einführung des Gelben Sackes.

Bei der Abstimmung stimmten schließlich sechs Räte gegen den Gelben Sack und 13 Räte dafür: „Damit hat die Stadt Blaubeuren den Gelben Sack“, sagte Bürgermeister Jörg Seibold.

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